Birgit Hunnekuhl

(ms) Es war einmal… in einer kleinen, beschaulichen Stadt im nördlichen Münsterland am Rande der Ems, da wandelte von Kindes Beinen an eine junge Frau, die sich mit der Zeit mehr und mehr zu einem stadtbekannten Emsdettener Original entwickeln sollte. Keine Frage, im Zweifelsfall könnte sie sicher jeden Stenografen in den Wahnsinn treiben, – will Sie aber nicht. Diese Dame, nennen wir sie Birgit Hunnekuhl, wollte sich ihre Haare färben, – Feuerwehrrot sollte es werden. Doch wie so oft im Leben: 1. kommt es anders und 2. als man denkt. Die Aktion verunfallte: aus Feuerwehrrot wurde holländisches Oranje, – das wiederum ist seit mittlerweile 18 Jahren ihr unverkennbares Markenzeichen. Damit war sie bei Rudi Carrel’s „Herzblatt“ und bei dem Anblick konnte sich auch Günther Jauch  vor laufender Kamera einen Kommentar nicht verkneifen, als sie in seinem Publikum saß. Birgit Hunnekuhl bereist als Außendienstmitarbeiterin in Sachen Kinderschuhe Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, in Emsdetten aber ist sie als Märchenerzählerin bekannt. Rund 50 Märchen hat sie ständig in ihrer „apfelsinfarbenen Festplatte“ abrufbereit, in Weitere müsste Birgit sich erst einlesen.  Durch Sprach- und Erzählkurse geschult (und damit wieder zur Freude der Stenografen werdend), schafft sie es immer wieder, die Zuhörer in ihren Bann zu ziehen, egal ob Kinder oder Erwachsene. Mit der „Melodie der Sprache“ möchte die 48-jährige erreichen, dass sich in den Köpfen des Publikums ein Bild entwickelt. „Ich schenke den Menschen ein Märchen, was die dann daraus machen, bleibt jedem selber überlassen.“

Aus dem termingebeutelten Alltag entflieht Birgit Hunnekuhl einmal im Jahr für fünf Tage in ein Kloster. Das Besondere an diesem Klosteraufenthalt: bis auf ein kurzes Gespräch täglich mit einem Pater wird hier nur geschwiegen.

Wer Birgit Hunnekuhl kennt oder sich einmal länger mit ihr unterhält, der merkt sehr schnell, dass hier ein gläubiger, tiefgründiger Mensch vor einem sitzt, eine Frau die gerne Märchen oder Geschichten erzählt, die aber – so sagt sie von sich selber – unheimlich gut zuhören kann. „Manchmal gehe ich von einer Party nach Hause, ohne selber viel geredet zu haben, ich höre zu, weil mich andere Menschen interessieren.“ Und wenn Birgit Hunnekuhl dann abends eine ihrer 30 Brillen absetzt und zu Bett geht, dann bedankt sie sich beim lieben Gott für die vielen guten Gespräche die sie am Tag führen durfte.

Gesehen hat sie in Emsdetten bestimmt jeder schon mal, – im Zweifelsfall mal auf www.emskreis.de stöbern, – da gibt es auch noch mehr über Birgit zu erfahren, – vor Allem, wann man ihr mal wieder beim Märchenerzählen zuhören kann.

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Manfred Schwegmann, im “richtigen Leben” Buchhalter eines international tätigen Fenster- und Fassadenbauers hier am Ort. Schwegmann war nebenher zwei Jahre als freier Mitarbeiter für die hiesige lokale Tageszeitung aktiv, hat zum 75-jährigen Bestehen der Vereinigten Schützengesellschaften von Emsdetten deren Geschichte zusammen gefasst und in einem Buch veröffentlicht. Neben weiteren kleinen war sein (zumindest in den Ausmaßen) größtes Projekt wohl die Glückwunschkarte zum Stadtjubiläum. 1.620 Portraits Emsdettener Bürger auf einer 163,8 qm großen Karte zierten im Jubiläumsjahr 2013 für sieben Wochen die Rathausfassade. Schwegmann führt zudem die Chronik der Hollinger Schützengesellschaft in Wort und Bild.