…nach einem ganz witzig gemachten Video-Intro, gespickt mit großen Marken, die offensichtlich seine Tour finanzieren, kam er dann höchstselbst auf die Bühne: Dennis aus Hürth, ewiger permanent 21-jähriger Dauerschüler der Pierre-Littbarski-Berufsschule.

Baugerüst, Absperrgitter, Warnbaken und DIXI-Häuschen bildeten das Bühnenbild. Aus dem DIXI trat er in Erscheinung, – hat es aber mental eigentlich nie wirklich verlassen. Detailliert wird beschrieben, wie man einen „dicken Kawensmann“ aus dem Abflussrohr des Klos wieder holt, natürlich ohne Handschuhe, weil „dann hat man mehr Gefühl“. Auch sind lange Fingernägel beim schichtweise Abtragen hilfreich. Haarklein wird beschrieben, wie dort weitere  Hygieneartikel zum Vorschein kommen, – und am Ende dann beim stolzen Betrachten der Beute die Frage „Boah ey, was hast Du gegessen?“

Die Gewissheit, dass die unterste Stufe der Kellertreppe an diesem Abend noch über dem Niveau liegen wird, wurde mehr und mehr gefestigt. Als Dennis sich dann ins Publikum begab, blieb er hier und da stehen, plauderte etwas, und fand dann ein Pärchen, welches nach eigener Aussage schon neun Jahre zusammen ist aber nicht verheiratet. Dennis: „Was Du nicht weißt, – er möchte Dir noch etwas sagen!“ Die Lichter wirbelten durch den Saal, von der Bühne wurde ein üppiger Blumenstrauß gebracht, Spot auf das Pärchen, erwartungsvolle Blicke, Herzklopfen bei den knapp 500 Besuchern….. bis das Licht wieder anging und Dennis die Auflösung brachte: „Alles nur Spaß!“

Ich kann mich nicht erinnern, eine Veranstaltung mal zur Pause verlassen zu haben, hatte also Premiere. Die große EMS-Halle war gebucht, man ist aber dann doch wegen des schleppenden Vorverkaufs auf den kleineren Bürgersaal ausgewichen. Sicher waren im überschaubaren Publikum auch Gäste, die sich köstlich amüsiert haben (die Parodie auf Rainer Calmund, „die hatter richtich lecker hinjekricht“), vielleicht sind wir in Emsdetten auch verwöhnt, weil sich die hochrangige Comedy-Szene hier die Klinke in die Hand gibt, aber wenn so ein Programm so richtig voll-Asi ist…..

Über Comedy und Geschmäcker lässt streiten, wann die Hürde des guten Geschmacks überschritten ist, muss jeder für sich entscheiden….

 

 

Manfred Schwegmann, im “richtigen Leben” Buchhalter eines international tätigen Fenster- und Fassadenbauers hier am Ort. Schwegmann war nebenher zwei Jahre als freier Mitarbeiter für die hiesige lokale Tageszeitung aktiv, hat zum 75-jährigen Bestehen der Vereinigten Schützengesellschaften von Emsdetten deren Geschichte zusammen gefasst und in einem Buch veröffentlicht. Neben weiteren kleinen war sein (zumindest in den Ausmaßen) größtes Projekt wohl die Glückwunschkarte zum Stadtjubiläum. 1.620 Portraits Emsdettener Bürger auf einer 163,8 qm großen Karte zierten im Jubiläumsjahr 2013 für sieben Wochen die Rathausfassade.

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