Psychosoziale_Beratung_1-2Ihre Arbeit vergleicht Irene Fröhlich gern mit der eines Bergführers. „Ich führe die Menschen über einen nicht immer einfachen Weg: Für Menschen in akuten psychosozialen Problemlagen in der Regel schwer, zeitnah Hilfe zu finden. Bei mir landen Menschen, die zeitnah einen Ansprechpartner brauchen.“ Die Sozialarbeiterin ist in der Psychosozialen Beratung des Caritasverbandes Emsdetten-Greven tätig. Die Beratungszahlen in dem Bereich steigen. Allein im vergangenen Jahr suchten 130 Menschen Hilfe in der Beratungsstelle.

Die Wartelisten von Psychotherapeuten sind lang. Wartezeiten von bis zu sechs Monaten sind die Regel. Viel Zeit, die Menschen in einer akuten psychischen Notsituation nicht haben.

„Durchschnittlich kommen Menschen ein bis drei Mal zu mir. Oft sind es nur ganz kurzfristige Dinge, die sie benötigen“, beschreibt Irene Fröhlich. „Eine schnelle Krisenintervention vermeidet oft eine fortschreitende Verschlechterung der Gesamtsituation.“ Eine frühzeitige, niederschwellige Hilfestellung hat sich vor diesem Hintergrund bewährt

Die Fallzahlen in der Psychosozialen Beratung steigen. Allein im vergangenen Jahr suchten 80 Emsdettener Bürgerinnen Hilfe in der Beratungsstelle. Hinzu kommen mehr als 80 Emsdettener, die 2014 einmal die offene Sprechstunde genutzt haben.

Deutlichen Zulauf vermerkt Irene Fröhlich in ihren offenen Sprechstunden immer freitags im Caritasverband Emsdetten sowie montags im Kaufhaus der Caritas am Spatzenweg in Emsdetten. „Armut und psychosoziale Probleme können oft zusammenhängen, weiß sie. „Diese Zielgruppe würde sonst nicht so leicht erreicht werden, wenn wir nicht im Kaufhaus der Caritas vor Ort wären.“ Gerade für von Armut betroffene Menschen sei es wichtig, einfach zugängliche Hilfen zu bekommen.

Die Art und Weise, wie Irene Fröhlich ihre Klienten unterstützt, kann sehr unterschiedlich sein. Mal sind es Beratungsgespräche, mal hilft sie, Formulare auszufüllen, mal verweist sie an andere Träger von Hilfsangeboten, mit denen es eine enge Zusammenarbeit gibt, weiter.

„Oft hilft es den Menschen schon, einfach zu erzählen und zu wissen: Es ist jemand da, der zuhört.“ Längst nicht jeder, der die Psychosoziale Beratung in Anspruch nehme, benötige eine Therapie. „Ich habe schon Menschen hier erlebt, die sich nach Arbeitslosigkeit und einem starken Rückzug beruflich neu orientiert und wieder Fuß gefasst haben“, nennt sie Früchte ihrer Arbeit.

Der Anteil von Familien, die Rat suchen, wird größer. „Zu mir kommen zum einen ältere Eltern, deren fast erwachsene Kinder in einer schwierigen Lebenssituation sind. Zum anderen sind es jüngere Eltern, die wissen, dass sie krank sind, und nicht möchten, dass ihre Kinder darunter leiden“, beschreibt Irene Fröhlich. Getreu dem Motto der Caritas-Arbeit „Not sehen und handeln“ soll die Psychosoziale Beratung Menschen eine unkomplizierte und unmittelbare Hilfe leisten.

„Wir machen mehr Angehörigenarbeit in der Beratung und in Gruppen“, sagt Irene Fröhlich. Ein Beispiel ist ein Gesprächskreis für Angehörige, der sich einmal im Monat in der Kontaktstelle „Café Jedermann“ trifft.

Die Stadt Emsdetten unterstützt die Psychosoziale Beratung des Caritasverbandes. durch einen freiwilligen Zuschuss.

(Quelle: Text/Foto-Caritasverband Emsdetten-Greven)

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