DrEffing_2-3Am 13. September finden bekanntlich die Landratswahlen statt. „Alles Detten“ bat den Landratskandidaten der CDU, Herrn Dr. Klaus Effing, um die Beantwortung von fünf Fragen. Im Vorfeld zur Wahl haben wir jedem Kandidaten die gleichen Fragen gestellt und sie gebeten, sich vorzustellen. Lernen Sie Dr. Klaus Effing näher kennen:

Klaus Effing ist 47 Jahre alt, ist im Kreis Steinfurt geboren, aufgewachsen und lebt mit seiner Frau Susanne und den beiden Kindern in Emsdetten.
Seit über 25 Jahren arbeitet er in der Kreisverwaltung. Während seines Berufslebens hat er verschiedene Funktionen beim Kreis ausgeübt. Seit zwei Jahren leitet er das Haupt- und Personalamt des Kreises. Mit seinem Team sorgt Klaus Effing für den reibungslosen Ablauf der Verwaltung mit ihren 1.250 Beschäftigten.
Nebenberuflich ist Klaus Effing Dozent am Kommunalen Studieninstitut Westfalen-Lippe. Seine Schwerpunkte liegen in den betriebswirtschaftlichen Fächern.
Seit 2008 ist er Mitglied der CDU. Zudem ist er stellvertretender Vorsitzender in der überparteilichen Europa-Union Deutschland, Kreisverband Steinfurt.
An der Schule, die seine Kinder besuchen, ist er stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins. In seiner Freizeit geht Klaus Effing gern laufen und wandern.

Sein Wahlprogramm beschreibt er wie folgt:

Familien-Kreis Steinfurt
Familien sind das Rückgrat unserer Gesellschaft. Unser Kreis ist eine familienfreundliche Region – daher wird der Bereich kommunale Familienpolitik im Mittelpunkt meiner Arbeit als Landrat stehen.
Junge Familien sollen im Kreis Steinfurt bleiben oder zu uns kommen. Unser Kreis soll als familienfreundlicher Kreis erhalten, ausgebaut und überregional wahrgenommen werden. Damit junge Familien sich bei uns wohlfühlen, brauchen sie eine gute Infrastruktur und verlässliche Angebote in den Bereichen Betreuung, Bildung, Arbeit, Sport und Kultur. Unser Ziel muss sein, dass wir unsere heutige Einwohnerzahl von 435.000 langfristig halten, denn darauf sind unser Bildungssystem, die Infrastruktur und die Wirtschaft ausgelegt.

Bildungs-Kreis Steinfurt
Ein gut ausgebautes und wohnortnahes Bildungssystem von der Kinderbetreuung bis zur Hochschule ist ein zentraler Standortfaktor. Der Kreis hat sein gutes Förderschulsystem bewahrt und hervorragende Berufskollegs, die erfolgreich das duale Ausbildungssystem stützen. Darauf kann sich auch unsere Wirtschaft verlassen. Als Landrat möchte ich in Zusammenarbeit mit weiteren Verantwortungsträgern erreichen, dass langfristig möglichst alle Jugendlichen einen Schulabschluss schaffen und ihnen damit alle Türen zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt offen stehen.

Arbeits-Kreis Steinfurt
Im Kreis Steinfurt haben wir aktuell rund 145.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Ich möchte entsprechende Rahmenbedingungen schaffen, um diese Zahl auf 150.000 zu erhöhen. Bei einer stabilen Einwohnerzahl können wir somit die Arbeitslosigkeit reduzieren und die Arbeitgeber im Kreis können auf ausreichend Fachkräfte setzen.

Sicherheits-Kreis Steinfurt
Unser Kreis ist ein Flächenkreis – daher müssen wir sicherstellen, dass wir bei Polizei, Rettungsdienst, den Freiwilligen Feuerwehren und bei den Hilfsorganisationen personell gut und verlässlich aufgestellt sind. Zukünftig ist mit steigendem Bedarf zu rechnen, auf den wir uns vorbereiten müssen.
Auch im hausärztlichen und stationären Gesundheitsbereich brauchen wir neue Konzepte, die dem ländlichen Raum angemessen sind. Notfallambulanzen, Ärztezentren, rollende Hausarztpraxen, die Nutzung von Telemedizin sind für mich wichtige Elemente einer guten Gesundheitsversorgung.

