G43A0089Der Zustrom an Flüchtlingen in Deutschland und auch in Emsdetten steigt kontinuierlich an. Waren es im Juni noch 16 Personen im Monat, die nach Emsdetten gekommen sind, sind es in den ersten drei Augustwochen bereits 43 Personen. Die Flüchtlingszahl ist somit von 90 Personen in 2013 auf 164 Personen in 2014 und 341 Personen Stand heute gestiegen. Bis zum Frühjahr 2016 rechnet die Stadt aktuell mit ca. weiteren 300 Personen, die untergebracht und betreut werden müssen. Bisher sind die Flüchtlinge dezentral in angemieteten Wohnungen und Häusern untergebracht worden. „Diese Kapazitäten sind derzeit jedoch erschöpft. Uns bleibt keine Wahl, als auch – wie andere Kommunen – zumindest vorübergehend Sporthallen für die Unterbringung zu nutzen.“ erläutert Bürgermeister Georg Moenikes die Situation. „Unsere Gesellschaft wird sich grundlegend ändern.“, so Moenikes im Pressegespräch. Die Stadt wird deswegen ab Montag, 24. August 2015 die Spiel- und Sporthalle am Hallenbad für den Schul- und Vereinssport schließen und als Flüchtlingsunterkunft herrichten müssen. Ob dies ausreichend sein wird, kann derzeit nicht gesagt abgeschätzt werden. Daher prüft die Stadt derzeit entsprechende Alternativen – leerstehende Gewerbeimmobilien oder öffentliche Gebäude. Da das Krankenhaus möglicherweise reaktiviert werden könnte, kommt es für die Unterbringung der Flüchtlinge nicht in Frage, denn die Nutzung der Flüchtlingsunterkünfte geht bis weit ins neue Jahr hinein. Bestenfalls ist dann das Krankenhaus bereits wieder im Betrieb.

Bürgerinformationsveranstaltung
Um die Bürgerinnen und Bürger über die derzeitige Situation und die geplanten Maßnahmen zu informieren, lädt Bürgermeister Georg Moenikes am Montag, 31. August 2015 alle Interessierten zu einer Informationsveranstaltung zu 20.00 Uhr in den Bürgersaal von Stroetmanns Fabrik ein. Neben Informationen zur Unterbringung der Flüchtlinge sollen bei der Veranstaltung auch Möglichkeiten vorgestellt werden, wie die Emsdettener den Flüchtlingen helfen können. „Die jetzige Willkommenskultur in Emsdetten ist beeindruckend. So viele Ehrenamtliche sind schon aktiv mit im Boot. Das macht mich als Mensch und als Bürgermeister sehr stolz. Deswegen möchten wir in der Veranstaltung auch diese Stimmung aufnehmen und über weitere Hilfs-Möglichkeiten informieren. Die jetzige Flüchtlingssituation stellt uns alle vor Herausforderungen, die wir nur gemeinsam und gesamtgesellschaftlich lösen können.“ wirbt Moenikes für Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger.

Organisatorischer Hinweis: Der Zugang zu Stroetmanns Fabrik ist barrierefrei. Wer einen Gebärdensprachdolmetscher benötigt, meldet sich bitte kurzfristig unter der E-Mail-Adresse info@emsdetten.de oder per Fax unter der Nummer 922-199.

Sporthalle am Hallenbad
Ab Montag, 24. August 2015 beginnen dann die Vorbereitungen in der Sporthalle. Konkret wird dabei folgendes getan: Es wird ein Holzboden ausgelegt, Trennwände werden eingebaut – so dass geschlossene Raumeinheiten von 5m x 6m entstehen, die jedoch nach oben offen sind. Des weiteren werden Kocheinheiten eingebaut und Sanitäreinrichtungen hergerichtet. Die Eingangssituation muss angepasst werden, da der bisherige Notausgang hinaus auf den Innenhof zum neuen Haupteingang wird. Darüber hinaus müssen Betten aufgebaut und bezogen werden – hierbei werden schon in Emsdetten lebende Flüchtlinge in die Arbeiten mit eingebunden.

Die Arbeiten werden ca. 1 ½ bis 2 Wochen dauern. Die Turnhalle wird dann nach und nach mit Flüchtlingen belegt werden. Zunächst sind 30 – 40 Personen geplant. Wenn perspektivisch ein zweiter Rettungsweg geschaffen wurde, können hier insgesamt bis zu 100 Personen untergebracht werden.

Die Flüchtlinge in der Sporthalle sollen auch betreut werden – ob durch eigenes städtisches Personal oder mit externer Unterstützung wird noch geklärt. In einem nächsten Schritt wird dann auch geprüft, in wieweit Bildungseinrichtungen, wie Kindertageseinrichtungen und Schulen, die Flüchtlingskinder betreuen können.

Schul- und Vereinssport
Die Sporthalle wird derzeit von Schulen und Vereinen genutzt, insbesondere durch das Gymnasium Martinum und den TV Emsdetten. Schulamtsleiter Rainer Westers wird unmittelbar mit allen Schulen Gespräche führen, wie die Schulsportzeiten auf die anderen Hallen verteilt werden können. „Hierfür werden alle näher zusammen rücken und Kompromisse machen müssen. Ich bin aber überzeugt, dass das klappt“ ist sich Westers sicher, dass alle Schulen und Vereine bei der derzeitigen Sondersituation mitziehen werden.

Weitere Unterbringungsmöglichkeiten
Parallel zur Sporthallennutzung holt die Stadt derzeit auch Angebote für Wohncontainer ein. „Durch eine Wohncontainerlösung könnten wir ungefähr weitere 60 Personen unterbringen. Ich gehe davon aus, dass wir in der nächsten Woche hierzu mehr sagen können.“ informiert Elmar Leuermann, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters über weitere Optionen. Die Stadt sucht darüber hinaus auch weiterhin Wohnungen und Häuser zum Anmieten. Bürgerinnen und Bürger, die Wohnraum zur Verfügung stellen können, werden gebeten, sich bei der Stadt Emsdetten zu melden. Ansprechpartner bei der Stadt ist Dennis Röhrs (Tel. 02572-922516 oder roehrs@emsdetten.de)

Die Stadt prüft aber derzeit auch Unterbringungsmöglichkeiten in Gewerbeimmobilien. Diese sind – im Gegensatz zu Sporthallen – jedoch meist nur bedingt für eine Unterbringung geeignet, da es dort selten Sanitäranlagen und ausreichende Belichtung gibt.

(Quelle: Pressestelle Stadt Emsdetten, A. Gehling, Foto – A. Gehling)

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