„Sie dürfen hier nicht stehen!“
„Gehen sie weiter!“
„Sie blockieren den Durchgang!“

Es war eine schwierige Aufgabe, die der für die Security zuständige Mitarbeiter, offensichtlich engagiert von den Strothmanns, zu leisten hatte. Schon um 9:00h am Morgen war der Besuch auf dem jährlichen Dettener Flohmarkt beachtlich und schließlich war die Aufsichtsperson allein für den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung verantwortlich. Und dann noch die Vielfalt der Aufgaben:

„Funktionieren die Bremsen?“

Auch für Verkehrsangelegenheiten – eigentlich die Domäne der Polizei – musste er sich einsetzen, manche Kinder kamen halt nicht zu Fuß in Deitmars Park und die Sicherheit muss ja gewährleistet sein, bei diesem Ansturm.

„Warum ist hier keine Lücke zwischen den Tischen?“

Schnell stellte sich heraus: die gehören zusammen, die Tische, wie die Menschen dahinter, die sind eine Familie. Da musste schnell auch noch demonstriert werden, wie man dies auch nach außen darstellt: Einen großen Kreis bilden, an den Händen fassen und lautstark deklamieren: wir sind eine Familie.

„Na also: geht doch!“

Hätte er auch noch die Waren auf den Tischen inspiziert, seine Aufgabe wäre ins unendliche gewachsen, aber da hat er sich zurückgehalten, der Mann von der Security. Das machten dann die Besucher: „Diese Reggae-Platten sind entschieden zu preiswert; da musst du die Preise höher setzen!“ Gut das es Experten gibt.

Schwieriger zu verstehen waren zwei Neandertaler, einer auf einem überdimensionalen Holzfahrrad, Sprache hat sich halt verändert. Von Grunzlauten aus alter Zeit zu wohl verständlichen Ansagen von der Sekurit. Nur die Bremsen am Holzfahrrad wurden nicht beanstandet. Naja, bei den übergroßen Füssen der Fellmenschen wahrscheinlich auch nicht notwendig. Aber auch die Urmenschen schafften es, sich verständlich zu machen, mit Grunzen, Umarmungen, Grimassen. Sie waren umlagert, von Händlern und Besuchern.

„Trödel trifft Theater“, das Motto des neu konzeptionierten Flohmarkts in Emsdetten. Zum ersten Mal im Park von Hof Deitmar. Das neue Konzept scheint auf zu gehen, welches sich der Verkehrsverein, Strotmanns Kulturliga und emskultur e.V. ausgedacht hatten. Schon die Anmeldungszahlen von über 200 Ständen sprechen für sich.

Ob es für die Händler ein Erfolg war, wird der Kassensturz am Abend zeigen, aber da lächelt der Händler und schweigt.

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Ich, Jochen Schülpke, bin Kölner. Der einzige Rheinländer unter lauter Westfalen, Emsdettener. Aber genau deshalb schreib ich hier: ich will die kleine Stadt, in die es mich verschlagen hat, kennenlernen. Bin neugierig, schau mich um, frag viel und dann schreib ich es auf.

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