Eine besondere Chance bekam die Redaktion „Alles Detten“ durch ein Telefoninterview; mit den drei schlichten Worten „Ich bin da“ meldete sich die große Diva Angelika Milster.

Zu der Frage nach der notwendigen Ruhe auf einer Konzertreise gab es die gelassene Antwort: Jeder muss sich sein Rezept suchen, dass er sein Leben gut leben kann, so wie es kommt, egal in welchem Beruf! – Eine besondere Beziehung zum Münsterland? „Ich bin überall gerne zuhause und kann gar nicht mehr nachvollziehen, wo ich überall gewesen bin. Mir ist der Moment wichtig, das, was man gerne macht. Es ist ein Geschenk, Menschen berühren und umarmen zu können, ganz egal, wo auf der Welt“. Eigentlich war sie schon überall, will aber nicht mit jeder Kleinigkeit hausieren gehen.

Welche Menschen waren ihr besonders wichtig: Wolf Gremm, Kay und Lore Lorenz, Sir Andrew Lloyd Webber, Jürgen Grimm, Max Krückl, Milva, Boy Gobert, Martin Held, Montserrat Caballé? Nun, der wichtigste Mensch in ihrem Leben war und ist ihr Mann André Bauer, sie hatten sich in Wien kennengelernt, er war dort Musikdirektor, heute ist er ihr Produzent, Komponist, stellt die Programme zusammen und passt auf, dem Anspruch der Musik gerecht zu werden, nicht der Zeit, nicht, was gerade aktuell ist. Nur der Musik! Wie viele andere war Margot Höpfner gut zu ihr wie eine Mutter und hat ihr Mut gemacht. In ihrem Leben war ihr jeder Mensch wichtig, mit dem sie etwas auf die Beine stellen konnte. Begegnungen sind Zufall, das soll dann so sein. Es gibt keinen Wettbewerb, wer ihr am besten gefallen hat.

Eins ihrer bekannten Lieder lautet „Du hat mir Glück gebracht“. Wer ist damit gemeint? Angelika Milster lacht und verrät ihre religiöse Überzeugung: Gott hat ihr Glück gebracht, weil er ihr die Gabe zu singen in den Mund gelegt hat. Glück musst jeder auch sich auch selber schaffen! Sie konnte viel Glück mit ihrer Familie und ihren Freunden erleben. Ein Geschenk!

Alle, die wirklich Respekt vor der Musik haben, müssen hart dafür arbeiten, alleine die Gabe reicht nicht aus! Und von alleine kommt nichts, nichts. Nach einer großen Produktion ist es wichtig, dass man nicht ausgehöhlt nach Hause kommt, sondern etwas von einem anderen Menschen mitnehmen kann. – Dem bleibt nichts mehr, was hinzugefügt werden müsste.