„Lange Nacht“ in der Innenstadt von Emsdetten, – die Nacht an der Blumenstraße war länger, – und doch irgendwie nicht so lang, weil es wurde ja ein Weltrekord. Weltrekord beim 3. Double Ultra Triathlon Germany 2017 in Emsdetten. Für die gesamte Veranstaltung ein Superlativ zu finden, fällt schwer, das gibt selbst unsere vielseitige deutsche Sprache nicht her. Die Arbeit des 15-köpfigen Orga-Teams rund um Dirk Magnus war detailverliebt, nahezu perfekt und ließ dennoch oder gerade weil so  „alles-abdeckend“ ausreichend Spielraum für flexibles Einschreiten. Die rund 150 Helfer waren mit soviel Herzblut und Verantwortungsgefühl dabei, richteten sich auf ihren Streckenposten häuslich ein, sorgten auf der Rad- und Laufdistanz für Stimmung, gaben den Sportlern die notwendige Motivation, – sorgten aber auch dafür, dass die Veranstaltung korrekt dokumentiert wurde, führten Strichlisten, wenn ein Athlet den Punkt passierte. Sprachen die Sportler aus 17 Nationen mit Vornamen an, was den Athleten wiederum ein ungeheuer motivierendes Gefühl der Wertschätzung gab.

Ein über den gesamten Zeitraum stimmungsvolles Publikum, welches der Leistung eines jeden einzelnen Extremsportlers respektvoll entgegentrat. Die Leistung der Extremsportler eigentlich unmenschlich und dennoch erkannten die Laien, dass es möglich ist. Zwar ging es dabei häufig an die körperlichen Grenzen, die mentale Stärke der Athleten und auch der äußere Einfluss, für den eben vielfach das Publikum verantwortlich zeigte, waren ausschlaggebend dafür, dass von den 59 Startern am Ende tatsächlich 55 das Ziel erreicht haben.

Ein einziger Kritikpunkt bleibt, den haben sich allerdings verantwortungslose Verkehrsteilnehmer auf die Fahnen zu schreiben. Für die Dauer des Wettkampfes waren einige Straßenzüge gesperrt, die Sperrung war genehmigt, die Sperrung war angekündigt, die Sperrung war für jedermann gut sichtbar. Sich trotzdem darüber hinwegzusetzen, Schilder und Sperrböcke beiseite zu räumen, um sich so die Durchfahrt zu ermöglichen und dann auch noch offen zu lassen, Helfer auf übelste Weise zu beschimpfen und bedrohen, geht weit über den Status der „bodenlosen Frechheit“ hinaus. Hierbei dürfte es sich eindeutig um die Missachtung einer Anordnung handeln, verkehrsrechtlich möglicherweise eine Ordnungswidrigkeit, noch viel schlimmer aber werden mit dieser Aktion die Sportler, das Helferpersonal und letztlich auch jeder selber unnötig gefährdet. Gerade in Zeiten, in denen andernorts bei derartigen Großveranstaltungen LKW-Sperren aufgebaut werden, sollte gesunder Menschenverstand ausreichen, auch hier das nötige Fingerspitzengefühl aufzubringen.

Der Double Ultra Triathlon in Emsdetten hat sich nach seiner ausschließlich technischen Panne bei der Auftaktveranstaltung 2013 zu einem sportlichen Event der Extraklasse mit weltweiter Anerkennung gemausert. Die IUTA, der Weltverband der Ultra-Sportler kann an Emsdetten nicht mehr vorbeisehen. Warum nicht mal eine Europa- oder gar Weltmeisterschaft ins Münsterland, nach Emsdetten?

Wir haben hier nur einen kleinen Anteil der großen Helferschar herausgepickt:

 

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Manfred Schwegmann, im “richtigen Leben” Buchhalter eines international tätigen Fenster- und Fassadenbauers hier am Ort. Schwegmann war nebenher zwei Jahre als freier Mitarbeiter für die hiesige lokale Tageszeitung aktiv, hat zum 75-jährigen Bestehen der Vereinigten Schützengesellschaften von Emsdetten deren Geschichte zusammen gefasst und in einem Buch veröffentlicht. Neben weiteren kleinen war sein (zumindest in den Ausmaßen) größtes Projekt wohl die Glückwunschkarte zum Stadtjubiläum. 1.620 Portraits Emsdettener Bürger auf einer 163,8 qm großen Karte zierten im Jubiläumsjahr 2013 für sieben Wochen die Rathausfassade. Schwegmann führt zudem die Chronik der Hollinger Schützengesellschaft in Wort und Bild.

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