Wie oft mag der Hahn der Landjugend schon früh morgens den Schlaf geraubt haben. Jetzt, am Samstag, beim Schützenfest, sollte es ihm an den Kragen gehen. Der obligatorische hölzerne Schützenfestvogel war nämlich in diesem Jahr ein Hahn. Stand er symbolisch für all seine „Mithähne“? Zahlreiche Schützenbrüder und -Schwestern trafen sich an der alten Schule in Ahlintel, marschierten unter den Klängen eines aus fünf Emsdettener Spielmannszügen spontan zusammengestellten Landjugend-Trommler-und-Pfeifencorps zur Ahlinteler Vogelstange. Genau abgepasst, zwischen den beiden Gewittern an diesem Tag, wurde bei strahlendem Sonnenschein der Hahn mit stolz geschwellter Brust und dem „Siegergrinsen“ im Schnabel in die Lüfte gezogen. Der durch das provokante Lächeln ausgestrahlte Optimismus verging ihm aber spätestens, als er sich schon während der ersten Schießrunde, eröffnet vom Vorjahreskönig Moritz Linnenbaum, von seinem aufgeplusterten Kamm verabschieden durfte.

Wie „im richtigen Leben“ wurde die Schlange der schießbereiten Mitglieder, die anfänglich 20 – 30 Personen zählte, immer kürzer, so dass sich am Ende fünf Aspiranten einem ungemein spannenden Wettkampf stellten.

Diesen konnte dann schlussendlich Tom Aupke mit dem 110. Schuss für sich entscheiden. Er nahm sich Carla Hölscher zur Königin und beide zusammen durften sie dann scheinbar unendlich vielen Gratulanten die Hände schütteln.

Die berüchtigte Landjugend-Schützenfest-Party fand dann auf dem Hof Linnenbaum statt, hier gesellten sich auch die Jubelkönigspaare dazu: Meike Scheffler und Andreas Dieckmann (10 Jahre), Petra und Christian Dillmann (25 Jahre) sowie Richard und Doris Abeler (40 Jahre).

Gefeiert wurde dann bis in die frühen Morgenstunden, – möglicherweise ja bis zum ersten Hahnenschrei….

„Alles Detten“ war beim Schießen dabei:

Manfred Schwegmann, im “richtigen Leben” Buchhalter eines international tätigen Fenster- und Fassadenbauers hier am Ort. Schwegmann war nebenher zwei Jahre als freier Mitarbeiter für die hiesige lokale Tageszeitung aktiv, hat zum 75-jährigen Bestehen der Vereinigten Schützengesellschaften von Emsdetten deren Geschichte zusammen gefasst und in einem Buch veröffentlicht. Neben weiteren kleinen war sein (zumindest in den Ausmaßen) größtes Projekt wohl die Glückwunschkarte zum Stadtjubiläum. 1.620 Portraits Emsdettener Bürger auf einer 163,8 qm großen Karte zierten im Jubiläumsjahr 2013 für sieben Wochen die Rathausfassade.