TSF_3465(ms) Die Abendsonne lud am Donnerstag noch viele Radler zu einer kurzen Spritztour unter anderem durch die Bauernschaft Ahlintel. Und hier sollten sie dann Zeuge eines Großeinsatzes der Emsdettener Feuerwehr in Kooperation mit dem DRK Ortsverein Emsdetten werden. Von neu hinzugestoßenen Passanten hörte man „Kann man schon was sagen?“, diese wurden aber schnell beruhigt: „Das ist zum Glück nur eine Übung.“ Trotzdem bot sich über 80 Meter verteilt ein grauenvolles Unfallzenario, die Situation sollte so realistisch wie nur eben möglich dargestellt werden. Beteiligte Fahrzeuge: ein Bus mit Schülern (dieser Bus hatte einen Dummy überrollt), ein PKW mit zwei Insassen, davon eine Person mit Beckenbruch, der gegen einen Baum gefahren war (welcher durch im Vorfeld getroffene Schutzmaßnahmen völlig unbeschadet blieb). Ein weiterer PKW mit Mutter (in der 36. Woche schwanger) und Tochter (nicht ansprechbar) lag auf der Seite. Bei den beiden letztgenannten Fahrzeugen hatte man zuvor Motorblock und Tank ausgebaut um das Auslaufen etwaiger Betriebsmittel zu vermeiden. Am Ende des „Parcours“ ist dann noch ein Traktor mit einem Radfahrer kollidiert. Das besondere an dieser Übung: Bus und Traktor versperrten jeweils die Zuwegung zu den weiteren Unfallstellen, schweres Rettungsgerät musste also über weite Laufstrecken zu den anderen Unfallorten getragen werden.

Eine wichtige Aufgabe hatten hier die Akteure der Notfalldarstellung des Jugendrotkreuz (JRK) des DRK Emsdettens. Beispielsweise der „Beckenbruch“ hatte sich tatsächlich eingenässt, was wiederum für die Rettungskräfte deutliches Signal zur besonderen Vorsicht sein soll. Bei der Vielzahl der verunfallten Personen wurden diese sofort anhand der Schwere der Verletzung kategorisiert, es wurde ein zentraler Behandlungsplatz eingerichtet, der die Versorgung bis zum möglichen Abtransport sicherstellt. Auch wenn es „nur“ eine Übung war,  durfte diese bei den herrschenden Außentemperaturen den Beteiligten doch alles abverlangt haben. Jeder Einsatz ist anders, kein Unfallverlauf und  der sich daraus ergebende Schaden ist wie der Andere und dennoch ist es wichtig, dass durch solche Übungen Routine in den Abläufen, Automatismen in den Handgriffen und Professionalität in der Kooperation mit weiteren eingesetzten Rettungseinheiten geschult wird. Tatsächlich passiert ist übrigens nichts, der (aufgesetzte) offene Bruch hatte sich wegen der schweißtreibenden Hitze schon vorher gelöst, die plötzliche Schwangerschaft fand ein ebenso plötzliches Ende und der Beckenbruch rannte zurück zur Schule um da die nassen Sachen gegen eine trockene Hose zu tauschen. Die Passanten fuhren beruhigt wieder nach Hause, bereichert um die Gewissheit, dass im Ernstfall Rettungskräfte ausrücken, die ihren Job verstehen.

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Manfred Schwegmann, im “richtigen Leben” Buchhalter eines international tätigen Fenster- und Fassadenbauers hier am Ort. Schwegmann war nebenher zwei Jahre als freier Mitarbeiter für die hiesige lokale Tageszeitung aktiv, hat zum 75-jährigen Bestehen der Vereinigten Schützengesellschaften von Emsdetten deren Geschichte zusammen gefasst und in einem Buch veröffentlicht.

Neben weiteren kleinen war sein (zumindest in den Ausmaßen) größtes Projekt wohl die Glückwunschkarte zum Stadtjubiläum. 1.620 Portraits Emsdettener Bürger auf einer 163,8 qm großen Karte zierten im Jubiläumsjahr 2013 für sieben Wochen die Rathausfassade. Schwegmann führt zudem die Chronik der Hollinger Schützengesellschaft in Wort und Bild.