Gast-Thomas Wiesner-2100 Tage ist es jetzt her, dass Thomas Wiesner, alias Prinz Thomas II., als glanzvoller Schlusspunkt beim Rosenmontagszug durch Emsdettens Innenstadt den Narren von Dottland zujubelte. 100 Tage ist es jetzt her, dass Thomas Wiesner morgens einen Anruf von seinem 84-jährigen Vater aus Essen erhält, der sich kurzfristig entschlossen hat, doch den Umzug in Emsdetten anzuschauen. Er würde mit der Bahn kommen, um 12:01 Uhr soll der Zug in Emsdetten einlaufen. KGE, Prinz und Elferrat unterbrechen daraufhin das offizielle Programm, gemeinsam mit dem Musikzug der freiwilligen Feuerwehr geht es zum Gleis 2. Als der Zug dann einfährt und Thomas‘ Vater aussteigt, erklingt das Steigerlied – auf „Detten Helau“ um getextet, – ein sehr emotionaler Moment. Auf dem Handy-Video ist der Verlauf der Tränen deutlich erkennbar. Trotz aller Freude stand man aber jetzt vor einer neuen Aufgabe: Wir können den alten Mann nicht alleine durch die Stadt laufen lassen?!? – Anneliese Meyer z. Altenschildesche, Senatorin der KGE, fackelte nicht lange, ließ auf dem Senatorenwagen einen Stuhl montieren und der Bergmann fuhr wenige Meter vor seinem Sohn durch das karnevalistische Emsdetten, – der Stuhl übrigens ist nie richtig warm geworden und in Essen schwärmt der Vater noch heute von seinem Ausflug nach Emsdetten.

Sicherlich Höhepunkte der Session, die allen Beteiligten unvergessen bleiben. „Alles Detten“ ist heute zu Gast bei den Wiesners: Thomas, seiner Frau Mika und den beiden Töchtern Sophie und Mathea, die übrigens beide glaubhaft versichert haben, nicht Stadtprinzessin werden zu wollen. Aber die Fahrt auf dem Prinzenwagen „war schon geil“.  Bei ca. 150 Auftritten erlebt man schon so einiges. Der Besuch des St. Josef-Stiftes bspw. fand ohne Stadtprinz statt, schon Wochen vorher stand fest, dass seine Tolität bei diesem Termin beruflich verhindert ist. Thomas und Mika haben es sich aber nicht nehmen lassen, später, ohne Begleitung der KGE, die Bewohner quasi in „privater Mission“ zu besuchen. Da gibt es ein Schreiben eines Großvaters, der bewundernd davon berichtet, wie sich die Lehrerin seines Enkels für den Karneval einsetzt.

Thomas Wiesner, bislang eigentlich karnevalistischer Laie, zeigt sich schon stark beeindruckt von der Session die er erleben durfte, die Freundlichkeit der Menschen, den unermesslichen Einsatz der vielen Ehrenamtlichen im Hintergrund, der Professionalität der KGE.

Thomas und Mika haben keinen Moment bereut, werden noch heute fast täglich von wildfremden Menschen angesprochen. Sie schwelgen in Erinnerungen, könnten noch endlos weiter erzählen. Bei all dem Stress den die Repräsentationspflichten mit sich bringen, sind die Momente häufig erst anschließend, wenn „der Film innerlich noch einmal abgespult wird“ wirklich zu genießen. Unzählige Orden haben die beiden erhalten, einige bleiben in Erinnerung, weil sie mit viel Liebe zum Detail von Hand gefertigt wurden.

„Aber irgendeinen Makel muss es doch geben?“ – „Alles Detten“ bohrt. Die Zwillinge Sophie und Mathea sind da schnell zur Stelle: „Die waren ständig unterwegs, selten zuhause, das war schon Ka….“ – Familienleben hat tatsächlich nicht mehr stattgefunden. Bei einigen Terminen wie z. B. der Proklamationssitzung, durften die beiden jungen Damen aber dabei sein, das entschädigt dann schon ein wenig.

Die sonst übliche Stunde hat sich hier schnell verdoppelt, – aber es ist nicht langweilig geworden, wer viel erlebt hat, kann auch viel erzählen und so verabschiedet sich „Alles Detten“, spätestens im Karneval 2016 sieht man sich wieder, – als dann alter Prinz hat man schließlich auch noch so einige Aufgaben…..

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Manfred Schwegmann, im “richtigen Leben” Buchhalter eines international tätigen Fenster- und Fassadenbauers hier am Ort. Schwegmann war nebenher zwei Jahre als freier Mitarbeiter für die hiesige lokale Tageszeitung aktiv, hat zum 75-jährigen Bestehen der Vereinigten Schützengesellschaften von Emsdetten deren Geschichte zusammen gefasst und in einem Buch veröffentlicht. Neben weiteren kleinen war sein (zumindest in den Ausmaßen) größtes Projekt wohl die Glückwunschkarte zum Stadtjubiläum. 1.620 Portraits Emsdettener Bürger auf einer 163,8 qm großen Karte zierten im Jubiläumsjahr 2013 für sieben Wochen die Rathausfassade. Schwegmann führt zudem die Chronik der Hollinger Schützengesellschaft in Wort und Bild.