Das war er also, der fulminante Abschluss einer ereignisreichen Woche. Das Team von Stroetmanns Fabrik, allen voran Ulrike Wachsmund, hat Emsdetten in die Aufstiegsrunde der kulturellen Bundesliga katapultiert. Zunächst der Workshop (wir berichteten) mit rund 70 Tanzpädagogen aus allen Teilen Deutschlands (u. a München, Berlin, Leipzig, Düsseldorf, Paderborn und… Lengerich), aus Österreich und auch aus Schweden. Ein Workshop, dessen Teilnehmerzahl begrenzt war, 30 weitere Personen standen noch auf der Warteliste. Die Leitung lag in den Händen von Royston Maldoom, einem international erfahrenen Tanzpädagogen, der sich am Freitag im Beisein von BM Georg Moenikes sowie einiger Vertreter von Rat und Verwaltung der Stadt Emsdetten ins Goldene Buch der Stadt eingetragen hat. Aus diesem WorkShop heraus gab es zunächst eine 12-minütige Performance auf die während der ganzen Woche alles hin gefiebert hatte. Am Nachmittag während der Generalprobe erstmals mit Live-Musik, Percussion der Extraklasse, allein dafür hätte sich der abendliche Besuch in der Ems-Halle schon gelohnt.

Am Abend dann hätte die Percussion fast durch das Herzklopfen der Teilnehmer ersetzt werden können, so groß war die Anspannung, war es doch auch für viele der erste Auftritt vor so großem Publikum. Aus dem Dunkel der Bühne wurde zunächst gedämmtes Licht, die monotonen Klanghölzer gaben das Zeichen zum Einsatz und von nun an lief ein beeindruckendes Uhrwerk. Die Energie ist förmlich spürbar, die Zuschauer verfolgen gebannt das Treiben auf dem hierfür schwarz ausgelegten „Acker“, auf dem sonst die Bundesliga-Handballer um Punkte kämpfen. Erst nach 12 Minuten, erst als die Tänzer in ihrer Schlussposition verharren, erst als der letzte Ton verstummt ist, kommt von den Rängen frenetischer Beifall. Die Begeisterung über das Gelingen und die Akzeptanz beim Publikum ist den Tänzern ins Gesicht geschrieben.

Wer aber glaubt, dass diese grandiose Vorstellung schon der Höhepunkt des Abends sein sollte, der hat weit gefehlt. Was nun folgte, fünf Choreographien von Royston Maldoom aus den vergangenen Jahrzehnten seines Schaffens, „Crossing the Line“, war an Anmut, Grazie aber auch Kraft und Ausdruck nicht mehr zu überbieten. Hier spielte tatsächlich die Profiliga, das war für das sonst eher idyllisch geprägte Münsterland schon Spitzenklasse.

Der eingangs angeführte Workshop wird in 2019 erneut durchgeführt, die Veranstaltung als Ganzes, die, weil sie bereits um 18 Uhr begonnen hatte, um 21 Uhr „arbeitnehmerfreundlich“ beendet war, ist sicherlich eine Bereicherung für den Emsdettener Veranstaltungskalender, zumal diese Sparte bislang recht überschaubar bedient war.

(weitere Bilder auf Anfrage)

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Manfred Schwegmann, im “richtigen Leben” Buchhalter eines international tätigen Fenster- und Fassadenbauers hier am Ort. Schwegmann war nebenher zwei Jahre als freier Mitarbeiter für die hiesige lokale Tageszeitung aktiv, hat zum 75-jährigen Bestehen der Vereinigten Schützengesellschaften von Emsdetten deren Geschichte zusammen gefasst und in einem Buch veröffentlicht.

Neben weiteren kleinen war sein (zumindest in den Ausmaßen) größtes Projekt wohl die Glückwunschkarte zum Stadtjubiläum. 1.620 Portraits Emsdettener Bürger auf einer 163,8 qm großen Karte zierten im Jubiläumsjahr 2013 für sieben Wochen die Rathausfassade. Schwegmann führt zudem die Chronik der Hollinger Schützengesellschaft in Wort und Bild.

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