ADJPG_9637(eb) Nach etwas längerer Zeit sind wir zurück mit unserer Reihe „Reporter im Selbstversuch“. Diesmal war ich auf dem Gelände des Gebrauchshundevereins Emsdetten – Sinningen unterwegs. Es ging um den sogenannten „Schutzdienst“. Hier werden die Hunde trainiert, zum Beispiel in den Arm des Trainers zu beißen. Ja, ihr hört richtig. Natürlich ist über dem Arm ein dick gepolsterter Ärmel, wo der Hundebiss nicht durchdringen kann.

Irgendwann war ich dann an der Reihe, das Opfer zu spielen. Fast komplett in einem Lederanzug gehüllt, ging es los. Leichter Angstschweiß floss über meine Stirn. „Ist ja nicht alle Tage das ausgewachsene Hunde dich beißen möchten.“, sagte ich zu mir.

Ich stand fast ganz alleine auf diesem leeren Platz – bis ich den Hund bellen hörte. In diesem Moment gingen mir einige Fragen durch den Kopf: „Wie stark wird mich der Hund beißen? Liege ich gleich am Boden? Oder was macht der Hund, wenn er fertig ist?“ Als der erste Hund vor mir stand und mir seine Zähne zeigte, schoss mir das Herz schon ein wenig in die Hose. Kurze Zeit später hing der Hund an mir beziehungsweise am Ärmel. Dieser wollte gar nicht wieder loslassen, hatte ich das Gefühl. Er wollte nur den Ärmel. Mich nicht! Das ganze Prozedere haben wir dreimal mit verschiedenen Hunderassen wiederholt, um einmal einen Eindruck zu bekommen, wie unterschiedlich die Beißkraft der Hunde ist. Und ja, die spürt man doch ein wenig. Genauso wie das Gewicht des Tieres – das war nämlich ebenso unterschiedlich.

Nach kurzer Zeit war auch ich dann am Schwitzen. Irgendwann brauchte ich dann mal 5 Minuten Pause. Im Augenwinkel sah ich aber nur, wie der nächste Hund vorbereitet wurde… Ich habe vergessen zu sagen, dass alle Hunde an der Leine und vom Herrchen bzw. Frauchen an mich herangeführt wurden. Nun wurde ein Hund von der Leine gelöst. Ich unterbrach mein Gespräch mit dem Trainer und fragte mit etwas großen Augen in die Runde, was jetzt Sache ist. Die Antwort kam schnell: „Du musst jetzt rennen!!“ Und dies tat ich dann auch. Dieser Moment, wenn du weißt, dass ein Hund hinter dir her ist und dir in den Ärmel beißen möchte, ist erst ein unwohles Gefühl. Ok, viel rennen musste ich nicht. Der Hund war einfach viel schneller als ich. Der Hund bekam den Ärmel und war glücklich. Ich war ein wenig erleichtert, als der Hund sein „Spielzeug“ hatte.

Ich muss sagen, dass dieser Selbstversuch ein etwas Anderer war. Vom Hund „Gebissen“ zu werden, erlebt man auch nicht alle Tage. Und am Ende des Tages konnte ich feststellen – den Hunden geht´s gut – und auch mir geht´s gut.

 

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Eike Brünen lebt, wohnt und lernt in der wunderschönen Stadt Emsdetten. Hier arbeitet er in einem großen Altenwohnheim und erlernt dort die Altenpflege. In der Freizeit ist er stellvertretender Vorsitzender der Jugendabteilung des DRK-Emsdetten, dem Jugendrotkreuz. Das Fotografieren ist seine Leidenschaft. Er ist gerne in der Natur und findet da immer wieder interessante Motive. Weiter beschäftigt sich Eike Brünen sehr ausgiebig mit Portraitfotografie.