Das war die Frage an Mert, bei seiner Innenstadt Rallye am Samstag, am Stand des Jugendrotkreuz.

„Gar nix!“ war seine Antwort; ich sag ja: kluge Antwort. Aber als er erfuhr es geht um einen der Stempel, die er braucht, da hat er die Hand ausgestreckt: „Na gut, dann einen Verband“, obwohl er ihn nicht brauchte, aber den Stempel halt.

Viktoria stand schon um 9:45h vor der Fensterscheibe des Buchladens, Buchstaben sortieren, um den Titel eines Buches zusammen zu setzen. Sie hat es geschafft. Nachdem sie erfahren hatte, es ist ein Buch von Astrid Lindgren und steht auch hier im Fenster.

Vom Clown mit dem Luftballonhut haben wir erfahren, dass die ersten Kinder schon vor 9:30h bei ihm waren. Er lächelte: „Mich erkennt man ja auch sofort, da kommen die Kinder schnell gelaufen.“

Um 10:00h ging es eigentlich los, die Emsdettener Innenstadt-Rallye für die jüngeren Einwohner der Stadt: Kinder in der Innenstadt. 20 Stationen gab es, die man anlaufen konnte, 5 waren „Pflicht“; denn hatte man 5 Stempel auf seinem Laufzettel, konnte man seinen Namen und die Adresse eintragen, den Laufzettel einwerfen – an der letzten Station – und  einen Gewinn bekommen. Ein kleines Geschenk bekommt jeder Teilnehmer.

Wie gesagt, 20 Stationen, und wer glaubt, es ging „nur“ um den Besuch von Einkaufsparadiesen für Kinder, der irrt: natürlich, Geschäftsleute sind in der Mehrzahl, aber auch die Stadtwerke luden zum Fußball-Bowling ein und das Jugendrotkreuz zeigte sehr plastisch sein Können. Und auch an einer Gaststätte konnte man ein Zielwerfen mit einem Sack voller Bohnen versuchen, direkt neben dem Bierwagen, der schon für die „Lange Nacht“ angefahren war (ok, der Bierwagen war noch zu…). Einen „Geheimtip“ gab es auch, Bobby Car Rennen! Geheimtip? Ja, denn die Rennstrecke lag nicht so ganz direkt auf den Flaniermeilen der Emsdettener Innenstadt. Aber zu hören waren die Boliden und auch die Rennstrecke war belagert.

„“Wir müssen auch einkaufen und fahrt nicht so weit voraus,“ war der Ruf einer Mutter auf dem Fahrrad, die offensichtlich aus Richtung Hollingen angereist war. Aber wer hört auf die Mutter: die drei auf den etwas kleineren Rädern, ordentlich mit Helm auf dem Kopf, waren schon fast Richtung Rathaus, während die Mutter gerade die Mühlenstraße überquert hatte. Aber sie würden gebremst werden, die drei und warten; zumindest am Vormittag, denn da war die Stadt voll, sicherlich auch voller als an einem normalen Samstag.

Am Nachmittag, kurz vor 4 Uhr, sah das schon etwas anders aus. Auf der Kirchstraße waren „nur“ noch Gruppen von, natürlich in erster Linie, Kindern an den Stationen der Rallye; sonst war die Straße leer. Manche, der nicht an der Aktion beteiligt war, drehte schon den Schlüssel in der Ladentür, wartete das Ende der Öffnungszeit erst gar nicht ab. Nur in der Emsstraße war – erstaunlich – noch etwas Bewegung; nein, nicht wegen der Kinder, sondern wieder wurde ein Laden leer geräumt, bald kann man die noch betriebenen Ladenlokale an einer Hand abzählen in der Emsstrasse. Hier hatte sich auch keiner an der Aktion beteiligt, da kann man noch so emsig sein.

Der Clown mit dem Luftballon Hut lächelte immer noch, kurz vor 4h; aber etwas eingefroren war das Lächeln schon und die Schlange von wartenden Kindern noch lang.

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Ich, Jochen Schülpke, bin Kölner. Der einzige Rheinländer unter lauter Westfalen, Emsdettener. Aber genau deshalb schreib ich hier: ich will die kleine Stadt, in die es mich verschlagen hat, kennenlernen. Bin neugierig, schau mich um, frag viel und dann schreib ich es auf.

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