IMG_8948(ms) Sie erzählt vom Viennmöerken, vom Rittmeister und dem Heidemann, erklärt die Vorzüge des Spitzwegerichs und eines Pilzes, der nur hier im Moor an den Bäumen wächst, denen die Feuchtigkeit entzieht und sie somit „in die Knie zwingt“. Die Rede ist von Barbara Tillmann, Gästeführerin des Emsdettener Verkehrsvereins bei der Moorwanderung. Rund 15 Personen treffen sich am Mittwochabend an der Schutzhütte des Hegerings um hier gut zweieinhalb Stunden später wieder einzutreffen, dann aber definitiv um ein Erlebnis reicher. Der angenehme Duft frisch gemähter Wiesen liegt in der Luft, als Tillmann die Teilnehmerliste durchgeht. – Wird hier etwa kontrolliert, ob am Ende auch wieder alle aus dem Moor zurückkommen? Das Leben und Wirken der Annette von Droste Hülshoff ist ständiger Begleiter dieser Tour, zieht sich wie ein roter Faden durch den Abend. Ständiger Begleiter auch ein Kuckuck, der immer wieder aus der Ferne zu hören ist. Die Flora und Fauna des Venns ist schon überwältigend, Rehe laufen einem über den Weg, Graugänse starten und landen in unmittelbarer Nähe, Barbara Tillmann vergleicht die hier lebenden Frösche mit der Männerwelt. Die Vögel geben  ein klangvolles Konzert, wie es kein Radiosender wiedergeben kann. Und man ist live dabei, mittendrin. „Mittendrin“ demonstriert sie auch anschaulich, wie schnell man hier hoffnungslos versinken kann, steckt plötzlich selber fast knietief im Morast, erklärt die Tücken des Torfmooses. Ein Glas Moorwasser sieht aus wie eine Probe, die man sonst schon mal zum Arzt bringt. Und zwischendurch immer wieder die Geschichten und Sagen, man möchte sich einen Lehnsessel dazu holen und ihr stundenlang weiter zuhören. Das Wandern über den wabernden Boden, jeder Schritt verursacht Schwingungen. Am Ende erfahren die Teilnehmer noch, welche Strecke sie denn jetzt gelaufen sind, – aber keiner hat auch nur einen Meter bereut. Die Aktionen die hier stattfinden um das Emsdettener Venn, das in seiner Fläche vor 100 Jahren noch etwa zehn Mal größer war, zu erhalten, sind es wert weiter unterstützt zu werden. Schaurig ist’s, über’s Moor zu geh’n, – wenn es knistert und rasselt und…..

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Manfred Schwegmann, im “richtigen Leben” Buchhalter eines international tätigen Fenster- und Fassadenbauers hier am Ort. Schwegmann war nebenher zwei Jahre als freier Mitarbeiter für die hiesige lokale Tageszeitung aktiv, hat zum 75-jährigen Bestehen der Vereinigten Schützengesellschaften von Emsdetten deren Geschichte zusammen gefasst und in einem Buch veröffentlicht.

Neben weiteren kleinen war sein (zumindest in den Ausmaßen) größtes Projekt wohl die Glückwunschkarte zum Stadtjubiläum. 1.620 Portraits Emsdettener Bürger auf einer 163,8 qm großen Karte zierten im Jubiläumsjahr 2013 für sieben Wochen die Rathausfassade. Schwegmann führt zudem die Chronik der Hollinger Schützengesellschaft in Wort und Bild.