Wie wir bereits berichtet haben, haben wir aus Emsdetten einen Bus gechartert und die Bürger gebeten, sich dem Aufruf anzuschließen. Am 20.06.1918 um 8.00 Uhr morgens war es also soweit. Der Bus startete in Emsdetten in Richtung Greven um weitere Personen zusteigen zu lassen. Die Gruppe setzte sich zusammen aus Politikern, Bürgern, Vertretern unseres Bündnisses und Angestellten der umliegenden Kliniken. Unser Bündnis war vertreten durch Mitglieder aus Emsdetten, Norden, Emden und Dissen.

Die Stimmung und das Wetter waren gut. Unterwegs wurden viele Gespräche geführt. Ein reger Austausch von Erfahrungen und Erwartungen an diesen Tag fand statt. Bereits im Vorfeld hat ver.di mitgeteilt, dass man sich freue, Organisationen aus der Gesellschaft dabei zu haben, denn der ursprüngliche Zweck diente der Darstellung und Kritik der Situation im Gesundheitswesen.

In Düsseldorf angekommen stießen schnell weitere Mitglieder des Bündnisses zu uns. So etwa VertreterInnen aus Bad Säckingen an der Schweizer Grenze und eine Delegation der Organisation Motherhood e.V..

Vom DGB-Haus in der Nähe des Bahnhofs startete der Demonstrationszug mit ca. 4.000 Teilnehmern in Richtung Medienhafen, wo die Kundgebung stattfand. Die Nicht-Gewerkschaftsorganisationen wurden gebeten, sich auf den ersten paar hundert Metern am Straßenrand zu postieren und sich dann dem Zug anzuschließen. Damit wollte man den Beschäftigten zeigen, dass man sich solidarisch zu ihnen zeigt. Nach ca. 2,5 lauten Kilometern Fußmarsch kamen wir am Medienhafen an und konnten uns von einer guten Organisation seitens ver.di überzeugen. Es wurde Wasser und etwas zum Essen verteilt. Diverse Redner haben auf die Missstände im Gesundheitswesen aufmerksam gemacht und Forderungen in Richtung Politik formuliert.

Nach einiger Zeit wurde bekannt gegeben, dass Herr Spahn und Herr Laumann sich bereit erklärten, zu den Demonstrierenden zu sprechen. Dies hat die Stimmung nochmals angeheizt. Direkt gegenüber, im Hyatt-Hotel, fand die Konferenz der Gesundheitsminister der Länder und des Bundes statt. Dort wurden die Weichen gestellt für die zukünftige Entwicklung im Gesundheitswesen. Es wurde auf der Brücke vom Hyatt zum Medienhafen ein roter Teppich ausgerollt, über den eine Gruppe junger Auszubildender demonstrativ hin und her schritt. Beim Erscheinen der Minister wurde dieser allerdings ebenso demonstrativ wieder eingerollt. Stattdessen musste der Politiker-Tross symbolträchtig über ein Banner laufen, welches eine Bündnis-Kollegin aus Bad Säckingen dabei hatte. Die Aufschrift lautete „Kollaps der Gesundheitsversorgung“.

Die großen Versprechen der Politik waren die Herausnahme der Personalkosten aus den Fallpauschalen um den Krankenhäusern etwas wirtschaftlichen Druck zu nehmen und die Förderung neuer Stellen. Da sich dieser Tag ganz den Belangen der Angestellten und deren brenzlige Situation und Arbeitsbedingungen widmete, sind natürlich einige Themen wie drohende Schließungen vieler Kliniken und die ständig steigende Privatisierungsquote ausgeklammert worden. Nach der Kundgebung ging es zurück zu den Bussen und wir starteten sofort Richtung Heimat.

Nach so einem anstrengenden Tag war der Geräuschpegel erwartungsgemäß etwas niedriger als auf der Hinfahrt. Bedanken wollen wir uns gerne noch bei der Firma Emsdettener Busreisen, die uns bei der Organisation sehr unterstützt hat.

(Quelle: Text-Hubert Haverkamp, „Bündnis pro Krankenhäuser wohnortnah“)

...ist gebürtiger Emsdettener und arbeitet hauptberuflich als Dipl.-Sozialpädagoge. In seiner Freizeit fotografiert er gern, sein Schwerpunkt liegt im Bereich der Eventfotografie. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Fotografie in der Zeit der blauen Stunde. Im November 2013 initiierte Shajek das Projekt “Emsdetten fotografiert”, welches ebenfalls auf Facebook zu finden ist. Mit “Alles Detten” verwirklicht er nun ein nächstes Projekt, motiviert und inspiriert durch befreundete Fotografen, die das Projekt “Alles Münster” betreiben.