IMG_2821-4(ms) „…in die Hero-Position… Öi ist die 3, dann kommt Küken….. Üffes und Tanja, Ihr seid alleine die 2… Küken ist nicht mehr die Mitte….“ Die Kommandos von Mareike Klespe passen zu den in einer DIN A5-Kladde aufgeschriebenen, -gezeichneten, irgendwie zu Papier gebrachten Tänzen, – hat bissel was von abhörsicherem Deutsch, – für den Laien unverständlich, die 13 Mädels von IMAGIC jedoch wissen sofort, was gemeint ist, bringen sich in Position und fangen an zu Tanzen, zunächst trocken, dann mit Musik und Tempo.  Was hier mitten in der Gift + Gülle-Saison im Vereinsheim des TSC Young & Old an der Rheiner Straße passiert, ist das, was die Truppe auszeichnet: kurzfristig ist krankheitsbedingt eine Kollegin ausgefallen, die Choreografie der vier Tänze für die letzten verbleibenden GG-Shows muss umgestellt werden.

1992 gegründet, hat die Besetzung stetig gewechselt. Aktuell schwingen hier Nicole Gerling, Anja Austrup, Lena Schnellhardt, Tanja Beuting, Yvonne Baberschke, Marion Brinker, Katrin Ortmeier, Anna Ortmeier, Kerstin Lappe, Nina Thien, Lara Kippenbrock, Nicole Böttger und Mareike Klespe das Tanzbein. 22 Jahre jung ist das Nesthäkchen, ganze 40 Lenze zählt eine Mitstreiterin. Einmal wöchentlich wird trainiert. Jedes Jahr im März wird eine Menge Gehirnschmalz für neue Tänze verwendet. Sobald die Choreografie steht, wird diese dann an zwei Wochenenden eingehämmert, da kommt einem schon mal am Sonntagabend „Footlose“ zum linken und „Atemlos“ zum rechten Ohr wieder raus. In der heißen Phase vor Gift + Gülle, der alternativen Karnevalssitzung im Kreis Steinfurt, wird dann 15 Stunden in der Woche geprobt. Das Ergebnis: die Mädels werden so profession, dass 2010, als bei „Thriller“ mittendrin die Musik aussetzte, trotzdem durchgetanzt wurde, synchron im richtigen Tempo, perfekt, profession, –  a capella-Tanzen quasi.

Was eigentlich jeder schon wusste, hier nur noch der Vollständigkeit halber: IMAGIC ist ein Wortspiel aus „imagine“ (engl. vorstellen) und magic (engl. Magie), – mit Letzterem müssen die zauberhaften Tänzerinnen gemeint sein, die neben Gift + Gülle oder sportissimo auch auf Stadtfesten in Emsdetten und Rheine zu sehen sind, für Firmenjubiläen oder andere Veranstaltungen gebucht werden können. Wichtig ist ihnen dabei, dass stets der Spaß im Vordergrund steht. Deswegen nehmen sie auch nicht an Wettbewerben teil, wenngleich IMAGIC mit ihren nahezu perfekten Choreographien und den für jeden Tanz eigenen aufwändigen Kostümen sicherlich eine gute Figur hinterlassen würde.

Und dann verabschiedet sich „Alles Detten“ auch schon wieder, – im Hintergrund höre ich noch leise die Ansage „…wenn ich rechts sage, müsst Ihr links machen…“, – stimmt, passiert mir beim Tanzen auch immer, aber dann war meistens etwas falsch…… weibliche Logik in Verbindung mit Tänzersprache – faszinierend.

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Manfred Schwegmann, im “richtigen Leben” Buchhalter eines international tätigen Fenster- und Fassadenbauers hier am Ort. Schwegmann war nebenher zwei Jahre als freier Mitarbeiter für die hiesige lokale Tageszeitung aktiv, hat zum 75-jährigen Bestehen der Vereinigten Schützengesellschaften von Emsdetten deren Geschichte zusammen gefasst und in einem Buch veröffentlicht. Neben weiteren kleinen war sein (zumindest in den Ausmaßen) größtes Projekt wohl die Glückwunschkarte zum Stadtjubiläum. 1.620 Portraits Emsdettener Bürger auf einer 163,8 qm großen Karte zierten im Jubiläumsjahr 2013 für sieben Wochen die Rathausfassade. Schwegmann führt zudem die Chronik der Hollinger Schützengesellschaft in Wort und Bild.