JPG_2372(ms) Fast 500 Besucher waren am Montag dem Aufruf des Bürgermeisters gefolgt, sie fanden sich im Bürgersaal von Stroetmanns Fabrik ein. Georg Moenikes und Elmar Leuermann, der das Projekt federführend in seinen Händen hält, fütterten das Publikum zunächst mit Zahlen und Fakten. Auffallend viele junge Menschen waren hier zugegen und Allen war eines gemeinsam: der unbedingte Wille zu helfen.

Während im Sommer 2013 117 Flüchtlinge in Emsdetten verweilten, suchten 2014 schon 160 Personen hier eine neue Bleibe und aktuell sind es 341. 800.000 Flüchtlinge werden in diesem Jahr für das gesamte Bundesgebiet erwartet, 21 % davon wird das Land NRW aufnehmen müssen. Hiervon wiederum werden 0,2 % der Kommune Emsdetten zugeteilt. In der Spiel- und Sporthalle wird derzeit in 20 Wohneinheiten Platz für ca. 100 bis 120 Flüchtlinge geschaffen, dank der spontanen Spende des Holzfachmarktes Schulte-Austum erhalten diese Wohneinheiten Türen, die die Privatsphäre sicherstellen. Kosten, die sonst auch die Stadt hätte übernehmen müssen. Der Bürofachhändler FIBO sorgt entgeltfrei für die Bestuhlung. Die Spiel- und Sporthalle hat den Vorteil, dass hier die sanitären Anlagen vorhanden sind. bauliche Voraussetzungen schnell geschaffen werden können (ein weiterer Notausgang wird noch eingerichtet. Schulsport fällt durch den Wegfall der Halle nicht aus, lediglich der Vereinssport – und hier vornehmlich der TVE – werden etwas kürzer treten. Für weitere 50 bis 60 Personen sind Wohncontainer bestellt, deren Lieferzeit jedoch acht bist zehn Wochen beträgt. Die Frage, ob ein leer stehender Baumarkt hier am Ort genutzt werden könnte, wurde gleich verneint, da hier weder ausreichend sanitäre Anlagen zur Verfügung stehen, die Halle für den Winter nicht ausreichend beheizbar ist, es fehlt Tageslicht, – Platz wäre durchaus für 400 bis 500 Personen vorhanden, jedoch wolle man auch eine derartige Konzentration an einer Stelle vermeiden. Erst spät kam die Frage, ob denn das Krankenhaus nicht vorübergehend zur Verfügung stehe. Dieser Gedanke wurde vehement verneint. Neben der eigenen Bevölkerung müsse man ja jetzt auch für die Flüchtlinge eine medizinische Versorgung vorhalten. Und falls das Krankenhaus tatsächlich an dieser Stelle nicht wieder in Funktion gehen sollte, sei man bemüht, wenigstens eine Notfallversorgung sicher zu stellen. Würden diese Räume jedoch durch die Aufnahme von Flüchtlingen „zweckentfremdet“ (zudem steht die Verweildauer der Asylbewerber noch nicht fest, – ein Antragsverfahren dauert i. d. R. sechs Monate), dürften sämtliche Chancen, das Gebäude an der Marienstraße wieder als Krankenhaus zu nutzen, verwirkt sein.

Fragen, wie man helfen könne, gab es ebenso viel wie angebotene Hilfe. Eine spontane Sammlung unter den Anwesenden an diesem Abend brachte 1.504,79€. Die Stadt Emsdetten übernimmt als Sammelstelle die Koordination. Unter Telefon 922-0 bzw. per Mail info@emsdetten.de können interessierte Bürger erfahren, wie sie durch Sach- oder Geldspenden helfen können, – oder auch einfach nur die Betreuung hilfesuchender Menschen übernehmen möchten. Häufig sind gerade Kinder nach den Erlebnissen der Flucht aus ihren Heimatländern traumatisiert, müssen sich jetzt in der Fremde zurecht finden.

Auch „Alles Detten“ steht mit der Stadt sowie weiteren Hilfsorganisationen, wie z. B. der Initiative für Bleiberecht und Integration in Verbindung und wird an dieser Stelle regelmäßig berichten und Aufrufe für speziell benötigtes Hilfsmaterial veröffentlichen.

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Manfred Schwegmann, im “richtigen Leben” Buchhalter eines international tätigen Fenster- und Fassadenbauers hier am Ort. Schwegmann war nebenher zwei Jahre als freier Mitarbeiter für die hiesige lokale Tageszeitung aktiv, hat zum 75-jährigen Bestehen der Vereinigten Schützengesellschaften von Emsdetten deren Geschichte zusammen gefasst und in einem Buch veröffentlicht. Neben weiteren kleinen war sein (zumindest in den Ausmaßen) größtes Projekt wohl die Glückwunschkarte zum Stadtjubiläum. 1.620 Portraits Emsdettener Bürger auf einer 163,8 qm großen Karte zierten im Jubiläumsjahr 2013 für sieben Wochen die Rathausfassade. Schwegmann führt zudem die Chronik der Hollinger Schützengesellschaft in Wort und Bild.