Über 600.000 Menschen haben seine Tournee in diesem Jahr besucht, er hat stets in ausverkauften Häusern gespielt. „Da machen wir doch eine Zugabe.“ denkt er sich und schon sind zehn zusätzliche Termine gefunden. Einer davon in Emsdetten. Auch hier war natürlich die Hütte brechend voll. Die Schlange der Fans reichte dreireihig von der „Turnhalle“, wie Mockridge sie bezeichnete, bis hinter das Fahrradgeschäft gegenüber dem Friedhof an der Nordwalder Straße.

Einer der vielen Fans war Lukas, 12 Jahre, Sitzplatz in der ersten Reihe und ungewollt Teil des Programms. Das Publikum gemischt, viele aus den 90’ern, der goldenen Generation, ist Luke Mockridge doch selber ein Kind dieses Jahrzehnts. Da haben es die 2000’er schon schwer (mit Augenzwinkern auf den 2005 geborenen Lukas und ca. 100 weiterer Teenies): „Ihr seid quasi die Trumps die auf die Obamas folgen…“ und setzt damit einen der zahllosen Lacher an diesem Abend. Mockridge erzählt aus seiner Kindheit, Jugend, eben aus den 90’ern – und da Lukas nicht verstehen kann, warum, wenn Luke „Wir sind…“ anstimmt, plötzlich die ganze Halle „…die Kinder vom Süderhof“ singt bekommt er einen Schoko-Bonbon. Und weil Lukas auch nicht verstehen kann, dass die Jungs der 90’er Stress hatten, weil die Baustelle auf dem Spielstraßenteppich nie fertig wird und deswegen sich morgens gleich wieder ein Stau gebildet hat, – bekommt er den nächsten Schoko-Bonbon. Weil Lukas beim Sommermärchen erst ein Jahr alt war und Olli Kahn nur als Fußball-Experten kennt, – siehe oben…..

Das Bühnenbild eigentlich spartanisch einfach gehalten, die Show macht Mockridge selber, wirbelt über die Bühne, hat unglaubliches schauspielerisches Talent, Mimik und Körpersprache, seine Stimme wandert gleich durch mehrere Oktaven. Ob der plötzliche Ausfall eines „Verfolgers“ tatsächlich eine Panne war oder einfach nur geschickt Teil des Programms, mag jeder für sich selber entscheiden. Es passte halt irgendwie nahtlos ins Programm. Um den Ausfall des Scheinwerfers auszugleichen sollten die Besucher ihre Taschenlampen-App aktivieren, die EMS-Halle wurde zu einem beeindruckenden Lichtermeer und für Mockridge die perfekte Überleitung an sein E-Piano „Ein Stern, der Deinen Namen kennt….“ – und dann verfolgte ihn der Verfolger auch schon wieder…. Grandios dann seine Mario Barth-Imitation, – perfekt.

Mockridge, der früher, also in den 90’ern, mal in einer Schülerband gespielt hat und dessen Traum es immer war, Rockstar zu werden, ist dann im zweiten Teil (während der Pause hatte man vergeblich versucht, durch öffnen der Notausgänge die warme und stickige Luft auszutauschen….) so richtig in seinem Element, parodiert gleich mehrere Stars, Vorbilder aus seiner Jugendzeit, Michael Jackson, Udo Lindenberg, Falco, Herbert Grönemeyer, sie alle sind spürbar präsent.

Alles in Allem ein Abend, der sich nicht nur für Lukas gelohnt hat. Mockridge fesselt sein Publikum und das Publikum lässt sich fesseln, hängt an seinen Lippen. Bis Samstag spielt er noch jeden Abend in (natürlich) ausverkauften Hallen, danach ist die Tour endgültig „durch“ – aber die nächste kommt bestimmt.

Manfred Schwegmann, im “richtigen Leben” Buchhalter eines international tätigen Fenster- und Fassadenbauers hier am Ort. Schwegmann war nebenher zwei Jahre als freier Mitarbeiter für die hiesige lokale Tageszeitung aktiv, hat zum 75-jährigen Bestehen der Vereinigten Schützengesellschaften von Emsdetten deren Geschichte zusammen gefasst und in einem Buch veröffentlicht. Neben weiteren kleinen war sein (zumindest in den Ausmaßen) größtes Projekt wohl die Glückwunschkarte zum Stadtjubiläum. 1.620 Portraits Emsdettener Bürger auf einer 163,8 qm großen Karte zierten im Jubiläumsjahr 2013 für sieben Wochen die Rathausfassade.