Eigentlich hatte sich der Stadtelferrat 2018 ja offiziell beim Karnevalsauftakt am Vorabend schon verabschiedet, aber solange aus den närrischen Koalitionsverhandlungen noch keine Nachfolgeregierung hervorgegangen ist, bleiben die Minister mit Michael Wietkamp an der Spitze kommissarisch geschäftsführend tätig. Und das ist gut so, denn was an diesem Morgen im Rathaus abging, war ein erster Höhepunkt in der jetzt nicht mehr aufzuhaltenden Session.

Der Weg zum Rathaus sollte gepflastert werden, die Baustelle wurde eingerichtet, an der Fassade prangerte ein großes Baustellenschild „F+E (Frank + Elke) Gerüstbau“, – wozu bei Pflasterarbeiten allerdings eine Gerüstbaufirma benötigt wird, wird sicherlich ein Geheimnis des selbsternannten Bautrupps bleiben. Schnell wurden Pflastersteine bereitgelegt, Sand als Untergrund, das nötige Werkzeug, Helm und Handschuhe. Prinz Frank I. (vom Fach) gegen Bürgermeister Georg Moenikes (ebenfalls vom Fach – aber einem anderen).

Der Weg ins Rathaus war, auf der einen Seite dann geebnet, – auf der anderen Seite…. vorhanden.

Im Ratssaal gab es das ein oder andere Glas Sekt oder O-Saft aus den Händen zweier reizender Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung – hier ging die Party dann los, zunächst übernahm KGE-Präsident Helmuth Schäckel das Mikro, stellte u. a. auch die Jubelprinzen der Session vor: 10 Jahre Michael und Angi Jürgens (kein Jubiläum im eigentlichen Sinne). Aus den Händen von Bruno Jendraszyk übernahm Heijo I. Tillmann, der vor 25 Jahren mit seiner Frau Barbara Dottland regierte das Jubilarzepter. Dieses Zepter sei, so Bruno I. genau so alt wie er selber, nämlich 70 Jahre. Es seit 1948 für viele Jahrzehnte das Zepter des amtierenden Stadtprinzen gewesen und hat dann für viele Jahre in der Schublade gelegen. Ein historischer karnevalistischer Zeitzeuge. Vor 40 Jahren waren Franz und Hildegard Mersch das oberste Prinzenpaar von Emsdetten.

„Bewahr us oh Hiär“ war die immer wiederkehrende Antwort der Gemeinde im Ratssaal und auf der überfüllten Zuschauertribüne während des plattdeutschen Bittgesangs von Heijo Tillmann, der darüber hinaus noch mit einigen plattdeutschen Verterllsels für Lacher in der Runde sorgte.

Der bereits erwähnte Elferrats-Präsident Michael Wietkamp berichtete dann aus dem Jahr zwischen den Sessionen. Auch hier anschaulich in Wort und Bild und manch ein Elferratsmitglied war hier selbst überrascht, sich in der Form auf der großen Leinwand wieder zu finden.

Für viel Beifall sorgte dann noch die Hitparade (dargestellt von Mitgliedern des Elferrates)mit  Heino, seiner „Schwarzen Barbara“, Nicole brachte „Ein bisschen Frieden“ und „Y M C A“ von Village People ließ insbesonder die Herzen der Damen höher schlagen, als Polizist, Bauarbeiter und Indianer (war in diesem Fall ein Cowboy und die US Army trug die Bundeswehr-Ausgehuniform) plötzlich nur noch in grünen Unterhosen im Rund des Ratssaales standen.

Im Wendekreis der Zapfhähne von Graute Beik dürfte dann noch lange Zeit weiter gefeiert worden sein.

Manfred Schwegmann, im “richtigen Leben” Buchhalter eines international tätigen Fenster- und Fassadenbauers hier am Ort. Schwegmann war nebenher zwei Jahre als freier Mitarbeiter für die hiesige lokale Tageszeitung aktiv, hat zum 75-jährigen Bestehen der Vereinigten Schützengesellschaften von Emsdetten deren Geschichte zusammen gefasst und in einem Buch veröffentlicht. Neben weiteren kleinen war sein (zumindest in den Ausmaßen) größtes Projekt wohl die Glückwunschkarte zum Stadtjubiläum. 1.620 Portraits Emsdettener Bürger auf einer 163,8 qm großen Karte zierten im Jubiläumsjahr 2013 für sieben Wochen die Rathausfassade.