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Nachdem „Schlager lügen nicht“ eingeschlagen hat wie eine Granate und gleich mehrfach wiederholt wurde, hat sich die Münsterländische Freilichtbühne in Reckenfeld dazu entschlossen, ein weiteres Stück aus dieser Reihe zu spielen. Während „Schlager lügen nicht“ in den Siebzigern des vergangenen Jahrhunderts spielt, ist „Toast Hawaii“ ein Stiefkind der Sechziger Jahre. Und die Entscheidung war die Richtige. Die Premiere am vergangenen Samstag brachte nicht nur frenetischen Szenenapplaus und zwei Zugaben, sie brachte bei bestem Wohlfühlwetter das Publikum auch dazu, miteinzustimmen, wenn die Darsteller auf der Bühne die Schlagerhits aus der Zeit des Pettycoats live sangen. Als das häusliche Fernsehen noch die Ausnahme war, sich aber zunehmender Beliebtheit erfreute.

Die Akteure der Waldbühne kurz hinterm Ortsausgang von Emsdetten in Richtung Greven, – und damit sind neben den Schauspielern und Tänzern auch die Bühnenbauer gemeint, die Maskenbildner, die Kostümschneider, die Technik und nicht zuletzt auch die, die für detailgetreue Requisiten zuständig sind, die Regie… haben sich in diesem Jahr wieder selber übertroffen. Da wird der Hauptdarsteller aus dem Kinderstück „Jim Knopf“ von vor zwei Jahren plötzlich zum Hauptdarsteller des Erwachsenenstückes und mutiert hier gleich vom verschüchterten Lehrjungen zum leidenschaftlichen Liebhaber. Gesanglich perfekt besetzt die beiden weiblichen Hauptrollen und in einem der beiden gleich ein gekonnt umgesetztes Lehrbuch, wie „der deutsche Grammatik“ nicht funktioniert.

Die vielen Nebenschauplätze, an denen auch eine Menge passiert, während das Auge des Betrachters eigentlich vorne bei der großen Szene sein sollte, die kreativen und lebendigen Tanzeinlagen, eine beharrlich an ihr Ziel glaubende Fran Antje (ob sie es am Ende erreicht???) und natürlich die zur Freilichtbühne einfach dazu gehörende Waffel bzw. Curry-Wurst, all das ist bei der nächsten Fahrradtour einen Abstecher wert. „Alles Detten“ war schon da und hat auch gleich ein paar Impressionen mitgebracht.

 

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Manfred Schwegmann, im “richtigen Leben” Buchhalter eines international tätigen Fenster- und Fassadenbauers hier am Ort. Schwegmann war nebenher zwei Jahre als freier Mitarbeiter für die hiesige lokale Tageszeitung aktiv, hat zum 75-jährigen Bestehen der Vereinigten Schützengesellschaften von Emsdetten deren Geschichte zusammen gefasst und in einem Buch veröffentlicht.

Neben weiteren kleinen war sein (zumindest in den Ausmaßen) größtes Projekt wohl die Glückwunschkarte zum Stadtjubiläum. 1.620 Portraits Emsdettener Bürger auf einer 163,8 qm großen Karte zierten im Jubiläumsjahr 2013 für sieben Wochen die Rathausfassade. Schwegmann führt zudem die Chronik der Hollinger Schützengesellschaft in Wort und Bild.