tw_DSC_7507(ms) Gleich zu Beginn und dann immer wieder den ganzen Abend hindurch ertönt der harte Sound der E-Gitarre, – aus Queen’s „We will rock you“ wird die Ruhr-Version „Wir tun Euch alle rocken“, – und dieses Versprechen halten sie dann auch ein: Hebbet, Ozzi O., Ernst, der Trainer und die scheinbar allgegenwärtige aber nicht wirklich anwesende Guste, wat Hebbet’s An- bzw. Zugetraute is. Während Herbert Knebel durch seine TV-Auftritte vielen nur als Solo-Comedian bekannt ist, steht hier mit seinem „Affentheater“ eine schlagkräftige Truppe professioneller Humoristen auf der Bühne, die längst aus dem Schatten ihres Frontmanns herausgesprungen ist. Wer hier ein anspruchsvolles Kabarettprogramm mit Tiefgang erwartet, ist sicherlich fehl am Platz, vielmehr setzen die bekennenden Duisburger und MSV-Fans auf den einfachen Alltag. Die Zuschauer können sich genüsslich zurücklehnen um gleich darauf von einem Lachanfall wieder in die Aufrechte gebracht zu werden. Da ist von der wilden Jugendzeit die Rede, in der man das ganze Wochenende in einer Eisdiele verbracht hat (der Trainer hat immer „Pinochio-Eis“ bestellt, – wegen der Smarties). Eigentlicher Grund war aber die Juke-Box (für die heutige Jugend: das war eine Art 100 kg schweres I-Pod mit Kabel), auf der man dann mit dem jeweils gedrückten Titel eine versteckte Botschaft an die Auserwählte senden konnte. Primärer Grund für Hebbet: Er war stets heiß wie ein Vulkan, hinterließ mit seinen Lavaströmen verbrannte Erde, konnte nur im Dunstkreis der Kühltheke seinen Hormonhaushalt einigermaßen unter Kontrolle halten.

Als Hebbet seine Guste aus Spaß ins Wasser schubbst, ist er begeistert, wie lange diese tauchen kann. Als sie dann kurz wieder auftaucht und mit beiden Händen wedelt, kann er gar nicht so schnell zurückwinken, wie seine Guste wieder in den Niederungen des Nichtschwimmerbeckens verschwunden ist, – das muss ein Delphin sein….

Hebbet ist seiner Guste unendlich dankbar, dass sie beim Inder zunächst von seinem Teller probiert hat, – „Im Nachhinein betrachtet, hat sie mir das Leben gerettet!“. Das begeisterte Publikum erfährt, wie er bei dieser Gelegenheit ein sogar ein Freigetränk erhält oder beim Shopping günstig an ein paar neue Sandalen kommt.

Erstaunlich und vielleicht von vielen Besuchern nicht erwartet, die Agilität, die Power und der große musikalische Anteil der Show. Die Hommage an den King of Rock ’n Roll. Keine Frage, Herbert Knebel und sein Affentheater sind Teenies der 70er des vergangenen Jahrhunderts und wer sich in diese Zeit zurück versetzen kann, der wird sich unweigerlich wiederfinden. Eine tolle Show, – schade nur, dass das Gespann nach den Zugaben direkt in der Garderobe (oder Heim zu Guste?) verschwunden ist, – die Fans hätten sicherlich gerne noch Autogramme angenommen oder Selfies geschossen (mit dem I-Phone ohne Kabel).

 

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Manfred Schwegmann, im “richtigen Leben” Buchhalter eines international tätigen Fenster- und Fassadenbauers hier am Ort. Schwegmann war nebenher zwei Jahre als freier Mitarbeiter für die hiesige lokale Tageszeitung aktiv, hat zum 75-jährigen Bestehen der Vereinigten Schützengesellschaften von Emsdetten deren Geschichte zusammen gefasst und in einem Buch veröffentlicht. Neben weiteren kleinen war sein (zumindest in den Ausmaßen) größtes Projekt wohl die Glückwunschkarte zum Stadtjubiläum. 1.620 Portraits Emsdettener Bürger auf einer 163,8 qm großen Karte zierten im Jubiläumsjahr 2013 für sieben Wochen die Rathausfassade. Schwegmann führt zudem die Chronik der Hollinger Schützengesellschaft in Wort und Bild.