IMG_37702 x das Viertelfinale erreicht (Deutschland + Polen), alte Kontakte gepflegt, neue geknüpft, Temperaturen weit über 30°C aber auch Gewitter mit stark anhaltendem Regen, Jubiläumsfeierlichkeiten mit erlesenem Rahmenprogramm, eine vom Städtepartnerschaftsverein vorbildlich organisierte Tour und ein Emsdettener Bürgermeister der mit einer polnischen Rede überrascht, – das dürften die Attribute sein, unter denen die gut 140 Emsdettener Teilnehmer der Chojnice-Tage 2016 das vergangene Wochenende in Erinnerung behalten werden.

Der Städtepartnerschaftssverein hat dabei mit über 80 Personen zunächst Posen angesteuert, konnte dort an einer Stadtführung teilnehmen und besichtigte am anderen Morgen den Dom, in dem noch ein Hauch von Papst Johannes Paul II. gegenwärtig war.

In Chojnice angekommen, wurde eingecheckt und dann ging es auch schon weiter zum Charzykowy-See, in jedem Jahr Anlaufpunkt für ein Grillfest der besonderen Art. Bei polnischen Spezialitäten vom heißen Rost, polnischen Seemannsliedern und natürlich dem ein oder anderen „Piwo“ (polnisch für Bier), ging die Zeit viel zu schnell vorbei. Am Sonntag stand dann noch eine ganztägige Fahrt nach Thorn an.

Der Städtepartnerschaftsverein war natürlich wieder, wie auch erstmalig der Emsdettener Verkehrsverein, mit einem Stand auf dem Johanni-Markt vertreten. Brigitte Lohmann bot mit ihren Mitstreitern frische Waffeln an. Aufgrund der unmenschlich hohen Hitze war die Veranstaltung am Nachmittag nicht ganz so gut besucht, wie in den Vorjahren, vor diesem Hintergrund sind die Verantwortlichen aber am Ende doch zufrieden. Die Erlöse aus Waffeln, Kleidungsstücken und auch dem Verkauf von selbstgebastelten Deko-Artikeln oder von Emsdettener Unternehmen gespendeten Artikeln werden der Jugendarbeit in Chojnice zur Verfügung gestellt.

Am 16. April 1996, also vor jetzt 20 Jahren, haben Andrzej Gasiorowski und Anneliese Meyer zur Altenschildesche als jeweilige Bürgermeister der Städte Chojnice in Polen und Emsdetten in Deutschland eine Urkunde unterzeichnet, mit der die offizielle Städtepartnerschaft besiegelt wurde. Diese Urkunde und der damit verbundene unbedingte Wille, diese Partnerschaft auch weiterhin aufrecht zu erhalten und zu fördern, wurde jetzt in Chojnice erneuert, am 23. September 2016 wird die Unterzeichnung in Emsdetten stattfinden. Vor der feierlichen Signatur ging Bürgermeister Arseniusz Finster auf den europäischen Gedanken ein, hob besonders Lech Walesa und Papst Johannes Paul II. hervor, welche große Wegbereiter der europäischen Einheit waren.

Emsdettens Bürgermeister Georg Moenikes ging in seiner Rede, die er übrigens zumindest in den Anfängen zweisprachig hielt und damit große Anerkennung fand, auf die persönlichen Beziehungen ein, welche während der vergangenen 20 Jahren entstanden sind, nahm Bezug auf die vielen Aktivitäten mit denen sich die Vereine der beiden Partnerstädte regelmäßig austauschen. Moenikes scheute aber auch nicht davor, Kritik an der derzeitigen Haltung Polens in der Flüchtlingsfrage zu äußern.

Nach insgesamt 18 Stunden Fahrtzeit, davon sechs Stunden vor Berlin gefühlter Stillstand im Stau, erreichten die Musiker von „Tiny Turner“  arg verspätet ihr Hotel in Chojnice.  Doch diese Truppe kann nichts erschüttern, – auch nicht, wenn nach einem spontan geplantem Foto auf dem Balkon des Rathauses anschließend die Tür verschlossen ist, Joschy Wolters mit seinen Mannen eingeschlossen ist und zu allem Überfluss dann auch noch die Alarmanlage aktiv wird. Tiny Turner, Emsdettener Urgesteine, Emsdettener Stimmungsgaranten, Emsdettener Geschenk an Chojnice aus Anlass des 20-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft.

Der für 18 Uhr geplante Auftritt verschiebt sich um eine Stunde, nach dem vierten Stück müssen sie wegen einsetzendem Gewitter und starken Regenfällen fluchtartig die Bühne verlassen. All diese Missstände, die manch anderen an den Rand der Verzweiflung gebracht hätten, schienen Tiny Turner geradezu zu motivieren, denn nach den 15 Minuten Zwangspause rockten sie die Bühne, brachten das Publikum, welches ja eigentlich auf den polinischen Superstar warteten, welcher Polen beim letzten Eurovision Song Contest vertreten hat, so richtig in Wallung. Die ältere Generation konnte gar bei den Hits aus den 70ern mitsingen und die Teenies in der ersten Reihe mussten feststellen, dass ABBA, Sweet und Smokie gar nicht mal so schlecht sind….

Die anschließende Party war ein Paradebeispiel dessen, was fröhliches lockeres Miteinander bedeutet. Bis tief in die Nacht wurde auf dem „Alter Markt“ Surtaki getanzt, der Platz in einer Polonaise „erfahren“, – friedlich gefeiert. Ein bleibender Eindruck der frohen Mutes in die Zukunft blicken lässt.

 

 

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Manfred Schwegmann, im “richtigen Leben” Buchhalter eines international tätigen Fenster- und Fassadenbauers hier am Ort. Schwegmann war nebenher zwei Jahre als freier Mitarbeiter für die hiesige lokale Tageszeitung aktiv, hat zum 75-jährigen Bestehen der Vereinigten Schützengesellschaften von Emsdetten deren Geschichte zusammen gefasst und in einem Buch veröffentlicht.

Neben weiteren kleinen war sein (zumindest in den Ausmaßen) größtes Projekt wohl die Glückwunschkarte zum Stadtjubiläum. 1.620 Portraits Emsdettener Bürger auf einer 163,8 qm großen Karte zierten im Jubiläumsjahr 2013 für sieben Wochen die Rathausfassade. Schwegmann führt zudem die Chronik der Hollinger Schützengesellschaft in Wort und Bild.