2015-04-01_Bundesfreiwilligendienst_quer(1)-1„Zu den regelmäßigen Fahrgästen entstehen schnell Bindungen“, weiß Leon Helming. Durch seinen Vater ist der 19-Jährige auf den Bundesfreiwilligendienst bei den Maltesern aufmerksam geworden, fährt nun schon eine ganze Weile im Behindertenfahrdienst. Dabei trifft er gleichermaßen auf kleine Kinder, die an den Rollstuhl angewiesen sind, wie auf ältere Menschen, die einfach schlecht zu Fuß sind. „Mit denen kommt man schnell ins Gespräch. Man kennt und schätzt sich“, erklärt der Bundesfreiwilligendienstleistende (kurz: „Bufdi“). Aber warum entscheidet man sich für den Bundesfreiwilligendienst? Helming: „Ich wollte mich nach meinem Abitur nicht direkt ins Chemie-Studium stürzen. Da kam der Bundesfreiwilligendienst genau richtig. Das tolle ist, dass man hier viele Menschen kennen lernt“. Im Sommer endet sein Orientierungsjahr, dann bekommt der Nächste seine Chance. Der muss aber nicht unbedingt frischer Schulabgänger sein. „Auch ältere Semester sind bei uns herzliche willkommen“, erklärt Dienststellenleiter Willi Colmer, der sich mit den Bewerbern beschäftigt.

Vom „Bufdi“ zur stellvertretenden Dienststellenleiterin
Vielfach habe sich bestätigt, dass die Malteser von der Lebenserfahrung älterer Anwerber nur profitieren können. „BFD Ü27“ nennt sich dieses Angebot, in dem sich Menschen etwa nach ihrem Arbeitsleben oder nach der Kindererziehung sozial engagieren, oder sich einfach beruflich neu orientieren können. Dietlinde Bennemann (54) hat diese Chance vor zwei Jahren genutzt. Heute sitzt sie als stellvertretende Dienststellenleiterin im Büro an der Amtmann-Schipper-Straße. Während ihrer „Bufdi“-Zeit bekam sie das Jobangebot und zögerte nicht lange. Geblieben ist sie aber nicht nur des Geldes wegen. „Hier bin ich einfach in einer tollen Gemeinschaft“, schwärmt die gelernte Buchhändlerin. Als Ausgleich zum Büroalltag engagiert sich Bennemann seitdem auch ehrenamtlich im Leitungsteam der integrativen Seniorengruppen, nimmt an Sanitätsdiensten teil und ist auch im Kreise der Malteser Jugend ein gern gesehener Gast.

Neugier und Sozialkompetenz
Eingeführt wurde der Bundesfreiwilligendienst zum 1. Juli 2011 als Ersatz für den Zivildienst. Leon Helming ist bereits der 5. „Bufdi“ bei den Maltesern in Emsdetten. Anders als das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) ist der Bundesfreiwilligendienst nicht altersbeschränkt. „Bufdis“ bekommen eine monatliche Vergütung und die Möglichkeit, Aus- und Fortbildungsangebote der Malteser zu nutzen. Auch Menschen, die aktuell ohne eine Beschäftigung sind, kommen als Anwerber in Frage, sie müssen nur eines mitbringen: einen PKW-Führerschein, mindestens 20,5 Wochenstunden Zeit und eine hohe Sozialkompetenz für die Arbeit mit alten und behinderten Menschen.

 

Jetzt bewerben! Die Malteser haben zum nächst möglichen Termin, spätestens aber zum 1. August eine neue Stelle im Bereich des Bundesfreiwilligendienstes frei. Bewerber sollten mindestens 19 Jahre alt sein, damit sie im Behindertenfahrdienst eingesetzt werden können. Bewerbungen und Informationen unter Tel. (02572) 4025.

(Quelle: Malteser Hilfsdienst e.V. – Stadtverband Emsdetten)

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…ist gebürtiger Emsdettener und arbeitet hauptberuflich als Dipl.-Sozialpädagoge.

In seiner Freizeit fotografiert er gern, sein Schwerpunkt liegt im Bereich der Eventfotografie. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Fotografie in der Zeit der blauen Stunde. Im November 2013 initiierte Shajek das Projekt “Emsdetten fotografiert”, welches ebenfalls auf Facebook zu finden ist. Mit “Alles Detten” verwirklicht er nun ein nächstes Projekt, motiviert und inspiriert durch befreundete Fotografen, die das Projekt “Alles Münster” betreiben.