04Am 13. September finden bekanntlich die „Bürgermeisterwahlen“ statt. “Alles Detten” bat die Bürgermeisterkandidatin der SPD, Frau Marita Haude, um die Beantwortung von fünf Fragen. Im Vorfeld zur Wahl haben wir jedem Kandidaten die gleichen Fragen gestellt und sie gebeten, sich vorzustellen. Lernen Sie Marita Haude näher kennen:

Mein Name ist Marita Haude, geb. am 24.5. 1956 in Emsdetten, aufgewachsen in Emsdetten, Mutter von zwei erwachsenen Söhnen und seit 3.7. 2015 Schwiegermutter von Nicole, Fußballfan, in meiner Freizeit lese ich gerne, ich wandere gerne ( am liebsten in der Gruppe), fahre gerne Fahrrad und genieße meinen Garten und die Natur in Emsdetten und Umgebung.

Meine politischen Ziele knüpfen unmittelbar an das Wahlprogramm der letzten Kommunalwahl an, denn für mich ist das Bürgermeisteramt unmittelbar mit der Arbeit des Rates der Stadt Emsdetten verbunden. Ich setze mich ein für eine transparente und bürgernahe Verwaltung und für ein faires Miteinander in der Politik. In einem Rat mit vielfältigen politischen Ausrichtungen muss ein/e Bürgermeister/in die anstehenden Entscheidungen moderieren können.

In Emsdetten besteht weiterhin ein hoher Bedarf an neuen Wohnungen und Häusern insbesondere auch für Familien. Bezahlbare, kleinere Wohnungen fehlen jedoch in Emsdetten und müssen durch die Unterstützung der Kommunalpolitik dringend geschaffen werden.

Die Anpassung der Schulstruktur erfordert aufgrund des demografischen Wandels gemeinsame Anstrengungen der politisch Verantwortlichen vor Ort. Ich möchte weiterhin allen Kindern und Jugendlichen in Emsdetten ermöglichen, dass sie den gewünschten Schulabschluss in Emsdetten erreichen können. Alle anstehenden Veränderungen müssen in einem gemeinsamen Konsens getragen werden.

Die gesundheitliche Versorgung der Stadt Emsdetten steht nach der Schließung des Krankenhauses auf der Kippe. Schon bei der Kommunalwahl 2014 hat sich die SPD in der Stadt Emsdetten dafür ausgesprochen, das Thema Krankenhaus nicht zu einem Wahlkampfthema oder zu einem Zankapfel zwischen den Parteien werden zu lassen. Wir haben gemeinsam alle Anstrengungen des Rates der  Stadt Emsdetten zum Erhalt des Krankenhauses unterstützt. Ich werde mich auch weiterhin dafür einsetzen, dass die nicht nachvollziehbare Entscheidung, das Emsdettener Krankenhaus zu schließen, zurückgenommen wird. Sollte uns dies gemeinsam nicht gelingen, müssen wir uns alle dafür einsetzen, dass die gesundheitliche Versorgung der Emsdettener Bürgerinnen und Bürger gesichert bleibt.

Der Zuzug von Flüchtlingen und ihre Integration in unser Gemeinwesen ist aktuell die größte Herausforderung. Die viel beschworene Willkommenskultur erfordert eine Beteiligung und Einbeziehung der betroffenen Menschen, damit sie gut bei uns ankommen und bleiben können. Die Aufnahme von Flüchtlingen darf nicht an der Frage der Kostenverantwortung scheitern und hier sind zeitnahe Lösungen gefragt, denn die Lösungen brauchen wir jetzt.

Darüber hinaus sind eine älter werdende Generation und die damit verbundenen Herausforderungen des demografischen Wandels, die Stärkung des Wirtschaftsstandortes Emsdetten durch Gewährleistung notwendiger Rahmenbedingungen wie z.B. die Innenstadtentwicklung, die Sicherung der kommunalen Finanzen durch eine verantwortungsvolle Finanzpolitik sowie echte Bürgerbeteiligung für die anstehenden Aufgaben sind weitere Herausforderungen, die ich direkt mit dem Bürgermeister/innenamt verbinde.

Im Rahmen des Interviews wurde beiden Kandidaten der einzelnen Parteien die gleichen fünf Fragen gestellt:

1. Welchen Beruf haben Sie gelernt und wo liegt Ihr „politischer Ursprung“?
Ich habe an der Fachhochschule Münster Sozialwesen studiert und bin seit 1977 als Sozialpädagogin tätig, und davon 35 Jahre in Verwaltung und verbandlicher Arbeit und seit mehr als 15 Jahren in leitender Funktion.
Mein politscher Ursprung liegt in der kath. verbandlichen Jugendarbeit, durch die ich früh gelernt habe, mich ehrenamtlich einzusetzen, einen Teil meiner Zeit dem    Gemeinwohl zu widmen und Verantwortung zu übernehmen. Mein Vater hat mich immer ermuntert, mich politisch zu engagieren, weil nach seiner (und inzwischen auch meiner Überzeugung) durch die verantwortliche Mitwirkung an politischen Entscheidungen, Veränderungen mit zu gestalten sind. Dass ich mich vor 32 Jahren den Sozialdemokraten angeschlossen habe, war für mich aufgrund meiner Herkunft und meiner Überzeugung einer sozialen Verantwortung für die Schwächeren in unserer Gesellschaft naheliegend.

