Schuetzenfestsafari_neu2

Der Vorstand, und mit ihm die Gäste aus Berlin, treffen am Königstisch ein und überreichen ihr Präsent. „Das ist meine Chance!“ dachte sich die Betrogene, – oder die, mit der betrogen wurde? – War sie jetzt in der Täter- oder Opferrolle?   „Hier, das hast Du gestern Abend vergessen“ und hielt ihm eine angebrochene Schachtel, deren Inhalt eigentlich dem Schutz dient, also friedliche Zwecke, hin. – Das hatte gesessen. – Mit einem Schlag war es mucksmäuschenstill am Tisch geworden. Der ‚was-hat-das-zu-bedeuten-Blick‘ der Königin kreuzte sich mit ‚ich-kann-dir-das-erklären‘ des Scheibenkönigs, wenngleich er keinen blassen Schimmer hatte, wie diese Erklärung aussehen sollte. Und, als ob der erste Treffer direkt vor den Bug noch nicht gereicht hätte, flog sie einen zweiten Angriff: Du solltest übrigens die Marke wechseln, die hier waren viel zu groß.“ und warf das Korpus Delikti nun endgültig auf den Tisch. „Na, wenn se Dir nich passen, denn kann icke die ja wohl bekommen wa?“

Häuptling ‚der-vor-ihm-schoss‘ mit dem ‚es-ist-nicht-so-wie-du-denkst‘-Blick wurde zu Häuptling ‚ich-kann-dir-das-erklären‘, – nur wie? Was kann bei dieser Beweislage tatsächlich anders sein, als jeder hier am Tisch dachte? Er war mindestens genau so gespannt auf seine Erklärung wie seine Verlobte, die gerade ihren Partner an den Ärmeln nach draußen zog.

Der Vorfall wurde eigentlich nur von den Gästen am Königstisch wirklich wahrgenommen, alle anderen waren mit sich oder dem jeweiligen Gegenüber beschäftigt oder ließen einfach ihrer guten Laune freien Lauf. Es waren kaum 20 Minuten vergangen, da kam der frisch gekürte Scheibenkönig wieder in den Saal, nahm Jacke und Handtasche seiner Freundin und verschwand. „Sagt einfach, dass wir wegen einem dringenden Grund weg mussten.“ Schon für die Gratulanten, die zwischenzeitlich gerne ihren Glückwunsch dem Königspaar ausgesprochen hätten, musste irgendetwas wie „die brauchen mal kurz frische Luft“ erzählt werden, – stimmte ja auch irgendwie….

Rainer hatte noch immer die angebrochene Schachtel in den Händen. „Hier, vielleicht broochste die noch…“ wollte er ihm den eigentlichen Auslöser dieser ‚angespannten Situation‘ noch hinterher bringen, doch Marianne hielt ihn zurück: „Lass ma jut sein, die ha’m jetze andere Sorjen“

 

Der „Alles Detten“-Fortsetzungsroman 2015 endet an dieser Stelle, nicht aber die Geschichte. Was war jetzt mit dem ‚Geruch nach Hexenkasse‘, welches ‚Material‘ sammeln die Kaisers noch für ihren Diaabend in Berlin, findet ‚Häuptling-der-vor-ihm-schoss‘ tatsächlich eine Erklärung, wird seine Squaw diese akzeptieren? Diese und noch viele weitere Fragen sind offen. Eine Chance, für durchschnittlich 1.500 Leser pro Folge, für diese Geschichte selber einen Abschluss zu schreiben und uns den dann vielleicht sogar zur Verfügung zu stellen. – Wir würden uns freuen!

 

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Manfred Schwegmann, im “richtigen Leben” Buchhalter eines international tätigen Fenster- und Fassadenbauers hier am Ort. Schwegmann war nebenher zwei Jahre als freier Mitarbeiter für die hiesige lokale Tageszeitung aktiv, hat zum 75-jährigen Bestehen der Vereinigten Schützengesellschaften von Emsdetten deren Geschichte zusammen gefasst und in einem Buch veröffentlicht.

Neben weiteren kleinen war sein (zumindest in den Ausmaßen) größtes Projekt wohl die Glückwunschkarte zum Stadtjubiläum. 1.620 Portraits Emsdettener Bürger auf einer 163,8 qm großen Karte zierten im Jubiläumsjahr 2013 für sieben Wochen die Rathausfassade. Schwegmann führt zudem die Chronik der Hollinger Schützengesellschaft in Wort und Bild.