Infrastruktur-Kreis Steinfurt
Eine gute Infrastruktur ist für den ländlichen Raum zwingend. Ob Flughafen, Straße, Schiene, Kanal oder digitale Netze: eine moderne und zeitgemäße Infrastruktur ist ein Standortfaktor. Wichtige Lücken in unserem Straßennetz müssen geschlossen und neue Straßen möglich sein – beides halte ich grundsätzlich für richtig. Das stützt auch den Öffentlichen Personennahverkehr, für den wir neue Konzepte erarbeiten müssen. Eines meiner Hauptanliegen ist der Ausbau der digitalen Infrastruktur.
Unternehmen sollen sich auch wegen der guten digitalen Infrastruktur entscheiden, in unserem Kreis anzusiedeln. Freie WLAN-Netze gehören ebenfalls dazu.

Natur-Kreis Steinfurt
Der Kreis Steinfurt hat eine einmalige Natur- und Parklandschaft, in der auch die Landwirtschaft ihren festen Platz hat. Das vom Kreis Steinfurt gesetzte Ziel, bis zum Jahr 2050 klimaautark zu werden, steht und wird erreicht werden. Die Bewahrung der Natur hat für mich einen hohen Stellenwert, Fracking und andere Risikotechniken lehne ich ab.

Im Rahmen des Interviews wurde allen Landratskandidaten der einzelnen Parteien die gleichen fünf Fragen gestellt:

1. Welchen Beruf haben Sie gelernt und wo liegt ihr „politischer Ursprung“?
Nach meiner erfolgreich absolvierten Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten bin ich zunächst wieder zur Schule gegangen, um dann ein duales Studium im Bereich Kommunalverwaltung zu absolvieren. Nebenberuflich habe ich dann Betriebswirtschaft und Öffentliches Management studiert, promoviert habe ich in Wirtschaftswissenschaften.

Ich habe über 25 Jahre Berufserfahrung in verschiedenen Bereichen der Kommunalverwaltung gesammelt – diese Erfahrungen sind wichtig, um ein guter Landrat zu sein. Ich war einige Jahre für den Rettungsdienst zuständig, habe dann im Organisationsbereich der Kreisverwaltung gearbeitet und im Anschluss, ab dem Jahr 2005, habe ich das Jobcenter mit aufgebaut und war hier als stellvertretender Amtsleiter für die kommunale Arbeitsmarktpolitik zuständig. Aktuell bin ich Leiter des Haupt- und Personalamtes des Kreises und dort mit allen Angelegenheiten vertraut, die die Kreisverwaltung betreffen.

Politik hat mich schon in jungen Jahren interessiert. Ich bin noch in der Zeit des Kalten Krieges und des Terrorismus in Deutschland aufgewachsen, beides hat mich tief beunruhigt. Gleichzeitig hat mich die Idee eines geeinten Europa fasziniert. Für mich hatte die CDU die besseren Überlegungen zu diesen Themen. In meinem Erststudium habe ich u.a. Europarecht belegt und dieses führte mich zu einer intensiven Beschäftigung mit der europäischen Einigung.

2. Was unterscheidet Sie von Ihren Konkurrenten im Landrats-Wahlkampf?
Ein guter Landrat muss seinen Kreis kennen und lieben – nur dann ist eine ehrliche Identifikation möglich. Er muss aber auch fachlich qualifiziert sein – beide Voraussetzungen bringe ich mit. Ich bin im Kreis Steinfurt geboren, aufgewachsen und lebe hier mit meiner Familie.

Ich denke, ein Unterschied zu meinen Mitbewerbern im Wahlkampf  ist, dass ich klar Position zu wichtigen Themen beziehe, auch wenn dieses manchmal unangenehm ist. Mir ist wichtig, dass die Menschen wissen, woran sie bei mir sind und ich glaube, dass die Menschen diese Eigenschaft schätzen.

