Wenn am frühen Morgen um 05.00 Uhr das Startsignal zum Emsdettener Radfestival gegeben wird, werden viele noch im Bett liegen. Für die Sportler und Sportler, welche sich der Herausforderung stellen, beginnt aber der Tag schon wesentlich früher. Manche werden schon ab 03.00 Uhr auf den Beinen sein. Jetzt gilt es, die ersten Vorbereitungen zu treffen.

In der Regel beginnt dies bei sportlichen Wettkämpfen mit einem ausgiebigen Frühstück. Die letzte Mahlzeit vor einem Wettbewerb wird normalerweise etwas zwei Stunden vor dem Start eingenommen. Hintergrund ist, dass der Körper für die Verdauung des Essens sehr viel Energie aufwenden muss, Energie, welche dann für die Muskelarbeit fehlt. Weiter geht es mit der Auswahl der richtigen Kleidung, da man sich während des Tages auf unterschiedliche Temperaturverhältnisse einstellen muss. Jetzt folgt ein letzter kleiner Materialcheck und um ca. 04.30 Uhr heißt es dann, Abfahrt zum Start auf dem Sanduferplatz.

Hier stehen am 16.06. noch kleinere Regularien an – Verständigung mit dem Teampartner, letzte Hinweise von der Organisation, Einschreiben in die Startliste, Signieren von zwei Plakaten, Aufstellen zum gemeinsamen Startfoto usw. Dann geht es los auf die lange Reise.

Sechzehn Stunden, das ist die doppelte Zeit eines normalen Arbeitstages. Wie kann man so lange auf dem Rad sitzen? Wie hält man das aus? Sechzehn Stunden wird keiner der Teilnehmer an einem Stück fahren, dass machen nur wenige Extremsportler. Am Start stehen jedoch „lediglich“ emsdettener Sportler. Daher gibt es eine kleine Erleichterung. Die Teilnehmer fahren jeweils als Zweierteam und können sich während des Tages abwechseln.  Der Wechselrhythmus ist jeweils individuell. Wechselt man jeweils im Ein- oder Zweistundentakt oder nach einer gewissen Kilometerzahl? Verändert man den Rhythmus während des Tages? Vorgabe ist lediglich, dass immer ein Teammitglied auf der Strecke ist. Jeder, der mal geteilte Dienste hatte, weiß, welche Belastung das ist. Aber: Sowohl die Startrunde als auch die letzte Runde werden als Präsenzrunden für alle Teilnehmer vorgegeben. Also müssen sich alle Sportler und Sportlerinnen auf einen aktiven 16-Stunden-Tag einstellen.

Um das Gesamtziel von 10.000 Kilometern zu erreichen, müssen alle Radportler rd. 250 km fahren, im Team also 500 km. Ein Wahnsinnspensum. Von den Radprofis kennen wir solche Belastungen, aber unsere Emsdettener Sportler?  So wird  z. B.  beim Frühjahrsradklassiker Mailand – San Remo von den Radprofis  eine Strecke von 293 km gefahren, noch kurz vor Schluss dann der Anstieg zum Poggio di San Remo. Berge stehen beim Radfestival zum Glück nicht auf dem Programm.

Zum Vergleich 1:  Die Profis fahren mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rd. 40 km/h, also etwas mehr als 7 Stunden, die Teilnehmer des Radfestivals werden mehr als 8 Stunden mit etwa 30 km/h fahren.

Zum Vergleich 2: Freizeitradler sind dagegen nun halb so schnell unterwegs und fahren Touren von 60 km am Tag.

Damit die Starter und Starterinnen die Belastung meistern können, muss während des Tages regelmäßig gegessen und getrunken werden. Schließlich möchte kein Teilnehmen den unter Radfahrern bekannten und gefürchteten Hungerast erleiden (Wenn dann nichts mehr geht). Seitens der Organisation ist dafür vorgesorgt. Vor der alten Genossenschaft in Hembergen ist der Versorgungs- und Ruhebereich für die Radsportler eingerichtet. Getränke werden während des gesamten Tages zur Verfügung stehen. In der Zeit von 08.00 – 11.00 Uhr können die Teilnehmer hier ein zweites Frühstück einnehmen und werden in der Zeit von 14.00 Uhr bis etwa 18.00 Uhr die Kuchentheke plündern können. Als Mittagsessen gibt es dann für die Teilnehmer in der Gaststätte Zurmühlen leckere Lasagne.

Die Pausen während des Tages werden die Teilnehmer neben der Getränke- und Essensaufnahme zum Ausruhen nutzen. Auch müssen während dieser Zeit die Trinkflaschen an den Rädern neu befüllt und etwaige Pannen behoben werden. Weiter muss dann ggf. frische und trockene Sportkleidung angezogen werden (Umkleide- und Duschmöglichkeiten im Turnschuh). Als besonderen Clou bietet die Praxis für Physiotherapie Vithera den Teilnehmern ab 17.00 Uhr eine Massage der müden Muskeln an.

Die Teilnehmer haben sich in den vergangen  Wochen intensiv mit langen Radfahrten auf das Radfestival vorbereitet. Simulieren konnte man den Tag aber nicht. Die längsten Fahrten führten dabei über eine Distanz von 200 Kilometern. Muskulär müsste daher alles in Ordnung sein. Wichtig wird aber sein, zu Beginn das richtige Tempo in der Gruppe so einzupendeln, dass das Ziel um 21.00 Uhr mit allen Teilnehmern erreicht werden kann. Zur Kontrolle der richtigen Geschwindigkeit sind unter den Fahrern und Fahrerinnen einige „Sheriffs“ bestellt worden, die dafür sorgen werden, dass das Tempo nicht zu schnell wird und zudem alle ans Ziel kommen werden. Dafür muss die Gruppe die Kommunikation selbständig regeln.

Zum Finale um 21.00 Uhr gibt es zusätzliche Aufmunterung durch die Hemberger Cheerleader. Es ist also Stimmung angesagt. Danach stehen die obligatorischen Erinnerungsfotos an. Auch muss der Flüssigkeitshaushalt wieder ausgeglichen werden.

Frühestens um 22.00 Uhr werden dann die Teilnehmer jeweils wieder zu Hause sein. Vom Aufstehen sind dann 19 Stunden vergangen. Ein langer Tag neigt sich dann zu Ende. Aber kann man dann gleich schlafen?

(Quelle: Foto-CCO, Text-Wilhelm Wedi)

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