2. Was unterscheidet Sie von Ihren Konkurrenten im Bürgermeister -Wahlkampf?
Leider gibt es ja nur einen Mitbewerber. Von meinem „Konkurrenten“ unterscheidet    mich, dass ich eine Frau bin und einer anderen Partei angehöre. Durch mein Amt als stellvertretende Bürgermeisterin arbeite ich gerne und m.E. auch gut mit Herrn Moenikes zusammen. Trotzdem haben wir, auch weil wir unterschiedlichen Parteien angehören, durchaus unterschiedliche Positionen.
Ich bin eine eher Politikerin der leisen Töne, ich versuche Ausgleich, Konsens herzustellen. Mit dem Kopf durch die Wand ist nicht mein Prinzip, sondern diplomatisches Herangehen ist meine Kompetenz. Weniger ich, mehr wir ist meine Devise.
Kommunalpolitik heißt für mich, gute Rahmenbedingungen für ein gutes Leben in der Kommune gestalten zu können, aber das geht nur, wenn dafür auch Mittel zur       Verfügung stehen, z.B. für die Unterstützung von ehrenamtlicher Arbeit in Sport- und Kulturvereinen. Kommunalpolitik ohne Gestaltungsmöglichkeiten, ohne          Gestaltungswillen (20% Kürzungen über alles) bedeutet verwalten statt gestalten.

3. Wie sieht Ihr „Fünf-Jahresplan für Emsdetten “ aus?
In den kommenden 5 Jahren werden wir uns in erster Linie um die menschenwürdige Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen in Emsdetten kümmern müssen und zur Unterstützung dieser Aufgaben endlich ein Integrationszentrum einrichten. Unter diesen Umständen, aber auch aufgrund des demografischen Wandels müssen wir eine zukunftsfeste Anpassung der Schulstrukturen durchführen und ggf. neu bedenken.
Die Neugestaltung und notwendige Belebung der Innenstadt wird eine Aufgabe sein, die nicht in kurzer Zeit erledigt ist. Die Sicherung einer grundsätzlichen Gesundheitsversorgung in Emsdetten ist nach der Schließung des Krankenhauses eine zentrale Aufgabe, die wir mit einer breiten politischen Mehrheit angehen müssen.
Die Sicherung des städtischen Haushalts, interkommunale Zusammenarbeit, der Bau von bezahlbaren Wohnungen, die Stützung des Ehrenamtes, frühe Bildung und frühe Hilfen usw. sind Themen, die in den kommenden Jahren (weiterhin) auf der Agenda stehen.

4. Bitte vervollständigen Sie den folgenden Satz: Für die Emsdettener Bürgerinnen und Bürger wünsche ich mir
….ein gutes Leben für alle, in einem friedvollen Miteinander von Emsdettenerinnen   und Emsdettenern und den Menschen, die Zuflucht und Schutz in unserer Stadt suchen.
….eine attraktive Innenstadt, die zum Einkaufen und Verweilen einlädt und auch besonders junge Menschen und Familien anspricht.
…. viel Gesundheit und eine gute gesundheitliche Versorgung vor Ort, die den Menschen ein gutes Gefühl und Sicherheit gibt.
….eine Stadt, in der man gerne zu Hause ist, mit einem vielfältigen Kultur- und Sportprogramm für alle Altersgruppen, das weiterhin von vielen Ehrenamtlichen getragen wird.

5. Wo drückt in Ihren Augen in Emsdetten gerade besonders der Schuh? Und was sind Ihre Lösungsansätze an dieser Stelle?
Die Schließung des Krankenhauses ist sicherlich eine der folgenschwersten Ereignisse in diesem Jahr. Die Menschen in Emsdetten treibt die Sorge um, wie ihre gesundheitliche Versorgung jetzt und in Zukunft im Notfall gewährleistet ist. Wir werden gemeinsam mit allen im Rat vertretenen Parteien, mit der Bürgerinitiative und den Bürgerinnen und Bürgern weiterhin dafür kämpfen, dass es nicht bei der Schließung bleibt. Wir müssen uns aber auch damit beschäftigen, welche Alternative einer ärztlichen Grundversorgung im Notfall in Emsdetten möglich ist, wenn die Schließung nicht zurückgenommen wird.

 

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