Große Schiffe, sehr viel Sonne – teils auch Regen. Das Team der „Emswanne“ startete letzte Woche die zweite Etappe, ab Meppen ging es in Richtung Nordsee. Bei strahlendem Sonnenschein. Aber von Anfang an…

Am Mittwochmorgen um kurz vor sechs war an der Rheiner Straße in Emsdetten ungewöhnlich viel los. 11 Freunde machten sich bereit für die zweite Etappenfahrt der Emswanne. Die Vorfreude war groß: in den nächsten Tagen soll das umgebaute Bullidach Salzwasser unter´m Bug spüren. Bis es soweit war, durften erstmal ein paar Hindernisse überwunden werden. Nachdem alles auf den Anhänger geladen und die Wanne sicher auf dem Trailer lag, konnte es los gehen in Richtung Meppen. An dem Steg, an dem die erste Etappe letztes Jahr endete, ging es dieses Jahr weiter. „Als wären wir erst gestern hier gewesen!“, hörte man aus der gut gelaunten Runde. Bei strahlendem Sonnenschein gingen die Paddel ins Wasser – die Tour konnte los gehen.

Gute Stimmung machte sich breit und die Emswanne wurde wieder das „zu Hause“ der insgesamt 13 Mann starken Truppe. Nach gut eineinhalb Stunden kam das erste Highlight des (ersten) Tages: die erste von zahlreichen Schleusenfahrten stand an. 2,9 Meter mussten überwunden werden. Aber alleine in der Schleuse mit der kleinen Emswanne? Wäre ja langweilig. Kurze Zeit später kam noch ein großes Binnenschiff dazu und prompt war die Schleuse auch schon voll.  Vorbei an einem großen Hafen ging es weiter durch die Natur. Vorbei an Pferden, Enten und viel Land. Die nächste Schleuse war schon wieder in Sicht , die Sonne brannte weiter.

Am ersten Tag lief alles perfekt. Bis auf einen kleinen Zwischenfall bei der Ankunft in Lathen. Das Beiboot fuhr vor, um Aufnahmen bei der Ankunft im kleinen Hafen zu machen. Dafür wurde extra eine Drohne organisiert, welche wir bei Ankunft steigen ließen. Allerdings ist diese am Rande des Wassers abgestürzt und war somit „außer Dienst“.  Angekommen im Hotel ging es für alle erstmal unter die Dusche. Die Zimmer wurden bezogen, danach ging es zum Essen. Schließlich wollte man ausgeruht und gestärkt in den nächsten Tag starten.

Der Zweite Tag: Das Wetter war noch mit der Morgensonne überdeckt. Das sollte sich aber schnell ändern. Gerade los gepaddelt, änderte sich das Wetter schlagartig. Dunkle Wolken zogen hinter dem Tross her und nahmen das Sonnenlicht komplett weg. Die Stimmung auf der Wanne kippte trotzdem nicht. Der Regen kam! Und der war teilweise nicht ohne.

Dauerregen über Stunden. Die Männer im Beiboot hatten unter einer Brücke eine Pause eingelegt. Die Männer auf der Emswanne paddelten mit voller Kraft bis zur nächsten Schleuse weiter, die durch den Regen nur sporadisch zu erkennen war. Da natürlich auch das Beiboot den Schleusengang mitmachen musste, um bei der Wanne zu bleiben, wurde die Pause schnell beendet. Auf halber Strecke zwischen der Brücke und der Schleuse (ca. 1 Km) stellte man fest, dass ein Handy unter der Brücke liegen geblieben ist. Schnell wendete man das Beiboot, holte das Handy und fuhr mit 5,5 PS wieder zurück zur Schleuse. Die Emswanne hatte diese jedoch schon zwischenzeitlich passiert, nun stand das Beiboot allein vor der Schleuse. Nach einem Telefonat mit dem Schleusenwärter durfte auch das Beiboot die Schleuse passieren. Ein witziges Bild. Das Wasser in der Schleuse wurde allein für das kleine Beiboot abgelassen.

Gute Nachrichten kamen hinter der Schleuse. Der Regen sollte aufhören. Und das tat er auch. Kurze Zeit später legte der Tross eine gemeinsame Pause an einem Steg ein. Nach belegten Brötchen, die man den Jungs vorbeibrachte, konnte die Tour schnell weiter gehen. Es galt ja noch ein paar Kilometer zurückzulegen. Weiter in Richtung Norden ging es zu dem kleinen Örtchen Bollingerfähr, um dort die dritte Schleuse zu überwinden. Zuschauer auf beiden Seiten der Schleuse gaben den Paddlern weiter Kraft und Motivation, das Tagesziel zu erreichen. Am Himmel waren wieder dunkle Wolken zu sehen, alle dachten, es fängt gleich wieder an zu regnen. Zum Glück war es nicht so und man konnte den kleinen Anleger in Papenburg-Herbrum erreichen. Von dort aus ging es mit unserem eigenen Shuttle-Bus zum Hotel, welches gut einen Kilometer entfernt war. Auch hier haben sich alle erstmal kurz erholt, bevor man sich bei großer Schnitzelplatte, Gyros, Saucen und Bratkartoffeln stärkte.

Wenn ihr wissen wollt, warum alle im „Tor zur Nordsee“ etwas angespannt waren, man mit Betrügern zu tun hatte und die Emswanne auf Grund gelaufen war, dann laden wir euch in den nächsten Tagen ein, den zweiten Teil der Reportage zu lesen.

Eike Brünen lebt, wohnt und lernt in der wunderschönen Stadt Emsdetten. Hier arbeitet er in einem großen Altenwohnheim und erlernt dort die Altenpflege. In der Freizeit ist er stellvertretender Vorsitzender der Jugendabteilung des DRK-Emsdetten, dem Jugendrotkreuz. Das Fotografieren ist seine Leidenschaft. Er ist gerne in der Natur und findet da immer wieder interessante Motive. Weiter beschäftigt sich Eike Brünen sehr ausgiebig mit Portraitfotografie.