IMG_25471(ms) Wer nach dieser Proklamationssitzung noch nicht vom Karnevalsbazillus befallen ist, dem ist nicht mehr zu helfen, der sollte lieber ins an diesen Tagen eher langweilige Rheinland ziehen.

Mit leichter Verspätung, dafür dann aber im weiteren Verlauf mit Vollgas wird Thomas Wiesner zu Prinz Thomas II. und seine Frau zur Prinzessin Mika I. in Dottland. Die neue Tollität ist in Gelsenkirchen geboren und bekennender echter „Schalker Jung“. Im Dettsken Karneval können ihm das sogar die vielen in der vollbesetzten Ems-Halle anwesenden BVB-Fans verzeihen. Hier hätte tatsächlich nochmal das Motto von 1992 Anwendung finden können: „Ein Detten – Ein Helau“ – denn selbst beim auf den Karneval in Detten umgetexteten Steigerlied singt die ganze Halle inbrünstig mit.

KGE-Präsident Helmuth Schäckel und sein Vize Stefan Albers führen fortan höchst professionell und kurzweilig durch ein Programm, welches von Höhepunkten geprägt ist: vom Stimmimitator Mister Tom (der von „I see trees so green“ auf „Stayin‘ alive“ stufenlos gleich mehrere Oktaven überspringt) bis hin zu Akrobatik und Klamauk in seiner höchsten Form mit dem Duo JuxArt. Wer für einen kurzen Moment die Augen schließt, glaubt tatsächlich, es wäre Karel Gott, der da die „Biene Maja“ besingt, wer sie dann aber wieder öffnet sieht auf der Bühne Mister Tom und in der Halle die Bienchen und Brummer des Hollinger Elferrates umherschwirren. „Kasimir“ animiert kurz darauf die Narrenschar in der Ems-Halle zur „Ode an die Freude“, die instrumentelle Begleitung übernimmt er höchst selbst, – auf zwei Blockflöten, gleichzeitig gespielt, durch die Nasenlöcher !!!

Die amtierende Saalprinzessin der Westumer, Lisa Klähn im Duett mit Elferratskollegen Basti Scholtyssek betreten dann die Bühne, klar, dass ihnen die Unterstützung aller Westumer im Saal lautstark sicher ist, aber schon ganz schnell ist sich auch hier das gesamte Narrenvolk einig, dass die beiden nicht ohne Zugabe von der Bühne dürfen, die gibt es dann auch, – acapella, wieder live und wieder frenetischen Beifall auslösend.

Der Feuerwehrmusikzug, das Aktiven-Ballett sowie ein Solo-Mariechen der KG-Teupen, die bereits mehrfach hier gewesene Tanzgarde aus Krefeld, ein Männerballett, welches in seiner Form sicherlich auch „so eine Art Augenweide“ ist, sind weitere Garanten für ein überaus gelungenes Programm welches dann mit den „Cover Kölsch“ einen fulminanten nahtlosen Übergang zur Party mit DJ Olli findet, – Kölscher Karneval ist halt doch nicht sooo langweilig, – Detten braucht sich nach diesem Auftakt aber sicher nicht zu verstecken und Prinz Thomas II. dürfte hiermit einer stimmungsvollen Session entgegen sehen, welche dann am Rosenmontag…. .. müßig, das hier weiter zu erläutern. Helau !!!

(Fotos/Text: MS)

 

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Manfred Schwegmann, im “richtigen Leben” Buchhalter eines international tätigen Fenster- und Fassadenbauers hier am Ort. Schwegmann war nebenher zwei Jahre als freier Mitarbeiter für die hiesige lokale Tageszeitung aktiv, hat zum 75-jährigen Bestehen der Vereinigten Schützengesellschaften von Emsdetten deren Geschichte zusammen gefasst und in einem Buch veröffentlicht. Neben weiteren kleinen war sein (zumindest in den Ausmaßen) größtes Projekt wohl die Glückwunschkarte zum Stadtjubiläum. 1.620 Portraits Emsdettener Bürger auf einer 163,8 qm großen Karte zierten im Jubiläumsjahr 2013 für sieben Wochen die Rathausfassade. Schwegmann führt zudem die Chronik der Hollinger Schützengesellschaft in Wort und Bild.