Man sollte ein Quiz veranstalten und fragen, was sich hinter dem Kürzel SCW verbirgt, wenige von den über 36TS Emsdettener würden es auflösen können. Dabei sind die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die sich hinter diesem Kürzel verbergen, nicht so ganz unwichtig für die Lebensqualität aller Emsdettener.

SCW ist das ServiceCenter Wirtschaft, der Dienstleister der Stadt für ihre wirtschaftliche Entwicklung. Es soll die Voraussetzungen schaffen, dass die über 1400 umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen auch weiter in der Stadt bleiben, expandieren und dass neue hinzukommen. Das sind die  Voraussetzung für die Arbeitsplätze von über 14TS sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und eine vergleichsweise niedrige Arbeitslosenzahl von 4,2%.

Am Donnerstag, 29.6., wurde im Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Umwelt der Jahresbericht der ServiceCenters vorgestellt, ein Zahlenwerk, welches belegen soll, dass Emsdetten die Rahmenbedingungen für wirtschaftliche Entwicklung gesetzt hat. Zwei Schlüsselindikatoren stellte André Reinke vom SCW, begleitet vom Bürgermeister Georg Moenikes und dessen Vertreter Elmar Leuermann, in einem Gespräch vor. Die primäre Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung – auf die eine Stadtverwaltung gestalterischen Einfluss hat – ist die Verfügbarkeit und Ausstattung von Gewerbeflächen. Das Management dieser Flächen ist ein Gradmesser für die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung. Ein zweiter Gradmesser für die Wirtschaftskraft einer Stadt ist ihre Verbindung nach Innen, aber auch nach Außen oder pragmatisch gesagt, die Verfügbarkeit von adäquaten Kommunikationsnetzen, von Breitbandverbindungen. Der Ausbau des Breitbandnetzes ist – auch durch die Nutzung von Fördermitteln – voraussichtlich Ende 2018 erfolgreich abgeschlossen, die jetzt noch unterversorgten Außenbereiche werden angeschlossen.

Was aber bedeutet das für Emsdettener Bürger, die nicht als Unternehmer davon einen Nutzen haben? Zunächst natürlich die Verfügbarkeit von qualitativ ausreichenden Anschlüssen im Privathaushalt; darüber hinaus auch eine optimale Ausstattung öffentlicher Einrichtungen ( Rathaus, Emshalle, Stadtbibliothek um nur einige zu nennen). Auch die Anbindung sämtlicher Schulen wird in diesem Jahr abgeschlossen und anschließend die inhouse Verkabelung dieser Schulen. Also diese Ansprüche der Stadt als Wirtschaftsstandort kommen allen Bürgern und Einrichtungen zugute. Hier hat die Stadt ihre Hausaufgaben gemacht. Alltäglich merkt man das auch, nutzt man die kostenlosen WLAN – Hotspots, die sich von der Innenstadt weiter ausbreiten werden.

Etwas schwieriger sieht es in dem zweiten Indikatorbereich aus, im Gewerbeflächenmanagement. Zunächst sind auch da die Hausaufgaben gemacht, im Vergleich der Gewerbeflächenvermarktung der letzten Jahre wurde auch 2016 ein durchschnittlicher Wert wieder erreicht, also ca. 26.000mverkauft. Schwieriger stellt sich aber die Situation dar, wirft man einen Blick in die Zukunft: die verfügbaren Flächen werden rar. Und bedenkt man, dass Planungszeiträume von Gewerbegebieten in Jahrzehnten gerechnet werden, dagegen der Bedarf von Seiten der Wirtschaft mitunter nur in Monaten, kann man das gefüllte Hausaufgabenheft der SCW erahnen.

Das Fazit: Hausaufgaben gemacht, fein, aber die neuen Hausaufgaben – die Bereitstellung neuer Gewerbeflächen – sind noch zu stemmen. Der Fairness halber darf hier nicht unerwähnt bleiben, dass die Stadt diese Aufgabe nicht allein zu bewältigen hat. Hier sind auch die übergeordneten Stellen in der Verantwortung.

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Ich, Jochen Schülpke, bin Kölner. Der einzige Rheinländer unter lauter Westfalen, Emsdettener. Aber genau deshalb schreib ich hier: ich will die kleine Stadt, in die es mich verschlagen hat, kennenlernen. Bin neugierig, schau mich um, frag viel und dann schreib ich es auf.

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