TSF_6783triosence05Triosence (aus Deutschland) eröffnen am Donnerstag, dem 26. Februar um 20.30h die Emsdettener Jazztage. Der Stern nennt sie „die neuen jungen Gesichter des deutschen Jazz“ und in der Tat sorgt triosence seit einigen Jahren zunehmend für Furore in der Fachpresse: „Der neue Meilenstein in Sachen Jazztrio“, „Klangtipp und Exempel für musikalische Dreieinigkeit“, „Ein unter die Haut gehendes Highlight“ , „Die neuen Helden“ oder „Bei der Musik geht auch bei uns im Westen die Sonne auf“ …lauten nur einige Reaktionen namhafter Magazine zu triosence. Seit Entstehung der Band im Jahr 1999 hat triosence in Deutschland so ziemlich alles abgeräumt, was es an Jazzpreisen zu gewinnen gibt. Nach dem ersten Preis beim Bundeswettbewerb „Jugend jazzt“ folgte der Ostsee-Jazz-Förderpreis, der Studiopreis des Deutschlandfunks, der Kulturförderpreis der Stadt Kassel und viele andere, bis hin zur Nominierung zum Preis der deutschen Schallplattenkritik und dem besten Neueinstieg in die Internationalen Jazzcharts in Deutschland. Was die Musik des Trios neben der Gleichberechtigung der Instrumente vor allem auszeichnet sind die Stärke und Klarheit ihrer Melodien. Zu einem hohen Grad lyrisch und poetisch bilden sie den Kern aller Kompositionen. In Kombination mit der stilistischen Bandbreite, die von Jazz über Fusion, Folk, Pop und Worldmusic reicht, definiert die Band dadurch einen ganz eigenen Stil, den sie selbst als „songjazz“ bezeichnet. Das begeistert nicht nur Kenner sondern auch jene, die mit Jazz bislang wenig anfangen konnten.

Am Freitag geht es weiter mit Lily Dahab – Konzertbeginn ist ebenfalls um 20.30h. Die musikalischen Pole argentinischer Klänge liegen immens weit auseinander, Tango und Folklore, tiefgehende Songwriterpoesie, nationaler Rock – all diese Stile haben ihre Spuren (span.“huellas“, gesprochen: hueschas) in der Musik von Lily Dahab hinterlassen. In einer kongenial erfrischenden Verbindung mit dem Jazz findet die leidenschaftliche Sängerin und Wahlberlinerin auf ihrem neuen Album zu ihrer Heimat Buenos Aires zurück, und dies mit einer Ausnahmestimme, die die Badische Zeitung als „leuchtenden Honig“ pries.2010 entsteht das Debütalbum nómade, welches gleich für den „Preis der Deutschen Schallplattenkritik“ nominiert wird. Was nun folgt darf wohl als kleines Meisterwerk bezeichnet werden, denn auf Huellas breitet sich ein äußerst stimmiges, feinsinniges und schichtenreiches Spektrum argentinischer Farben aus. Hier trifft im Tango Piazzollas eine feurige Dramatik mit überschwänglichem Herzblut auf verträumte Melancholie, der reiche Schatz der Folklore des Landes wird mit Einflüssen der europäischen Musik und den Farben des Jazz zu einem grandiosem Amalgam angereichert und darüber hinaus steuert das Komponistenteam Dahab/Aperdannier wahre Perlen der songwriting Kunst bei.

torque_1Den Schlußpunkt am Samstag setzten dann gleich zwei Bands. Um 20.30h startet eine deutsch-niederländische Formation: das Torque Trio. Nach ihrem Debüt ‚Forward‘ begeistern die jungen Musiker des Trios mit ihrem neuen Album ‚Osmosis‘. Das Zusammenspiel ist noch enger, die Freundschaft noch tiefgreifender geworden. Das Ausloten der optimalen Balance zwischen Offenheit, Flexibilität und Stabilität ist deutlich zu hören, wenn durch spontane Spannungsmomente die individuelle Entwicklung der einzelnen Musiker zum Ausdruck kommt. Torque Trio ist nicht irgendein Projekt, sondern eine eigenständige, originäre Band. In den Songs spiegeln sich die Erlebnisse und Entwicklungen der letzten Jahre wider. So reflektiert z.B. das niederländische Blatt ‚Presikhaaf‘ Schalkwijks Zeit im gleichnamigen Arnheimer Stadtteil, oder A New Day eine eher schwierige Phase, in der aber jeder Tag die Chance zum Neuanfang, zum neuen Aufbruch bietet. Es stammen auch fast alle Titel aus der Feder von Koen Schalwijk.(Piano) Interessante musikalische Aspekte haben Torque Trio u. a. mit der Glasharfe und der Klangschale (Singing Bowl) eingebracht.

moblow-pressefoto1q-Dirk-Mathesius[1]Um 22.30h geht es weiter mit den jungen deutschen Wilden! Mit fetten Grooves, erdigen Sounds und treibenden Rhythmen sorgt Mo‘ Blow international mehr und mehr für Furore. Wieder einmal zählt damit ein Vertreter der ACT-Reihe „Young German Jazz“ zu den Vorreitern der nachwachsenden Generation. Das Jazzfunk-Quartett aus Berlin überraschte bereits mit seinem knackigen ACT-Debüt „For Those About To Funk“ die Szene. „Party, nicht mit Allerweltsgrooves, sondern mit Anspruch“, schrieb die Süddeutsche Zeitung. Neben guten Kritiken gab es den „Future Sound Award“ der Leverkusener Jazztage. Für die Jury war klar: „Mo‘ Blow zaubern ein mörderisch groovendes Funk Feuerwerk auf die Bühne“. Dass Mo’ Blow wirklich die gelungene Kombination aus dem Sound der heißen siebziger Jahre mit den aktuell drängenden Klängen ist, beweist nun umso mehr das neue Album „Gimme The Boots“. Der in zehn Jahren gewachsene unverwechselbare Gruppensound kommt darin eindrucksvoll zur Geltung. Es wird eine musikalische Energie eingefangen, die sich die Gruppe in hunderten Konzerten im In- und Ausland über Jahre erspielt hat. Dabei hinterlässt die Band regelmäßig ein überraschtes und begeistertes Publikum, egal ob in Norwegen, Russland oder Malaysia. Da konnte auch Funkmaster Nils Landgren nicht widerstehen: Wie schon beim ACT-Debüt fungierte er bei „Gimme The Boots“ als Produzent. Mo‘ Blow – Eine Band, die mittlerweile nicht mehr nur in Deutschland von sich reden macht. Diese Jungs haben sich den Ruf als eine der besten musikalischen Energieladungen wirklich zu Recht erspielt.

(Foto Triosense: triosense.com | Foto Torque Trio: Tom Gerhardt | Foto Mo’Blow: Dirk Mathesius, Textquelle: Veranstalter)

 

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...ist gebürtiger Emsdettener und arbeitet hauptberuflich als Dipl.-Sozialpädagoge. In seiner Freizeit fotografiert er gern, sein Schwerpunkt liegt im Bereich der Eventfotografie. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Fotografie in der Zeit der blauen Stunde. Im November 2013 initiierte Shajek das Projekt “Emsdetten fotografiert”, welches ebenfalls auf Facebook zu finden ist. Mit “Alles Detten” verwirklicht er nun ein nächstes Projekt, motiviert und inspiriert durch befreundete Fotografen, die das Projekt “Alles Münster” betreiben.