Zu Beginn wissen sie noch nicht wirklich, was sie erwartet, sind gespannt, neugierig. Etwa 30 ausgesuchte Gäste eines Wohnzimmerkonzertes der besonderen Art. Das Besondere daran: jeder bringt sich seinen eigenen Stuhl mit (daher „chair“) und an diesem Abend werden Geschichten auf zweierlei Weise erzählt („tell“). Und charity-Charakter bekommt das Ganze, weil kein Eintritt genommen, aber am Ende für ein Projekt eines der beiden vortragenden Künstler gesammelt wird, – dazu später. Und das „Wohnzimmer“ ist ein Schuhhaus – aber trotzdem eine sehr persönliche, fast schon intime Atmosphäre.

Birgit Hunnekuhl, in Emsdetten und über Detten’s Grenzen hinaus bekannte Märchenerzählerin lässt ihre Klangschale ertönen und zieht die Zuhörer in ihren Bann, erzählt Geschichten aus dem Orient. Märchen sind immer wieder ein Spiegel, man erkennt sich selber wieder und auch immer wieder neu. Das ursprünglich von ihr geplante Programm wird ganz kurzfristig geändert, sie lässt sich inspirieren von den Liedbeiträgen von Ivan „Lobo“ Fernandez aus Mexico. „Lobo“ ist seit einigen Jahren auch Gast bei „Detten rockt“, möchte in seiner Heimat gerne ein ähnliches Festival gegen Rassismus auf die Beine stellen, denn das ist auch in Südamerika ein Problem.

Bereits im frühen Kindesalter beherrschte er die sechs Saiten seiner Gitarre, die Fertigkeiten heute begeistern den Zuhörer. „Manchmal habe ich Leere“, so der Hobby-Musiker und Songwriter, „aber wenn mir wieder eine Idee kommt, dann muss ich schreiben, schreiben, schreiben“ So sind schon einige Lieder von ihm entstanden und sie alle handeln von Liebe, Leidenschaft. Er fordert seine Zuhörer auf, die Augen zu schließen. Und auch wenn diese die spanische Sprache nicht verstehen, so fühlen sie die Welle der Emotionen, die überschwappt. Love is in the Air, – es knistert.

In den Stuhlreihen wippen die Füße, sieht man entfesselte Gesichter, die sowohl bei den Lied- als auch bei den Wortbeiträgen sich für kurze Zeit in einer Traumwelt befinden.

Die gespannte Ungewissheit zu Beginn hat sich schnell zu entspannter Begeisterung gewandelt und so wurden die Besucher nach knapp zwei Stunden wieder entlassen, Stuhl unter den Arm geklemmt, ein kurzer Halt an der Spendenbox in die dunkle Nacht, die fast eine Open-Air-Veranstaltung möglich gemacht hätte.

 

Print Friendly, PDF & Email
TEILEN

Manfred Schwegmann, im “richtigen Leben” Buchhalter eines international tätigen Fenster- und Fassadenbauers hier am Ort. Schwegmann war nebenher zwei Jahre als freier Mitarbeiter für die hiesige lokale Tageszeitung aktiv, hat zum 75-jährigen Bestehen der Vereinigten Schützengesellschaften von Emsdetten deren Geschichte zusammen gefasst und in einem Buch veröffentlicht.

Neben weiteren kleinen war sein (zumindest in den Ausmaßen) größtes Projekt wohl die Glückwunschkarte zum Stadtjubiläum. 1.620 Portraits Emsdettener Bürger auf einer 163,8 qm großen Karte zierten im Jubiläumsjahr 2013 für sieben Wochen die Rathausfassade. Schwegmann führt zudem die Chronik der Hollinger Schützengesellschaft in Wort und Bild.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.