IMG_5843(ms) Trotz Gewitter am späten Nachmittag und DFB-Pokal-Endspiel am Abend war die Premiere des Erwachsenenstückes der Münsterländischen Freilichtbühne in Reckenfeld 2015 „Fame“ am Samstag verhältnismäßig gut besucht. Vielleicht gerade weil die Zuschauerränge noch nicht ganz besetzt waren, schienen die Akteure auf der Bühne doppelt motiviert, haben gepowert, alles gegeben, um beim nächsten mal tatsächlich die „Hütte“ rappelvoll zu bekommen. Und das sollte sie auch werden denn nach dieser grandiosen Vorstellung sollte man sich tatsächlich frühzeitig einen Platz in der verbleibenden Spielzeit sichern. Die Zuschauermeinungen schwanken zwischen „empfehlenswert“ und „voll krass“. Vorab: es war eine grandiose Gesamtleistung der rund 40 Schauspieler auf der Bühne sowie vermutlich unzähliger Helfer hinter den Kulissen. Zwar brillierten immer wieder Hauptdarsteller mit hervorragend authentischen Einzelleitstungen, aber entscheidend ist das Gesamtbild, die vielen häufig nicht mal wirklich wahrgenommenen Aktionen auf den „Nebenschauplätzen“.

Zum Stück selber – es erzählt die Geschichte eines Jahrgangs der „PA“ – „Highschool of performing arts“ von der Einschulung bis zur Abschlussfeier. Hier werden talentierte Künstler, Musiker, Schauspieler und Tänzer auf eine mögliche Zukunft im Show-Buiseness  vorbereitet. Das dieses auch harte Arbeit ist, wird vielen erst später bewusst. Von der Erdnussbutterwerbung bis zum Hauptdarsteller in „Romeo und Julia“ ist ein weiter weg. Auf eben diesem Weg passiert naturgemäß eine Menge: der eine glaubt, bereits ein Star zu sein, nur weil er die Aufnahmeprüfung bestanden hat, andere wiederum sind noch mit der Selbstfindung beschäftigt. Im Lehrerkollegium gibt es unterschiedliche Auffassungen über künstlerische und akademische Aspekte. Eindrucksvoll die Geschichte von Carmen, deren „Abgang“ nach der Pause im zweiten Teil wohl der Höhepunkt ihrer Rolle ist, – aber nicht, weil es der Abgang ist sondern weil mit der Wandlung dieser Charaktere hier eine schauspielerische Glanzleistung vollzogen wird.

In der Premiere passte einfach alles, die live gespielte Musik, der Gesang, die Choreografie – und sogar das Wetter hatte sich passend wieder beruhigt. – …und stellvertretend für alles, was hinter der Bühne passiert, was der Zuschauer nicht zu sehen bekommt: Auch die Currywurst war richtig lecker!

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Manfred Schwegmann, im “richtigen Leben” Buchhalter eines international tätigen Fenster- und Fassadenbauers hier am Ort. Schwegmann war nebenher zwei Jahre als freier Mitarbeiter für die hiesige lokale Tageszeitung aktiv, hat zum 75-jährigen Bestehen der Vereinigten Schützengesellschaften von Emsdetten deren Geschichte zusammen gefasst und in einem Buch veröffentlicht. Neben weiteren kleinen war sein (zumindest in den Ausmaßen) größtes Projekt wohl die Glückwunschkarte zum Stadtjubiläum. 1.620 Portraits Emsdettener Bürger auf einer 163,8 qm großen Karte zierten im Jubiläumsjahr 2013 für sieben Wochen die Rathausfassade. Schwegmann führt zudem die Chronik der Hollinger Schützengesellschaft in Wort und Bild.