Von ihren Schülern wird sie liebevoll Glasi-Hasi genannt, Michaela Glasmeier. Seit nunmehr 20 Jahren ist sie die Mutter einer immer größer werdenden Familie mit stetig wechselnder Besetzung: Die Musik-Theater-AG des Gymnasium Martinum. Anfangs waren es zehn Mädchen, die sich in kleinen Sing- und Rollenspielen übten, aktuell sind es über 70 Akteure vor, auf und hinter der Bühne, die alljährlich Musicals mit Weltruhm in die dann doch kleine und beschauliche Emsstadt bringen. Aus den Zöglingen von „Glasi-Hasi“ sind schon einige mittlerweile professionelle Musical-Darsteller hervorgegangen. So auch Anna Preckeler, die 2009 in „Jesus-Christ Superstar“ überzeugt hat und inzwischen selber ein gefeierter Star ist. Preckeler war am gestrigen Abend eher zufällig in Emsdetten, dann war aber schnell klar, das Musical zu besuchen und zeigte sich hellauf begeistert von dem, was hier von den Schülerinnen und Schülern der unterschiedlichsten Jahrgänge geboten wurde. Natürlich kamen auch die Erinnerungen, als sie selbst vor fast zehn Jahren an dieser Stelle ihr Bestes gab, wieder hoch, sicherlich ein Grundstein, dem sie ihre Karriere zu verdanken hat.

„FAME“ erzählt die Geschichte eines Jahrgangs der „Highschool of Performing Arts“, hier werden Schauspiel, Tanz und Musik unterrichtet, hier ist die Wiege der künftigen Broadway-Stars. Aber der Weg dorthin ist wahrlich kein leichter, – Arbeit, Arbeit, Arbeit stehen auf dem Programm, gleichzeitig aber auch die Fähigkeit, sich zu öffnen, loszulassen, ganz hinzugeben. Die Schüler dieses Jahrgangs mit ihren individuellen Fähigkeiten aber auch Problemen erreichen ihre Ziele mehr oder weniger. Die Schüler des Martinum haben ihr Ziel, nämlich das Publikum zu begeistern, vollends erreicht. Die Vorstellung am Mittwoch hatte nur ein Manko: sie war nicht ausverkauft! – Für die letzte Aufführung am heutigen Donnerstag um 19:30 Uhr im Bürgersaal von Strotmanns Fabrik gibt es nur noch wenige Restkarten an der Abendkasse.

Von der ersten Sekunde an ein Klangerlebnis, von der ersten Sekunde an spürbar die Freude, Begeisterung, Leidenschaft, die von den Darstellern ausgestrahlt wird. Die 20. Großfamilie der Michaela Glasmeier überzeugte als Gesamtleistung, denn der beste Hauptdarsteller kann nur glänzen, wenn sein Umfeld, in diesem Fall die schier endlosen tänzerischen Einlagen, ihn hervorheben. Sie alle sind keine Profis, haben ihre Rollen aber ganz fantastisch, souverän und (zumindest für den Laien nicht erkennbar) fehlerfrei gemeistert. Judith Beike (als Serena Katz) mit überzeugender Körpersprache und imposanten Sologesängen dürfte das Zeug dazu haben, einer Alina Stemmerich oder bereits erwähnter Anna Preckeler ins professionelle Musical zu folgen. Benjamin Ortmeier (Jose Vegas) ist möglicherweise auch im wahren Leben die „coole Sau“ die er hier ganz hervorragend verkörperte. Yannik Wolters (Schlomo Metzenbaum) mit unerwartetem Stimmvolumen, Jasper Hemesath (Nick Piazza), haben sich für weitere große Rollen empfohlen. Dariusz Schriewer hat insbesondere als Tänzer überzeugt. Hannes und Justus Festring (Mr. Sheinkopf / Mr. Myers), Lutz Beuse (Goody) hatten rollenbedingt nicht die ganz große Bühnenpräsenz wie deren Kollegen, aber auch sie  boten eine stramme Leistung. Die weiblichen Hauptrollen übernahmen gekonnt Lilith Judith (Carmen Diaz), die Kämpferin, die sich glaubhaft durch ein Wellenbad der Emotionen schlingerte. Imke Daum (Mabel Washington) mit ganz beeindruckender Mimik und Körpersprache. Neele Hoyer (Miss Sherman) als gestrenge Pädagogin, die aber am Ende doch noch Herz zeigt. Greta Schwarte (Miss Bell), Greta Dörtelmann (Iris Kelly) und Indra Feldhaus (Grace Lamb), sie alle wünscht man sich auch bei weiteren Aufführungen zu sehen, in ihnen allen steckt das nötige Quäntchen „Rampensau“. Beachtenswert die Souveränität und scheinbare Routine bei den Solo-Gesängen, – Ergebnis  ehrgeiziger, intensiver Proben, für die seit Oktober vergangenen Jahres die Samstage und Sonntage geopfert wurden. Hier war viel Liebe zum Detail erkennbar, das Spiel der gerade „nicht aktiven“ Akteure am Rand, im Hintergrund ließ an keiner Stelle des Stückes tatsächlich eine Lücke aufkommen, zeugt für eine perfekte Regieleistung von Michaela Glasmeier und Alexander Grösgen. Die Choreographie dieses  tänzerisch geprägten Musicals hatten Christina Schmitt und Victoria Helena Glasmeier übernommen.

Chapeau Michaela Glasmeier und Team, das wieder ein großes Stück Broadway-Feeling auf die kleine Bühne im Bürgersaal gebracht hat!!! Für vier Tage und Nächte dürfen sich alle als Weltstar fühlen, haben dem Emsdettener Publikum , das stets zu stehenden Ovationen auflief, eine große Freude bereitet.

Die Musik-Theater AG und „Glasi-Hasi“ Michaela Glasmeier gehen jetzt ins dritte Jahrzehnt und bereichern damit ganz sicher den Kulturteil der Stadt Emsdetten… und für einige ist es ja tatsächlich das Sprungbrett in die Welt des Glitzers und Glanzes geworden…

Link zu weiteren Bildern: „100 x Fame“

 

 

 

Manfred Schwegmann, im “richtigen Leben” Buchhalter eines international tätigen Fenster- und Fassadenbauers hier am Ort. Schwegmann war nebenher zwei Jahre als freier Mitarbeiter für die hiesige lokale Tageszeitung aktiv, hat zum 75-jährigen Bestehen der Vereinigten Schützengesellschaften von Emsdetten deren Geschichte zusammen gefasst und in einem Buch veröffentlicht. Neben weiteren kleinen war sein (zumindest in den Ausmaßen) größtes Projekt wohl die Glückwunschkarte zum Stadtjubiläum. 1.620 Portraits Emsdettener Bürger auf einer 163,8 qm großen Karte zierten im Jubiläumsjahr 2013 für sieben Wochen die Rathausfassade.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.