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Ich bin ja eigentlich der Typ, der viel mit macht. Fliege für schöne Fotos über die Emsstadt oder „tanze“ als Anfänger unter den Profis Hip Hop. Doch kürzlich stand etwas ganz anderes auf dem Plan…

Nicht ganz so weit von der Innenstadt entfernt – genauer gesagt an der Amtmann Schipper Str. 52 liegt die Praxis von Michaela Ortmayer. Sie ist Heilpraktikerin für Psychotherapie. Im Vorgarten steht ein großes Schild mit u.a. dem Wort „Hypnose“ drauf – dies ist die einzige Therapieform, die sie anbietet und auf der sie sich auch spezialisiert hat. Viel kann ich mir ja nicht darunter vorstellen – nur dass, was man mal ab und zu im Fernsehen sieht: in ein Kaninchen „verwandelt“ werden oder etwas machen, was man gar nicht will. Das alles ist Quatsch! Ich gehe in die therapeutische Hypnose.

DerikFoto-4-3Der erste Eindruck der Praxis: freundlich, hell und sehr gemütlich. Vor dem Termin musste ich bereits Einiges an Formularen ausfüllen, zudem bekam ich von Frau Ortmayer auch schon viele Informationen. Nach einem Vorgespräch ging es auch los. Eine „Last“ trage ich mit mir. Ich „knabber“ ein bisschen an den Fingernägeln. Das will ich mir abgewöhnen. Der Selbstversuch ist genau das Richtige dafür. Nachdem ich meinen Platz vom „normalen“ Sessel in den Hypnosesessel gewechselt habe, wurde ich zugedeckt und in eine liegende Position gebracht.  Mit einer ganz sanften Stimme sprach Michaela Ortmayer ein paar beruhigende Sätze. Ich sollte mich an einen schönen Moment im Leben erinnern – schnell viel mir Einer ein. Ich wurde immer entspannter, soweit, dass ich irgendwann meinen eigenen Körper nicht mehr spürte. Ein angenehmes Gefühl, das man nicht beschreiben kann, ging in mir vor. Vor meinen geschlossenen Augen durchlebte ich im Alter von 7, 11 und 19 Jahren meine Kindheit. Schöne Momente und auch weniger schöne Momente spiegelten sich vor mir. Es liefen auch einige Tränen und mir blieb zwischenzeitlich der Atem stehen. An den weniger schönen Momenten haben wir bzw. Frau Ortmayer mit mir zusammen gearbeitet, so dass diese dadurch neutral bzw. positiv wurden.

Nach gut einer Stunde war alles vorbei. Für einen Selbstversuch eine relativ kurze Zeitspanne – normalerweise, so berichtet Frau Ortmayer mir, sind die Klienten bei der ersten Sitzung etwa drei Stunden in ihrer Praxis. Sie arbeitet sehr persönlich und klientenorientiert – sie möchte ihre Klienten und ihre Thematiken vor der Hypnose gut kennenlernen.

Eine tiefe Hypnose liegt nun hinter mir und ich bin sichtlich mitgenommen. Intensiv in die Kindheit zurück, die schönen und nicht schönen Momente noch einmal wieder „erleben“, ist ein unbeschreibliches Gefühl.  Ein Gefühl, was man definitiv nicht in Worte fassen kann.  Das war ein Selbstversuch, der mich sehr beeindruckt hat. Mit einem guten Gefühl konnte ich abschließend die Praxis verlassen.

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Eike Brünen lebt, wohnt und lernt in der wunderschönen Stadt Emsdetten. Hier arbeitet er in einem großen Altenwohnheim und erlernt dort die Altenpflege.

In der Freizeit ist er stellvertretender Vorsitzender der Jugendabteilung des DRK-Emsdetten, dem Jugendrotkreuz. Das Fotografieren ist seine Leidenschaft. Er ist gerne in der Natur und findet da immer wieder interessante Motive. Weiter beschäftigt sich Eike Brünen sehr ausgiebig mit Portraitfotografie.