Nun ist es raus, das lange gehütete Geheimnis der drei Jury-Mitglieder die den Karnevalsumzug 2017 zu bewerten hatten. Zusammen mit einem „Alles Detten“-Fotografen hatten sie am Rosenmontag von einem Balkon aus beste Sicht auf das Geschehen auf der Straße. Aus dieser Perspektive kann man die Narrenschiffe ganz anders auf sich einwirken lassen, fahren sie, unten an der Straße stehend, doch häufig viel zu nah an einem vorbei um das Fahrzeug wirklich als Einheit erkennen und zuordnen zu können. „Die Qualität hat in den vergangenen drei Jahren erheblich zugenommen.“ so die Juroren.

Gewonnen haben die Lehmkuhler, deren Fahrzeug mit modellierten Figuren bestückt war, – Biene Maja und ihre Freunde waren zudem noch durch Motorantrieb bewegt. Die Pilze der Berger Schützengesellschaft sowie die Austumer Pokémons fanden sich auf den weiteren Plätzen. Ein sicheres Zeichen dafür, dass wieder mehr auf Farbe denn auf politisch aktuelle Themen gesetzt wird.

Beim Gesamtbild der Gesellschaften konnten sich die Kolpinger durchsetzen, dicht gefolgt vom Täötenclub und den Westumern.

Eben dieser Rosenmontagszug war dann auch Hauptthema der am Freitag stattgefundenen Manöverkritik der KGE. Der Präsident Helmuth Schäckel begrüßte einen stramm gefüllten Saal, hieß einige Persönlichkeiten besonders willkommen und startete sogleich in die Nachlese. Akustikprobleme bei der Proklamationssitzung wurden angesprochen, eine Anfrage, ob man nicht grundsätzlich die Gesellschaft, welche den Stadtprinzen stellt, zentraler setzen kann fand allgemeinen Zuspruch, weitere Termine konnte man anstandslos durchwinken, – halt nur nicht einige Vorkommnisse am Rande des Rosenmontagszuges.

Nach den Erfahrungen der Vorjahre, hatte man die Streckenposten von DRK und MHD reduziert und sich mit den Sanitätsdiensten nur noch auf den tatsächlichen Kern der Innenstadt beschränkt. Diese, auch in Absprache mit der Polizei getroffene Absprache, erwies sich als richtig. Es kam insgesamt zu 28 Einsätzen, „Hilfestellungen“. Sechs mal musste dabei ein Rettungswagen eingesetzt werden, bei zwei Transporten handelte es sich um übermäßig alkoholisierte Jugendliche. Schwerpunkt der Einsätze war dabei ganz klar die Bahnhofstraße, auf der recht ausgelassen gefeiert wurde. Trotz erhöhtem Einsatz uniformierter, wie auch ziviler Polizeikräfte sah der Straßenzug am Ende aus, wie nach einem „Bombeneinschlag“. Die vielen Scherben machten nicht nur einigen Fahrzeugen zu schaffen. In welcher Form hier in den nächsten Jahren für Abhilfe gesorgt werden kann, damit wird man sich in den kommenden Wochen auseinandersetzen um dann beim Rosenmontagszug 2018, der bereits Anfang Februar ist, ein greifendes Konzept vorzuweisen.

Die nächste Session ist also wieder eine kurze Session, – aber bevor die Gedanken sich damit befassen, sollte der amtierende Stadtprinz Rainer I. Müllmann das Schlusswort haben, die Session 2017 nun endgültig abschließen.

„Es war die beste Entscheidung unseres Lebens.“ überbrachte Rainer auch die Grüße seiner Frau, Prinzessin Petra IV. Er berichtete sichtlich beeindruckt über einige karnevalistische Höhepunkte und die vielen Kleinigkeiten die er bei den Besuchen und Empfängen erleben durfte.

Bereits seit 1982 fertigt Karl-Heinz Helmers alljährlich ein Video des Rosenmontagszuges an. Auch heuer konnte er einen einstündigen Zusammenschnitt des „Lindwurms der Freude 2017“ präsentieren. Die DVD kann bei ihm käuflich erworben werden.

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Manfred Schwegmann, im “richtigen Leben” Buchhalter eines international tätigen Fenster- und Fassadenbauers hier am Ort. Schwegmann war nebenher zwei Jahre als freier Mitarbeiter für die hiesige lokale Tageszeitung aktiv, hat zum 75-jährigen Bestehen der Vereinigten Schützengesellschaften von Emsdetten deren Geschichte zusammen gefasst und in einem Buch veröffentlicht. Neben weiteren kleinen war sein (zumindest in den Ausmaßen) größtes Projekt wohl die Glückwunschkarte zum Stadtjubiläum. 1.620 Portraits Emsdettener Bürger auf einer 163,8 qm großen Karte zierten im Jubiläumsjahr 2013 für sieben Wochen die Rathausfassade. Schwegmann führt zudem die Chronik der Hollinger Schützengesellschaft in Wort und Bild.

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