Hoher Besuch am Sonntag in Deitmar’s Hof mit neu gestaltetem Umfeld. Neu gestaltet auch die Gäste dieses wahrlich königlichen Empfangs, – sie alle hatten schwer zu tragen an ihren Silberketten mit den silbernen Schildern, in der Sonne funkelnd, einige Kilogramm schwer. Dazu die Schärpe und der schwarze Anzug, – bei den Temperaturen nicht immer ein Vergnügen. Eingeladen hatte Bürgermeister Georg Moenikes, der erst vor zwei Wochen als Kaiser der Bürger-Schützen entmachtet wurde, zum heutigen Anlass erstmals wieder seine Bürgermeister-Amtskette trug, – etwas bescheiden im Vergleich zu den Insignien der 16 Emsdettener Schützengesellschaften. Sie alle hatten ihre zum Großteil erst am vergangenen Wochenende ermittelten Jungmännerkönige, Männerkönige, Stern-/Scheibenkönige und sogar einige Kaiser entsandt. Stadtkaiser und Wanderkettensieger vervollständigten dann das Bild. Rainer Müllmann, 1. Vorsitzender der Vereinigten Schützengesellschaften, begrüßte die horrende Gesellschaft, blickte auf die heißen Schützenfesttage zurück und durch die Reiterei der Hollinger Schützengesellschaft, angeführt von Major Henning Krüger wurden die Majestäten dann den geladenen Gästen aus Rat und Verwaltung der Stadt Emsdetten, den Vertretern der KGE, der VerbundSparkasse, des Heimatbundes, dem stellvertredenden Landrat, wie auch dem Stadtkaiserpaar aus Greven vorgestellt.

In zuvor angesprochenem Rückblick ging Müllmann auf einige ihm zugetragene oder auch selbst erlebte Geschehnisse des mittlerweile 96. Stadtschützenfestes unter dem Dach der Vereinigten ein. Die Suche nach Aspiranten unter den Vogelstangen und die damit verbundene Bereitschaft für ein Jahr die Königswürde an sich zu nehmen erweist sich in einigen Gesellschaften zunehmend als schwerer. Das Schützenfest an sich jedoch erfreut sich gleichbleibend großer Beliebtheit, das zeigen die vollen Säle und Zelte, das zeigt die Beteiligung am Sonntagmorgen bei der Wanderkettenübergabe, das zeigen die gesäumten Straßen, wenn abends die Majestäten in einer Polonaise der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Müllmann, wie auch Moenikes, bedankten sich insbesondere bei den Vorständen der Gesellschaften, den Königen, Jubelkönigen, den Spielmannszügen und Blasorchestern, – eben all denen, die mit ihrem Engagement in jedem Jahr wieder für unvergessliche Momente und reibungslose Abläufe sorgen.

Humoristische Beiträge von Josef Krühler und Ewald Enting lockerten die Stimmung, bevor dann zum Ausklang in den Außenbereich geblasen wurde. Bei belegten Brötchen, gekühlten Getränken (für die Bewirtung zeichneten wieder die Schießfreunde verantwortlich), zünftiger Musik der Freiwilligen Feuerwehr wurden noch viele Gespräche geführt, hatte doch jeder von seinem spannenden Schießen zu berichten.

Nicht immer von musikalischer Qualität geprägt, dafür aber mit vollem Ehrgeiz und voller Inbrunst, brachten die jeweils anwesenden Mitglieder der einzelnen Schützengesellschaften ihr Vereinslied zum Besten. Im Anschluss dann durften die neuen Repräsentanten den Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr zu einem selbst gewünschten Marsch dirigieren. „Preußen’s Gloria“, „Böhmischer Traum“ und „König Friedrich“  waren dabei, die Nationalhymne Deutschlands und zum Schluss sogar „Detten auf der Ki“, – sicheres Zeichen dafür, das mit dem heutigen Tage das Schützenfest 2018 abgeschlossen ist und….. nö, das dauert dann doch noch bis Mitte November…

 

Manfred Schwegmann, im “richtigen Leben” Buchhalter eines international tätigen Fenster- und Fassadenbauers hier am Ort. Schwegmann war nebenher zwei Jahre als freier Mitarbeiter für die hiesige lokale Tageszeitung aktiv, hat zum 75-jährigen Bestehen der Vereinigten Schützengesellschaften von Emsdetten deren Geschichte zusammen gefasst und in einem Buch veröffentlicht. Neben weiteren kleinen war sein (zumindest in den Ausmaßen) größtes Projekt wohl die Glückwunschkarte zum Stadtjubiläum. 1.620 Portraits Emsdettener Bürger auf einer 163,8 qm großen Karte zierten im Jubiläumsjahr 2013 für sieben Wochen die Rathausfassade.