…einer der ganz großen des deutschen Kabaretts, noch aus der altehrwürdigen Liga der Hans-Dieter Hüschs und Dieter Hildebrandts, gastierte am Samstag im Bürgersaal von Stroetmanns Fabrik. Becker ist aktuell wohl bekannt als Moderator der „Mitternachtsspitzen“ im WDR, Becker aktuell wohl dienstältester Großmeister des geschliffenen Wortes in der deutschen Kabarettszene. Aktuell auch sein Einstieg ins Programm: die Nachfolgefrage von Angela Merkel, die richtige Antwort findet er aber dann auch nicht, wohl aber den nahtlosen Übergang von Merkel auf Sex und Fortpflanzung und Zellteilung (also partnerlose Vermehrung), was sich dann als roter Faden herausstellt, an dem er sich während seines Programms „Volksbegehren“ hangeln wird.

Ein Abend, bei dem konzentriertes Zuhören gefragt ist, der angenehme Klang seiner Stimme lädt auch dazu ein. Der echte Kölsche Jung versteht es, seine rheinische Mundart auf für den Westfalen verträgliche Dosen zu reduzieren, kann sie aber auch nicht leugnen – und das ist gut so.

Untermalt wird sein Redeschwall mit einer Dia-Show auf einer die gesamte Bühne umfassenden Großbildleinwand. Gezeigt werden zum Großteil Gemälde zeitgenössischer Künstler, die zum einen die Bedeutung seiner Worte belegen sollen, zum anderen wird aber auch die Bedeutung der dargestellten Szenen durch Becker erläutert. Und im Nebensatz erfolgt dann der Hinweis, dass auch großen Künstlern mal Fehler unterlaufen und bei einer Frau plötzlich drei Hände auftauchen.

Becker unterdessen redet (sprichwörtlich) ohne Punkt und Komma weiter (tatsächlich aber sind diese sehr wohl und spürbar gesetzt), ohne sein Thema zu verlieren und vor allem ohne seine Zuhörer zu verlieren. Diese kleben quasi an seinen Lippen.

Dass in Köln eine Grabstelle teurer ist, als im Emsland eine Wohnung, in der Rheinmetropole also der Tod teurer als in der norddeutschen Tiefebene das Leben, ist nur eine Randinformation, die die gut 300 Gäste an diesem Abend mit nach Hause nehmen. Viele Einblicke und Sichtweisen aus der Philosophie und Mythologie, die sonst vielleicht verwehrt geblieben wären, sind jetzt plötzlich gegenwertig.

Und als Zugabe dann etwas ganz besonderes: Eine Runde für den ganzen Saal, echtes lecker Kölsch, eiskalt an jeden der wollte und ein großes Prost !!! Das hatten sich auch alle verdient….

 

Manfred Schwegmann, im “richtigen Leben” Buchhalter eines international tätigen Fenster- und Fassadenbauers hier am Ort. Schwegmann war nebenher zwei Jahre als freier Mitarbeiter für die hiesige lokale Tageszeitung aktiv, hat zum 75-jährigen Bestehen der Vereinigten Schützengesellschaften von Emsdetten deren Geschichte zusammen gefasst und in einem Buch veröffentlicht. Neben weiteren kleinen war sein (zumindest in den Ausmaßen) größtes Projekt wohl die Glückwunschkarte zum Stadtjubiläum. 1.620 Portraits Emsdettener Bürger auf einer 163,8 qm großen Karte zierten im Jubiläumsjahr 2013 für sieben Wochen die Rathausfassade.

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