IMG_9708-2(ms) Zunächst kommt eine Marktfrau die imaginäre Käsehappen ans Publikum verteilt, eine weitere Dame bringt Tulpen unters Volk, Fisch durfte natürlich auch nicht fehlen – für den Zuschauer ist jetzt klar: Holland-Markt. Schneider und Frisör ergänzen das Spektakel, eine Hellseherin erforscht in einer Glaskugel die Zukunft, Gaukler, Knappen tauchen auf, Edelmänner, Ritterspiele lassen noch klarer werden: es handelt sich um mittelalterliches Markttreiben. Im weiteren Verlauf dann stellt sich heraus: „Hare Majestoot“ ist „Des Kaisers neue Kleider“. Und das alles dargestellt ohne Worte, nur mit Gestik und Mimik. Die aufwändig geschminkten und kostümierten holländischen Darsteller, die natürlich auch mit Text spielen können, gehen hier auf das deutsche Publikum ein, welches auch immer wieder mit einbezogen wird. Das Besondere an diesem Theater: die 17 Akteure sind allesamt geistig behindert. Umso mehr verblüfft die Genauigkeit in Bewegung und Handeln, die Ausdruckskraft, mit der Emotionen wiedergegeben werden.

Kamak ist ein Theaterprojekt in Emsdettens Partnerstadt Hengelo, welches sich derzeit auf einer kleinen Tour durch Deutschland befindet. Die Schauspieler werden von Montag bis Freitag professionell geschult. Wenn ein neues Stück einstudiert wird, probt jede/r erst jede Rolle und dann wird gemeinschaftlich entschieden, wer am Ende tatsächlich welchen Part übernimmt. KAMAK hat den Zuschauern im Jugendzentrum „13drei“ am Grevener Damm gefallen, ist möglicherweise schon bald wieder in Emsdetten zu sehen. Man darf sich drauf freuen.

Am heutigen Sonntag bietet die Truppe um 14:30 Uhr noch einen ca. zweistündigen kostenlosen Workshop im 13drei am Grevener Damm (direkt neben SALVUS-Stadion) an. Weitere Infos auch unter www.kamak.nl

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Manfred Schwegmann, im “richtigen Leben” Buchhalter eines international tätigen Fenster- und Fassadenbauers hier am Ort. Schwegmann war nebenher zwei Jahre als freier Mitarbeiter für die hiesige lokale Tageszeitung aktiv, hat zum 75-jährigen Bestehen der Vereinigten Schützengesellschaften von Emsdetten deren Geschichte zusammen gefasst und in einem Buch veröffentlicht.

Neben weiteren kleinen war sein (zumindest in den Ausmaßen) größtes Projekt wohl die Glückwunschkarte zum Stadtjubiläum. 1.620 Portraits Emsdettener Bürger auf einer 163,8 qm großen Karte zierten im Jubiläumsjahr 2013 für sieben Wochen die Rathausfassade. Schwegmann führt zudem die Chronik der Hollinger Schützengesellschaft in Wort und Bild.