_IGP7014-19(ms) „Dietutnix“, – die wollen nur spielen, – und das haben sie gemacht, mit Bravour! Ob in ständig unterschiedlich gleichbleibender Burka während der Wüsten-WM oder als erstarrt lebendiges Ölgemälde. Ob als Konzertpianistin mit HF-Virus (egal ob Chopin, Ravel oder Liszt, immer wieder schleicht sich Helene Fischer ein), oder als Piroschka (Lilo Pulver lässt grüßen). Und selbst der diktatorische Charme von Hildegarrrd begeistert das Premierenpublikum im ausverkauften Bürgersaal von Stroetmanns Fabrik. „As time goes vorbei“ ist eine Reise durch die Zeit die niemals vergangen ist, weil ja jetzt und Morgen und überhaupt. Hier wird gezei(g)t, wie die ersten Tanzschritte entstanden sind, in einer Zeit, als die Damenmode noch aus Kaninchenfell und Hamster bestand (am Sonntag Eichhörnchen). „Social Freezing“ ist ebenso Thema wie die Senioren, die sich in der Sakristei von St. Pankratius ihr Vereinslogo „aolt aower nich daut“ tättowieren lassen. Susanne Albers, Sabine Hollefeld, Steffi Windhoff, Ingrid Helmer und Heike Knief, fünf Mädels grandios in Szene gesetzt von der Kölner Kabarettistin Ruth Schiffer, gehören eigentlich auf die großen Kleinkunstbühnen dieser Republik. Ein bärenstarkes Programm mit bärenstarken Darstellern, toller Mimik und genialen Texten (kein Wunder eigentlich, ist doch auch die kleine Schwester vom großen Duden Teil der Bühnenshow).

Nach diesem perfekten Start der Tour 2015 dürfte es schwer werden für die annähernd 40 Termine noch Karten zu bekommen, viele Veranstaltungen sind bereits jetzt ausverkauft, häufig gibt es noch Restkarten. Denen, die gestern die Uraufführung dieses „Zeitspiels“ erlebt haben und unbedingt die vielen Feinheiten, die beim ersten Hingucken nicht immer sofort erkannt werden, nochmal erhaschen wollen, sei gesagt: „Lasst den Anderen auch noch eine Chance!“ – Die Veranstaltungstermine und ob noch Karten vorhanden sind, ist auf www.dietutnix.de erfahrbar.

Schade nur, dass bei diesem Programm die Zeit dann doch ganz schnell vorbei war, – man hätte noch stundenlang zuhören können….

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Manfred Schwegmann, im “richtigen Leben” Buchhalter eines international tätigen Fenster- und Fassadenbauers hier am Ort. Schwegmann war nebenher zwei Jahre als freier Mitarbeiter für die hiesige lokale Tageszeitung aktiv, hat zum 75-jährigen Bestehen der Vereinigten Schützengesellschaften von Emsdetten deren Geschichte zusammen gefasst und in einem Buch veröffentlicht. Neben weiteren kleinen war sein (zumindest in den Ausmaßen) größtes Projekt wohl die Glückwunschkarte zum Stadtjubiläum. 1.620 Portraits Emsdettener Bürger auf einer 163,8 qm großen Karte zierten im Jubiläumsjahr 2013 für sieben Wochen die Rathausfassade. Schwegmann führt zudem die Chronik der Hollinger Schützengesellschaft in Wort und Bild.