Ein gut frequentierter Frühjahrsmarkt kann mitunter auch nach sich ziehen, dass eine dann direkt im Anschluss stattfindende Theaterpremiere etwas weniger gut besucht ist. „Aber das ist in jedem Jahr das gleiche Phänomen“, so ist aus den Kreisen der Hollinger Laienspielschar zu hören. Die Zuschauerzahlen bei der Premiere bleiben recht überschaubar während jetzt einige weitere Aufführungen schon fast ausverkauft sind. – Aber zum Stück selber:

Wenn Angela Merkel eine E-Mail erhält, in der ihr der französische Staatspräsident unmißverständliche Angebote macht, dann könnte diese Mail von einem Computerspezialisten aus Hollingen stammen. „Computerspezialist“ ist dabei eine etwas eigensinnige Bezeichnung für „Hacker“, – und wenn dieser dann im gleichen Atemzug dafür sorgt, dass die gesamte Kriegsflotte im Mittelmeer ausläuft, einige hochrangige Politiker ihren Rücktritt erklären, – „Füör socke Saken, dao kann man all wull füör in’t Kittken kuemen, – un een Jaohr upp Bewährung noch detao.“ Dass es sich hierbei nicht um das reale Leben handelt sondern um eine rabenschwarze Komödie in plattdeutscher Mundart beruhigt dann doch. Neben allerlei Schabernack am PC fährt Robert Siemsen (verkörpert durch Udo Menebröcker) aber auch den Leichenwagen. Als dieses Fahrzeug eines Tages defekt ist und repariert werden muss, weigert sich die ausführende Werkstatt, tatsächlich tätig zu werden, solange das Fahrzeug noch „beladen“ ist. – Wohin also jetzt mit der Leiche (Steffi Albers)?? Tumult ist dabei vorprogrammiert. Für weitere Aufregung und Verwicklungen sorgen der Erfinder Hubbi Siemsen (Dieter Fontein), Bruder von zuvor erwähntem Robert sowie deren Schwester Heidi Siemsen (Monika Lanfer), die sich seit ihrem letzten Indien-Urlaub weigert,  zu waschen und somit eine entsprechende Aura mit sich herumträgt. Erstmals in Hollingen auf der Bühne und gleich einen überzeugenden Einstand gibt Monika Weischer als Christine Siebert. Nach einigen Jahren Pause gehört Thea Hemersch in der Rolle der Antje Strauß, einer Freundin der „Weltenbummlerin“ Heidi, wieder zum Ensemble. Thea Hemersch und Dieter Fontein teilen in ihren Rollen das Schicksal des Sprachfehlers (sie müssen stottern). In weiteren Rollen haben stets Michael Wissing (er macht die Siemsen-Geschwister komplett), Lisa Wissing-Hartmann, Anne Dietz und Andre Fontein die Lacher auf ihrer Seite. Astrid Beicke sorgt beim „Hängen“ dafür, dass die Akteure sicher wieder in ihren Text kommen. Karl-Heinz Weinhold und Winfried Büker sind für die notwendigen Requisiten zuständig, Andreas Antemann und Georg Beicke haben die Kulissen gebaut, welche dann mit viel Liebe für’s Detail von Dietmar Wenkers und Tochter Katarina bemalt wurden. Das Schminken der Schauspieler übernahmen wieder Andrea Menebröcker und Euthymia Fontein. Die Gesamtleitung liegt bei Josef Hemersch.

Deftige plattdeutsche Mundart, viel Witz, Garantie für gute Unterhaltung und…. zum Ende hin eine Überraschung, die hier natürlich nicht verraten wird, aber live mitzuerleben ist während der sechs noch folgenden Aufführungen an den nächsten drei Wochenenden. Erstmals wird in diesem Jahr eine Mikrofon- und Lautsprecheranlage eingesetzt, so das auch in der letzten Ecke eine gute Akustik gewährleistet ist.

 

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Manfred Schwegmann, im “richtigen Leben” Buchhalter eines international tätigen Fenster- und Fassadenbauers hier am Ort. Schwegmann war nebenher zwei Jahre als freier Mitarbeiter für die hiesige lokale Tageszeitung aktiv, hat zum 75-jährigen Bestehen der Vereinigten Schützengesellschaften von Emsdetten deren Geschichte zusammen gefasst und in einem Buch veröffentlicht. Neben weiteren kleinen war sein (zumindest in den Ausmaßen) größtes Projekt wohl die Glückwunschkarte zum Stadtjubiläum. 1.620 Portraits Emsdettener Bürger auf einer 163,8 qm großen Karte zierten im Jubiläumsjahr 2013 für sieben Wochen die Rathausfassade. Schwegmann führt zudem die Chronik der Hollinger Schützengesellschaft in Wort und Bild.

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