TSF_2270Aufgrund der Berichterstattung sowie der verständlicherweise sehr aufgewühlten Stimmungslage nimmt das Bistum Münster zur Schließung des Emsdettener Krankenhauses wie folgt Stellung:

In der Berichterstattung wird immer wieder auf die angebliche Verantwortung des Bistums Münster für die Schließung des Krankenhauses in Emsdetten hingewiesen. Die ständige Wiederholung dieser Behauptung ändert nichts daran, dass dies falsch ist. Das Bistum ist nicht Träger oder Gesellschafter dieser oder anderer Krankenhäuser. Da sich die Einrichtungen in der Trägerschaft von Kirchengemeinden oder kirchlichen Stiftungen befinden, unterliegen sie der Aufsicht des Bistums. Aufsicht bedeutet jedoch nicht, das wirtschaftliche Risiko tragen zu können. Das Bistum wäre gar nicht in der Lage, den Betrieb dieser Einrichtungen finanziell zu stützen.

Die Krankenhäuser in Borghorst, Greven und Emsdetten befanden sich bereits seit Jahren in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation, wobei die Lage des Emsdettener Hauses besonders prekär war. Vergleichsweise kleine Krankenhäuser sind angesichts der Rahmenbedingungen kaum überlebensfähig (außer Spezialkliniken). Daher entschieden sich die Träger der Krankenhäuser, die Standorte zur Marienhospital Münsterland GmbH zusammen zu schließen, um durch die Zusammenarbeit wirtschaftliche Vorteile zu erzielen und das Überleben zu sichern. Obwohl die beteiligten Kirchengemeinden als Gesellschafter erhebliche finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt haben, hat sich ein wirtschaftlicher Erfolg der neuen Gesellschaft nicht eingestellt. Angesichts der weiterhin erheblichen Defizite, die nicht auf kurzfristigen Schwierigkeiten beruhen, sondern strukturell bedingt sind, war es nicht möglich, die Krankenhäuser in ihrer bisherigen Gestalt zu erhalten. Daher hat die Gesellschaft Gespräche zur Übernahme durch einen anderen Träger geführt. Um in dieser Phase die Insolvenz der Häuser zu verhindern und die Zahlung des Weihnachtsgelds an die Beschäftigten sicher zu stellen, hat das Bistum im November 2014  500 000,- € als verlorenen Zuschuss gegeben. Die Verhandlungen konnten jedoch nicht zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden, so dass der Weg in die Insolvenz nicht mehr zu verhindern war. Es wäre unvertretbar, jährlich Millionenbeträge in die Hand zu nehmen, um wirtschaftlich nicht tragfähige Strukturen zu erhalten. Das Bistum hätte es gern gesehen, wenn die Insolvenz hätte vermieden werden können und bedauert die Entwicklung. Wir sehen die Härten, die für die betroffenen Mitarbeiter/innen entstehen und erkennen, dass dies auch ein herber Verlust für die Stadt Emsdetten ist. Es war auch vorauszusehen, dass damit aus unserer Sicht unhaltbare Vorwürfe gegen das Bistum und die Kirche verbunden werden.

Die immer wieder gestreuten Behauptungen, das Bistum hätte Lösungen zum Erhalt aller drei Häuser verhindert, sind falsch. War bereits vorher der Einfluss im Wege der Aufsicht begrenzt, so konnte auf das Verfahren seit Insolvenzeröffnung kein Einfluss mehr genommen werden. Wir bitten zur Kenntnis zu nehmen, dass es neben dem Angebot der beiden kirchlichen Stiftungen kein weiteres Angebot gegeben hat. Das Bistum hat keinen Interessenten von der Abgabe eines Angebots abgehalten. Die privaten Anbieter, die im Gespräch waren, haben offensichtlich keine für sie interessante Perspektive gesehen.

Wenn nunmehr argumentiert wird, dass die Einbeziehung des Bistums in die Verhandlungen deutlich mache, dass das Bistum Einfluss genommen habe, so ist dies eine Fehleinschätzung. Das Bistum ist eingeschaltet worden, weil es sich bereit erklärt hat, aus sozialer Verantwortung für die Mitarbeiter/innen dieser kirchlichen Einrichtungen Kirchensteuermittel einzusetzen, um die Folgen für die betroffenen Mitarbeiter/innen zu mildern. Angesichts der mit der Übernahme der beiden Häuser in Greven und Borghorst verbundenen Risiken wäre auch die jetzt gefundene Lösung, bei der im Ergebnis auch viele Arbeitsplätze erhalten werden könnten, ohne eine Beteiligung des Bistums zur Hilfestellung bei sozialen Sachverhalten unwahrscheinlicher gewesen. Aus dieser aus sozialer Verantwortung getroffenen Entscheidung nunmehr zu schließen, dass das Bistum bewusst eine Entscheidung gegen Emsdetten herbeigeführt hätte, entbehrt nicht nur jeder Grundlage, sondern macht auch betroffen.

(Quelle: Text: Bischöfliche Pressestelle, www.bistum-muenster.de)

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