WeßelerUlrich(ms) Einst Volksbank Emsdetten eG, dann kurzzeitig Volksbank Nordmünsterland Mitte und inzwischen VR Bank Kreis Steinfurt. Die Volksbanken in Emsdetten, Rheine, Ibbenbüren und Lengerich haben vor einiger Zeit fusioniert und einer der drei derzeitigen Köpfe im Vorstand ist Ullrich Weßeler. Der 52-jährige Ur-Emsdettener hat seinerzeit bei der SparDa-Bank in Neuenkirchen gelernt, dann ein BWL-Studium absolviert, war zwischenzeitlich für sechs Monate bei einer Bank in England, hat dann hier in einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gearbeitet, war drei Jahre beim Caritasverband in Rheine und fast vier Jahre Geschäftsführer der hiesigen St. Josef-Stiftung. Als dann die Volksbank Emsdetten an ihn herantrat und ihm die Leitung der Kreditabteilung anbot, „das war schon eine schwere Entscheidung“, so der Vater von drei inzwischen auch ausgewachsenen Kindern (die aber allesamt nicht Banker werden wollen).

Der Umbau der Volksbank an der Schulstraße ist äußeres Kennzeichen dessen, was innen passiert. Hatten viele befürchtet, dass die Fusion eine „Übernahme“ durch Rheine bedeutet, müssen eben diese Skeptiker heute feststellen, dass mit dem engagierten Emsdettener in der Führungsspitze der Einsatz für Emsdetten und der Stellenwert im Kreis Steinfurt eher zugenommen hat. Dabei stand der Umbau kurz vor knapp noch auf Messers Schneide, wurde doch von anderer Seite versucht, das ursprüngliche Gebäude aus den 70er Jahren unter Denkmalschutz zu stellen. Der LWL gab aber grünes Licht und so konnte Weßeler nach drei Jahren Planungs- und Bauzeit „Alles Detten“ stolz durch die Räume „seines Babys“ führen. Nach Geschäftsschluss bleibt das Foyer mit den Bankautomaten natürlich geöffnet. Der Bürotrakt wird durch eine Glaswand abgetrennt. Auf dieser Glaswand ist die Skyline Emsdettens mit bekannten, markanten Gebäuden zu sehen. „Verantwortung – Verlässlichkeit – Vertrauen“, das neue Leitbild der VR-Bank, fällt einem sofort ins Auge, wenn man durch die Karusselltür die Bank betritt. Im Gebäude selber finden sich mehrere Beratungsräume. Jeder einzelne benannt und individuell farblich gestaltet. Da gibt es einen, der heißt „Villa Schaub“, der nächste nennt sich „Skater-Park“ (in dem auch tatsächlich ein Skate-Board in der Ecke steht), „Morgentau“ liegt hier ausnahmsweise mal etwas weiter weg von „St. Pankratius“ als im wirklichen Leben. „Deitmars Hof“ darf natürlich nicht fehlen, genauso wenig wie das „Venn“. Dass es in letzterem (um auch hier authentisch zu sein) ziemlich feucht sein soll, ist wohl nur ein Gerücht, die Handwerker haben hier gute Arbeit geleistet.

2.470.000.000,00 € (2,47 Milliarden) Umsatz hat die VR-Bank im Jahre 2014 mit 146.000 Kunden gemacht. 626 Mitarbeiter, davon 69 Auszubildende, in insgesamt 35 Filialen.

Erklärtes Ziel für Ullrich Weßeler und die VR-Bank ist es, in Emsdetten den Mittelstand und Einzelhandel zu stärken, daher auch der besondere Einsatz für das dem neuen Haupteingang gegenüberliegende Areal. „Viele Emsdettener wissen gar nicht, was sie an ihrer Stadt haben.“, weiß Weßeler davon zu erzählen, dass Auswärtige Emsdetten immer wieder in den höchsten Tönen loben, die Emsdettener selber ihre Stadt aber häufig langweilig finden, weil alles schon alltäglich wird. Das in Emsdetten funktionierende Vereinswesen wird in hohem Maße gefördert, nicht nur finanziell sondern auch durch das zur Verfügung stellen von Räumlichkeiten für Sitzungen oder Konferenzen. Insgesamt 650.000,– € sind in 2014 in Spenden und Sponsoring geflossen.

 

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Manfred Schwegmann, im “richtigen Leben” Buchhalter eines international tätigen Fenster- und Fassadenbauers hier am Ort. Schwegmann war nebenher zwei Jahre als freier Mitarbeiter für die hiesige lokale Tageszeitung aktiv, hat zum 75-jährigen Bestehen der Vereinigten Schützengesellschaften von Emsdetten deren Geschichte zusammen gefasst und in einem Buch veröffentlicht. Neben weiteren kleinen war sein (zumindest in den Ausmaßen) größtes Projekt wohl die Glückwunschkarte zum Stadtjubiläum. 1.620 Portraits Emsdettener Bürger auf einer 163,8 qm großen Karte zierten im Jubiläumsjahr 2013 für sieben Wochen die Rathausfassade. Schwegmann führt zudem die Chronik der Hollinger Schützengesellschaft in Wort und Bild.