11825028_904152632990499_7779841910646122738_nGenau … Teil 2 hatte mit Whisky und einem gälischen „Slange Var“ geendet … und darauf kommen wir gleich zurück. Am 4. Tag der Schottlandreise hieß es Koffer packen, Ballachulish verlassen und uns Richtung Speyside bewegen. Nacheinem kurzen Stop in der Glasbläserei in Fort Augustus und einer „Fernsicht“ auf Urquard Castle (leider kann man einige Castles ohne teuren Eintritt nur von Weitem sehen) zum berühmten Loch Ness.

Einige Teilnehmer wollten sich mit eigenen Augen davon überzeugen, dass es Nessie … nun … gibt oder nicht gibt … wir haben es nicht herausgefunden. Die Geschichte der „Nessie“ dürfte hinreichend bekannt sein. Wer Lust hatte, konnte diese im Visitor Center vertiefen, die anderen nutzten die Gelegenheit, das preisgekrönte Pub „Fiddlers“ zu besuchen, das schottische Nationalgericht „Haggis“ zu probieren und natürlich ein Guinness, einen Cider und/oder einen Whisky zu testen.

Gestärkt ging es dann weiter zum „Culloden Battlefield“, wo wir uns wieder mit dem geschichtlichen Teil Schottlands befassten. Die Schlacht von Culloden fand am 16. April 1746 zwischen englischen Regierungstruppen und aufständischen Jakobiten auf dem Culloden Moor statt. Bonnie Prince Charlie war mit seinen Highlandern nach einigen gewonnen Schlachten schon weit in englische Gebiete vorgedrungen, zog sich dann aber ein Stück zurück, um seine Truppen wiede zu stärken.

Als bekannt wurde, dass der Herzog von Cumberland mit seiner Armee auf Inverness marschierte, postierte Charles seine Armee auf dem nahe gelegenen Culloden Moor. Sie zählte noch etwa 5.000 Mann und war durch Krankheiten, Hunger und schlechte Bewaffnung geschwächt und demoralisiert. Aufgrund der schlecht gewählten Position im Moorgebiet und den strategisch überlegenen Engländern wurden die Schotten vernichtend geschlagen.Selbst fliehende Überlebende wurden noch in einem Massaker getötet. Die Schlacht bei Culloden war die letzte Schlacht auf dem Boden der britischen Inseln. Sie wird in Schottland bis heute vielfach als nationale Katastrophe wahrgenommen, wobei die Grausamkeiten Cumberlands und die folgende Zerstörung der alten Gesellschaftsordnung der Highlander gleichermaßen eine Rolle spielen.

Als nationales Trauma ist sie natürlich auch in die Literatur und die Dichtung eingegangen, z. B. in Robert Burns’ Gedicht The lovely lass of Inverness, oder das heute vielfach vertonte Loch Lomond von Andrew Lang.Der Besuch des Schlachtfeldes und der Ausstellung hat uns so gefesselt, dass wir den Besuch dort zeitlich ausweiteten. Leider blieb uns dann nur noch wenig Zeit für die geplante Besichtigung des „Cawdor Castle“, den Handlungsort von Shakespeare’s Macbeth. Ein kleiner Teil der Truppe hat das Castle trotzdem kurz besichtigt, während ein Teil der Band den Vorplatz des Schlosses für eine Spielprobe nutzte. Hier übrigens einen besonderen Dank an unsere Sylke, die überall dort, wo wir wenig Zeit hatten, die horrenden Eintrittspreise für die Gruppe heruntergehandelt hat.

Den Abschluss des Abends verbrachten wir dann an unserer nächsten „Station“ im Craiglynne Hotel in Granton on Spey, Speyside „DIE“ Whiskyregion in Schottland. Und so kommen wir schon zu Tag 5., dem Tag, an dem alle Whiskyliebhaber den ganzen Tag tief eingeatmet haben, um ein wenig vom „Angel’s Share“ zu erhaschen. Angels’ share, der ‚Schluck der Engel‘, ist ein Begriff aus der Whiskybrennerei und bezeichnet den Anteil des Whiskys, der im Laufe seiner Lagerung aus dem Fass verdunstet. Dies ist sogar Thema des Films „Ein Schluck für die Engel“. Und da im Gebiet „Speyside“ rund 50 Whiskydestillen beheimatet sind, liegt dort wohl überall Angel’s Share in der Luft … Wir fuhren also quer durch das Speyside Gebiet und besuchten als ersten die Kathedrale von Elgin. Dies ist eine der ältesten Kathedralen Schottlands und hat ihre ganz eigene Geschichte, vom Wolf und dem Feuer. Wir bekamen sie im Bus vorgelesen.

Weiter ging es nach Cullen / Cullen Bay. Cullen ist ein Küstenort am Südufer des Moray Firth. Der Ort hat keine geschichtliche Bedeutung, hat aber eine gewisse Berühmheit durch seine Eisenbahnbrücke, die mitten durch den Ort gebaut wurde und durch eine weitere regionale Spezialität, das „Cullen Skink“. Dies dürften wir im örtlichen Pub „Three Kings Inn“ genießen, welches einige Mitglieder unserer Band im Vorjahr auf ihrer Schottlandtour entdeckt hatten. Cullen Skink ist eine Fischsuppe mit geräuchertem Haddock (Schellfisch), Milch, Kartoffeln, Zwiebeln und schwarzem Pfeffer und ist ausgesprochen lecker und zu empfehlen. Das Three Kings Inn hat seinen Namen übrigens von den gleichnamigen Felsen. Die Legende sagt, dass an diesen Felsen ein schottischer, ein dänischer und ein norwegischer König begraben sind. Wir haben das Cullen Skink und die Atmosphäre eines typischen Pubs jedenfalls sehr genossen und im Anschluss für den Wirt und seine Gäste aufgespielt. Unter der berühmten Eisenbahnbrücke mit Blick auf’s Meer gaben wir einige Stücke zum Besten.

Zu Ehren der Bewohner hatte ein Teil unserer Piper extra das Stück „Cullen Bay“ eingeübt, wovon diese sehr berührt waren. Es gab zur Belohnung … was sonst … natürlich einen Whisky, aber die Auftritte auf schottischem Boden waren auch für uns immer ein besonderes Erlebnis. Dennoch mußten wir dann weiter, denn ein wichtiger Programmpunkt fehlt uns noch. Die Besichtigung einer echten alten Whisky-Destille mit anschließendem Tasting. Dies hatten wir in der naheliegenden „Strathisla“ Destille gebucht, eine der ältesten Destillen im Speyside Gebiet. Nach einer ausführlich Führung und Erklärung, wie man Whisky herstellt, gab es ein Tasting mit 4 Sorten Whisky. Jaaaa …. die Rückfahrt war ausgesprochen amüsant … slange var … slange var ;-))

Den Abend verbrachten wir, wie gehabt, gemütlich im Hotel oder sportlich im örtlichen Pub. Und dann hieß es schon wieder Koffer packen für den letzten Teil der Reise … einem Besuch „unseres“ Clans und anschließenden Edingburgh. Mehr davon wie immer in Kürze ….

(Quelle: Text/Foto – Ems Highlander Pipes & Drums)

 

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