_MG_4790-1(ms) 68 Einrichtungen mit ca. 8.000 Betten an 37 Standorten, über 12.000 Mitarbeiter, 750 Millionen Euro Bilanzsumme. So die derzeitigen Zahlen der in der Schweiz ansässigen AMEOS-Gruppe. AMEOS, vertreten durch Dr. Christoph Arnold und dem Vorstandsvorsitzenden Michael Dieckmann, standen heute den Medienvertretern Rede und Antwort. Zuvor haben die beiden Herren intensive Gespräche mit den Bürgermeistern Moenikes (Emsdetten), Vennemeyer (Greven) und Hoge (Steinfurt) sowie Vertretern aus Wirtschaft und Ärzteschaft geführt. Wenn es nach den Schweizern geht, würde künftig deren Mitarbeiterstamm um 1.700 erweitert. AMEOS ist bereit, „mehrere zig-Millionen“ zu investieren, sichert allen derzeitigen Mitarbeitern auf fünf Jahre einen festen Arbeitsplatz zu. Alle drei Häuser, Emsdetten, Greven und Borghorst würden erhalten. An jedem Standort eine Akutversorgung sichergestellt. Bislang hatten Emsdetten, Greven und Borghorst in weiten Teilen ein gleiches Leistungsportfolio, was unweigerlich zu internem Wettbewerb innerhalb der CKT-Trägergesellschaft geführt hat. Das ist mit ursächlich dafür, dass seit Jahren Verluste eingefahren wurden. Ein Phänomen, dem der Investor bei vorangegangenen Übernahmen immer wieder begegnet ist. Einschränkung vorhandener Abteilungen und gleichzeitig Ausbau/Neuschaffung und Spezialisierung neuer Tätigkeitsfelder sollen hier langfristig eine Perspektive schaffen. Die Mitarbeiter hatten in jüngster Vergangenheit bereits schrittweise auf Gehälter verzichtet. Gehaltsverzicht bis zu 15 % ist ein unbedingtes Muss für die AMEOS-Gruppe, – allerdings: wer bislang schon auf einen Teil verzichtet hat, der braucht keine weitere Kürzung um 15 % zu befürchten. Der Verzicht beläuft sich auf insgesamt maximal 15 % des derzeit gültigen Tarifs. Für evtl. entstehende soziale Härtefälle wird eine individuelle Lösung in Aussicht gestellt.

Die derzeitigen Mitarbeiter sind allesamt Angestellte der CKT, nicht der einzelnen Krankenhäuser, – das bedeutet, dass, wenn z. B. das Emsdettener Marienhospital geschlossen würde, nicht automatisch das in Emsdetten beschäftigte Personal gekündigt würde sondern die Anzahl der freigesetzten Stellen aus dem gesamten Personalstamm der CKT nach einem noch zu bestimmenden Schlüssel ermittelt wird. Derzeit in Greven oder Borghorst tätige Mitarbeiter wären also ebenfalls betroffen, könnten eine Kündigung befürchten oder evtl. künftig an einem anderen Ort tätig werden. Die AMEOS-Gruppe würde im Falle der Entscheidung pro-AMEOS auch die der CKT angeschlossenen Dienstleister übernehmen (ohne Gehaltsverzicht). Da andere Anbieter derartige Dienstleistungen bereits selber betreiben, würden auch die noch bestehenden Einrichtungen in Emsdetten, Greven und Borghorst abgängig.

Eine Mitarbeiterbefragung soll jetzt Klarheit bringen. Bis Mittwoch nächster Woche gilt es, einen Fragebogen zu beantworten, ihre Bereitschaft auf teilweisen Lohnverzicht zu erklären und für mindestens fünf Jahre einen gesicherten Arbeitsplatz zu behalten oder aber das Risiko einzugehen, möglicherweise in den nächsten Tagen eine betriebsbedingte Kündigung entgegen zu nehmen. AMEOS macht eine 90 %-ige Zustimmung zur Bedingung. Bleibt zu hoffen, dass sich die Mitarbeiter sowohl im Hinblick auf die medizinische Versorgung wie auch auf den Erhalt möglichst aller Arbeitsplätze im Sinne der gesamten Region entscheiden.

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Manfred Schwegmann, im “richtigen Leben” Buchhalter eines international tätigen Fenster- und Fassadenbauers hier am Ort. Schwegmann war nebenher zwei Jahre als freier Mitarbeiter für die hiesige lokale Tageszeitung aktiv, hat zum 75-jährigen Bestehen der Vereinigten Schützengesellschaften von Emsdetten deren Geschichte zusammen gefasst und in einem Buch veröffentlicht. Neben weiteren kleinen war sein (zumindest in den Ausmaßen) größtes Projekt wohl die Glückwunschkarte zum Stadtjubiläum. 1.620 Portraits Emsdettener Bürger auf einer 163,8 qm großen Karte zierten im Jubiläumsjahr 2013 für sieben Wochen die Rathausfassade. Schwegmann führt zudem die Chronik der Hollinger Schützengesellschaft in Wort und Bild.