So ist das, wenn, berechtigte, Bürgerwünsche auf die, ebenso berechtigten, Planungsvorgaben von Dienstleistern und Behörden treffen. Da werden auch schon mal „fast“ Ultimaten gestellt.

Aber der Reihe nach. Am vergangenen Dienstag hatte die Stadt Emsdetten zu einer Informationsveranstaltung zum Bebauungsplan für das neue Kombibad geladen. Vorgestellt wurde – natürlich – der Stand der Planung für das neue Vorhaben, aber ebenso wurde sicherlich für manchen transparent, welche Zwänge auf die Planer warten und welche – oft unterschiedlichen – Interessen zu beachten sind. Sicherlich nicht immer einfach.

Michael Brunsieck, Chef der städtischen Planer, begrüßte die zahlreichen Anwesenden, die den Weg ins Cafe Heinrich, nahe des Waldfreibades und damit auch des geplanten neuen Bades, fanden. Er wies zurecht auf die allgemeinen gesetzlichen Grundlagen hin und die Entscheidungshoheit des Rates, auch, dass das ein möglicher Interessenkonflikt sei und sicherlich schon in den ersten Überlegungen Ursache für manchen Kompromiss.

Christian Schröder, der technische Leiter der Stadtwerke – diese sind Betreiber der sanierungsbedürftigen Bäder der Stadt und auch zuständig für Planung und Betrieb des zukünftigen Kombibads – konkretisierte einige der Rahmenbedingungen, die beachtet werden müssen. Die Hochwasserlinie des Mühlenbaches, der Gewässerschutz wegen des Wasserwerkes am Grevener Damm, der allgemeine Grundwasserschutz spielen ein Rolle, aber auch zum Beispiel die Geländesituation, die bei Zufahrten und Zugängen eine Rolle spielt und auch die barrierefrei Erreichbarkeit; Beachtung muss auch jeder Baum finden, der heute noch auf dem zukünftigen Bauplatz steht.

In der anschließenden Diskussion wurden die zwei unterschiedlichen Interessen der Anwesenden deutlich. Die Anwohner sorgten sich, verständlich, um die Erhöhung des Verkehrsaufkommens in der Umgebung des zukünftigen Bades, Beeinträchtigungen ihrer Wohnlage, aber auch die Optik  des geplanten Zweckbaus stieß nicht unbedingt auf Gegenliebe.

Die Nutzer des bisherigen Waldfreibades hatten eher ein Interesse an der Ausgestaltung der Nebenbereiche, Umkleiden, Spinde, die zukünftig vom Hallenbad und dem Waldfreibad gemeinsam genutzt werden.

Auch die bisherigen Anlagen sollen für die Zukunft erhalten bleiben, denn „ohne Wärmehalle geht gar nix…“

Aber – wie gesagt – zuerst geht es um die Veränderung des bestehenden Bebaungsplans, die Details für das Kombibad sind erst in der Ausarbeitung. Noch bleibt Zeit für einige Diskussion, bis 2021 das Bad eröffnet wird.

Ich, Jochen Schülpke, bin Kölner. Der einzige Rheinländer unter lauter Westfalen, Emsdettener. Aber genau deshalb schreib ich hier: ich will die kleine Stadt, in die es mich verschlagen hat, kennenlernen. Bin neugierig, schau mich um, frag viel und dann schreib ich es auf.