Für mein Ziel, neuer Landrat des Kreises Steinfurt zu werden, bin ich jetzt seit gut fünf Monaten kreisweit unterwegs: in den ersten Monaten jeden Abend und an den Wochenenden, seit Beginn meines Urlaubs jeden Tag, von morgens bis abends. Der persönliche Kontakt zu den Menschen ist mir sehr wichtig, so kann ich ihre Sorgen, Nöte, Wünsche und Erwartungen aufnehmen. Dabei gibt es auch das ein oder andere konfliktträchtige Gespräch. Wird die gegenseitige Wertschätzung gewahrt, kann dieses zu guten neuen Denkansätzen führen.

3. Wie sieht Ihr „Fünf-Jahresplan für den Kreis Steinfurt“ aus?
Ich habe meine Vision vom Kreis Steinfurt auf das Jahr 2030 bezogen, um eine langfristig gute Entwicklung zu initiieren. Zehn Punkte sind mir besonders wichtig:

  • Wir bleiben 435.000 Einwohner
  • Die Wirtschaft bietet 150.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze (zurzeit 145.000)
  • Wir haben die niedrigste Arbeitslosenquote in NRW
  • Junge Familien streben in den Kreis Steinfurt
  • Zeitgemäße Wohnformen ermöglichen ein Miteinander der Generationen
  • Kein Jugendlicher verlässt ohne Abschluss die Schule
  • Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und die ärztliche Versorgung sind vorbildlich
  • Unsere Infrastruktursysteme – also Straßen, Kanäle, der FMO und die digitalen Netze – sind die modernsten in NRW
  • Die Ziele des klimaautarken Kreises Steinfurt  2050 werden weiter energisch vorangetrieben
  • Der Kreis Steinfurt hat die niedrigste Kreisumlage in NRW, das stärkt die 24 Städte und Gemeinden

4. Bitte vervollständigen Sie den folgenden Satz:
„Für die Bürgerinnen und Bürger im Kreis Steinfurt wünsche ich mir…“, dass sie einen fachlich guten und politisch klugen Landrat wählen, der den Kreis mit Herz und Verstand weiter entwickelt und gemeinsam mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern zu einer noch lebens- und liebenswerteren Familienregion macht.

5. Wo drückt in Ihren Augen im Kreis Steinfurt gerade besonders der Schuh? Und was sind Ihre Lösungsansätze an dieser Stelle?
Insgesamt steht der Kreis Steinfurt gut da. „Drückende Schuhe“ gibt es aktuell, aber auch mittel- bis langfristig:

  • Die Krankenhaussituation an den Standorten Emsdetten, Borghorst und Greven ist sehr unbefriedigend. Hier muss das Land NRW als gesetzlich zuständige Stelle schnell eine Entscheidung treffen, ob es das Krankenhaus Emsdetten noch will oder nicht. Leider ist diesbezüglich von der rot-grünen Landesregierung nichts zu hören. Dies ist für die Bevölkerung und besonders die Beschäftigten sehr belastend. Es ist wünschenswert, alle drei Krankenhausstandorte zu erhalten, das sollte Bedingung für potenzielle Investoren sein.
  • Die Situation der zu uns fliehenden Menschen muss verbessert werden. Die Flüchtlinge, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das Asylrecht zugestanden bekommen (z.B. aus Syrien, dem Irak) sollten schnellstmöglich integriert werden. Ganz wichtig ist, sofort mit der Vermittlung der deutschen Sprache anzufangen, entsprechende sofort zur Verfügung stehende Gelder von Bund und Land sind hier wünschenswert. Zudem muss die Möglichkeit geschaffen werden, dieser Flüchtlingsgruppe rasch Arbeitsmöglichkeiten anbieten zu können. Die Gesamtsituation muss aber auf europäischer Ebene und im Rahmen der europäischen Solidargemeinschaft gelöst werden.
  • Der Flughafen Münster-Osnabrück wird entschuldet. Es ist jetzt an der Geschäftsführung, wieder befriedigende Jahresergebnisse „einzufliegen“. Darauf werden die zuständigen Gremien, insbesondere der Aufsichtsrat des FMO, sehr genau achten. Wichtig ist, den FMO als wichtigen Standortfaktor langfristig zu erhalten.
  • Weitere Handlungsnotwendigkeiten sind dem oben abgedruckten „Zehn-Punkte-Plan“ zu entnehmen.

(Foto: CDU Kreis Steinfurt)

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