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(ms) Wer hätte gedacht, dass bei diesem sportlichen Großereignis einmal der Sport nicht im Vordergrund steht, aber dennoch mehrere Hundert Zuschauer, Helfer und gerade im näheren Umfeld sich befindlichen Athleten in frenetischen Applaus und Jubelschreie verfallen? – Antwort: Martijn Dresen! Der in England lebende Niederländer brachte es nach 30 Stunden, 58 Minuten und sieben Sekunden, nach 7,6 km Schwimmen, 360 km Radfahren und 84 km Laufen mit zittriger Stimme noch fertig, sich über die große Lautsprecheranlage bei den Zuschauern zu bedanken, ganz besonders aber bei seinem Betreuerteam, ohne die eine solche Leistung nicht möglich gewesen wäre – und was dann kommt, hätte kein Drehbuchautor dieser Welt besser hinbekommen: Martijn ging vor seiner Freundin Stephanie auf die Knie, packte einen Ring aus, teilte ihr mit, dass er sein Glück künftig mit ihr teilen wolle und fragte in englischer Sprache, ob sie ihn denn heiraten wolle… Yes war die Antwort, die beiden fielen sich in die Arme und im Publikum dürfte sicherlich auch die ein oder andere Träne der Rührung geflossen sein.

Für den Emsdettener Guido Bünker war es der erste Double Ultra Triathlon, nie zuvor hatte er eine auch nur annähernd vergleichbare Strecke in der Kombination dieser drei Disziplinen gemeistert. Am Freitag sagte er noch: „Mein Ziel ist das Ziel, – wenn ich fünf Minuten vor Ablauf des Zeitlimits ankomme, habe ich alles erreicht, was ich erreichen möchte!“ An dieser Stelle sei verraten, er hat noch mehr erreicht, ging bereits zwei Stunden vor „Deadline“ über die Ziellinie. Noch in der Nacht hat es bei Guido gar nicht gut ausgesehen. Die Erschöpfung, die nachlassenden Kräfte waren deutlich spürbar. Es war gar von Aufgabe die Rede. Eine kurze Ruhepause, ein Gespräch mit den richtigen Leuten haben dann dafür gesorgt, dass Guido nur wenige Stunden später die Deutschlandfahne in Empfang nehmen konnte und in die letzte Runde geschickt wurde. Beeindruckend, wie ihn in dieser Runde alle gerade frei verfügbaren Helfer in ihren blauen Shirts sowie die LGE-Mitglieder ins Ziel begleiteten. Mit Startnummer 34 am Ende auch auf Rang 34, – mit einer Endzeit von knapp 32 Stunden eine fantastische Leistung.

IMG_9397Am Freitag sagte er noch „Ich bin doch nicht hier, um mich kaputt zu machen, ich bin hier um Spaß zu haben!“ Und genau diese Strategie hat er umgesetzt, Steffen Schelenz, gleich mehrfacher Tripple-Triathlet, war heute mal auf der „Kurzstrecke“ unterwegs.. Während die anderen Athleten durch unterstützende Worte vom Publikum motiviert wurden, hat Steffen bei jedem Durchlauf die Zaungäste zur Laola animiert. Und als er dann schließlich nach 32,5 Stunden die Ziellinie überschreitet, ist ihm dieser Spaß immer noch anzusehen, – ein großartiger Sportler.

Dann war da noch Detlef Gräwe, der schnell zum Publikumsliebling avancierte. Der 62-jährig mit seinen orthopädischen Laufschuhen und einen eher unorthodoxen Laufstil machte eigentlich schon ziemlich frühzeitig den Eindruck,  als würde das Ziel für ihn in unerreichbare Ferne rücken. Gräwe beendete die letzte Runde nach 32 Stunden, 21 Minuten und 56 Sekunden begleitet von der Jugendabteilung der LGE.

Der Double Ultra Triahtlon Germany 2015 in Emsdetten war ein absolutes sportliches Großereignis. Ein Großereignis, das in Summe über 150 Namen hatte, die Namen all derer nämlich, die durch ihren Einsatz das Geschehene erst möglich machten. Hier sind die Rundenzähler genau so wichtig wie der Vorsitzende des Orga-Teams, die fachkundige Moderation, die Betreuung der Athleten, das Küsschen für die Finisher im Zielraum…. alle können hier nicht genannt werden, die aber dennoch genannten sind keinesfalls hervorgehoben. Die Vorbereitungen für den DUT 2017 können beruhigt in Angriff genommen werden. Danke der LGE für dieses Highlight im Emsdettener Veransttaltungskalender.

 

 

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Manfred Schwegmann, im “richtigen Leben” Buchhalter eines international tätigen Fenster- und Fassadenbauers hier am Ort. Schwegmann war nebenher zwei Jahre als freier Mitarbeiter für die hiesige lokale Tageszeitung aktiv, hat zum 75-jährigen Bestehen der Vereinigten Schützengesellschaften von Emsdetten deren Geschichte zusammen gefasst und in einem Buch veröffentlicht.

Neben weiteren kleinen war sein (zumindest in den Ausmaßen) größtes Projekt wohl die Glückwunschkarte zum Stadtjubiläum. 1.620 Portraits Emsdettener Bürger auf einer 163,8 qm großen Karte zierten im Jubiläumsjahr 2013 für sieben Wochen die Rathausfassade. Schwegmann führt zudem die Chronik der Hollinger Schützengesellschaft in Wort und Bild.