IMG_2269(ms) Caspar, Melchior und Balthasar heißen eigentlich Lena, Luise, Anna Katharina, Mats, Benno oder Andre und sie laufen in diesen Tagen gleich in 200-facher Ausfertigung durch die Straßen von Emsdetten. Etwa die Hälfte von ihnen fand sich am Samstag um neun Uhr in St. Pankratius ein.

In einer kurzen Aussegnungsfeier wurde durch Kaplan Drüing nochmal zusammengefasst, was sie alle schon in der Vorbereitungszeit gelernt hatten: Christus der Herr ist Euch geboren. Die drei Weisen aus dem Morgenland folgten dem Stern und fanden den Heiland. Zugegeben, der Stern muss heuer selber getragen werden und wird bei Temperaturen knapp über Null Grad schon nach einigen Häusern recht schwer. Glücklich, wer jetzt in der Innenstadt unterwegs ist und sich in den Geschäften aufwärmen kann, aber auch in den Baugebieten dürfen die Kinder immer häufiger ins Haus und ab und zu gibt es sogar mal einen heißen Kakao. Ein kurzer Blick auf die Straßenkarte und schon geht es weiter, zwischendurch ein stärkendes Mittagessen und am späten Nachmittag ist dann hoffentlich das Pensum geschafft. Ein anstrengender Tag, der den kleinen Majestäten aber auch ordentlich versüßt wird, – im wahrsten Sinne des Wortes.

„Segen bringen, Segen sein!“, so das Motto. „Stern über Betlehem“, so eines der Lieder, – denn Dank eines mitgeführten Liederzettels sind die Könige flexibel, variieren schon mal von Haus zu Haus. Und schlussendlich der Schriftzug „20 + C + M + B + 15“, wahlweise mit Kreide oder als Aufkleber. Christus Mansionem Benedicat = Christus möge das Haus segnen. Sie wissen nicht nur diese Botschaft spontan zu erklären, sondern wissen auch ganz genau, was mit dem Geld passiert, das auf diese Weise gesammelt wird. Hungernde Kinder auf den Phillipinen werden in diesem Jahr unterstützt, in Hollingen geht ein Teil des Erlöses an das Projekt „Father Christopher“ und in Ahlintel werden zwei aus der Gemeinde stammende Ordensschwestern bedacht. Die Spendendosen füllen sich schon bald. „Am besten ist immer Papiergeld, dann wird die Büchse nicht so schwer.“ „Jeder gibt halt das, was er hat, man muss für jede Spende dankbar sein.“ – wird Melchior von Balthasar korrigiert. „Aber wenn’s nicht so schwer ist, ist schon cool.“

Wieviel die diesjährige Sternsingeraktion am Ende eingebracht hat, werden wir dann im Laufe der Woche an dieser Stelle veröffentlichen.

(Text & Fotos: MS)

 

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Manfred Schwegmann, im “richtigen Leben” Buchhalter eines international tätigen Fenster- und Fassadenbauers hier am Ort. Schwegmann war nebenher zwei Jahre als freier Mitarbeiter für die hiesige lokale Tageszeitung aktiv, hat zum 75-jährigen Bestehen der Vereinigten Schützengesellschaften von Emsdetten deren Geschichte zusammen gefasst und in einem Buch veröffentlicht. Neben weiteren kleinen war sein (zumindest in den Ausmaßen) größtes Projekt wohl die Glückwunschkarte zum Stadtjubiläum. 1.620 Portraits Emsdettener Bürger auf einer 163,8 qm großen Karte zierten im Jubiläumsjahr 2013 für sieben Wochen die Rathausfassade. Schwegmann führt zudem die Chronik der Hollinger Schützengesellschaft in Wort und Bild.