Die Prinzenkür ist immer schon die erste kleine Großveranstaltung im Jahresablauf der KGE. Der KGE-Vorstand, natürlich das neue Prinzenpaar, das noch amtierende Prinzenpaar, der neue Elferrat, der Bürgermeister, Vertreter der Prinzengarde, Senatoren der KGE, Vertreter der Stadtverwaltung sowie der Ratsfraktionen, die Vereinigten Schützen sind mit ihrem Vorstand dabei, der Stadtkaiser, Vertreter der Gesellschaft, die den neuen Stadtprinzen stellt, Familie (die Mutter des Prinzen war eigens aus Oberhausen angereist, eine der Töchter der Prinzessin kam gar aus Hamburg), Vertreter der Presse….. da kommen schnell mal 100 oder mehr Personen zusammen, – alljährlich die erste große Herausforderung an das neue Prinzenpaar. Eine Gästeschar in dieser Größenordnung passt nicht immer ins heimische Wohnzimmer. So wurde die Veranstaltung in diesem Jahr mal wieder ausgelagert, – aber irgendwie fand sie doch im Wohnzimmer statt: in der Schoppe der KGE-Wagenbauer vor den Toren Emsdettens, Richtung Ahlintel. Hier nämlich ist üblicherweise vor, während und nach Karneval die künftige Stadtprinzessin Elke I. Riewe-Linnemann anzutreffen. Als Chefin der KGE-Wagenbauer hämmert, klebt und malt das Mädel was das Zeug hält, – die Ergebnisse können in jedem Jahr wieder im Rosenmontagszug bewundert werden.

Zu 20 Uhr wurde eingeladen, zu 20 Uhr waren sie dann auch alle da, getrieben von dem Bedürfnis, die Wissenslücke um die Tolität für die Session 2018 zu schließen. War doch in den vergangenen Jahren die Adresse, zu der eingeladen wurde, untrügliches Zeichen dafür, welches Amt der Hausherr in den nächsten Wochen „hauptberuflich“ ausüben wird, so ließ die Einladung heuer Platz für reichlich Spekulationen.

KGE-Präsident Helmuth Schäckel, der sich bestimmt noch daran erinnert, wie er zu Beginn seiner Prinzregentenzeit vor vielen Jahren am Morgen nach der Kür in seinem Wohnzimmer wieder für Ordnung sorgen durfte, war es dann, der Prinz Frank I. und Prinzessin Elke I. vorstellte, wortgewandt, in nie langweilig werdender Versform und mit Unterstützung einer Dia-Show mit reichlich Bildmaterial aus Leben und Wirken derer, die gleich in den karnevalistischen Adelsstand gehoben werden sollten. Als es während der Vorstellung hieß, Frank Riewe sei in Oberhausen geboren (einer seiner Vorgänger im Prinzenamt, der Gelsenkirchener Thomas Wiesner war ebenfalls anwesend), hieß es dann „Ochotochot, – allwieer een’n ut’n Pott“

Prinz kann in Detten nur werden, wem auch die Prinzenmütze passt. Die übrigens passt praktisch immer, da in ihrer Größe flexibel gestaltbar. Die Anprobe der närrischen Kopfbedeckung mit den langen Fasanenfedern vor versammelter Mannschaft und der Spruch „die Mütze passt“ sind also mehr ein Ritual, so eine Art olympische Eröffnungszeremonie für den drögen Münsterländer. Und trotzdem, dass sichergestellt ist, dass die Introhnisierung an diesem Abend nur mit diesem einen Paar vollzogen wird, ihnen der Titel nicht streitig gemacht werden kann, sind die designierten obersten Karnevalisten der neuen Session immer etwas nervös.

Zuvor hatte „Prinzensachverständiger“ Josef Krühler in der ihm eigenen Art mit karnevalstypischen Bewegungsabläufen (dazu gehört beispielsweise das Umarmen einer Frau), getestet ob denn überhaupt die notwendigen Fähigkeiten gegeben sind. Der Test wurde natürlich bestanden und aus der Sicht Josef Krühlers stand der Ernennung zur Tolität von Dottland nichts entgegen – und wer will schon dem Gutachten eines Sachverständigen widersprechen…

Die Gratulation des Bürgermeisters, der übrigens Mitglied im Stadtelferrat 2018 ist, schloss sich an, Ferdi Recker überbrachte als Kanzler der Prinzengarde die Grußworte derselbigen. Beide, Moenikes und Recker fanden auch passende Worte des Dankes in Richtung jetzt ausscheidendes Prinzenpaar Rainer und Petra Müllmann. Der wiederum wünschte seinem Nachfolger ähnlich tolle Momente und Erfahrungen, wie er selber sie hat machen dürfen. Dirk Albers gratulierte als Vorsitzender der Bürger-Schützen und Josef Kollmann im Namen der Vereinigten Schützengesellschaften.

Michael Wietkamp, bekannt vom Büttpalast des Täötenclubs, seines Zeichens Präsident des Elferrates 2018, stellte dann den Elferrat vor, der übrigens während des gesamten abends hervorragend die Verköstigung sowohl in flüssiger, als auch in fester Form organisierte.

Das Prinzenlied 2018 aus der Feder von Walter Zurbrügg durfte natürlich nicht fehlen und damit war dann auch gleich der Startschuss für den noch gemütlicheren Teil des abends gefallen. Und obwohl die beiden keine gebürtigen Emsdettener sind, ist deren Motto eine wahre Liebeserklärung an die Emsstadt: „Mien hele Hiärt – schlött för Detten“ (Mein ganzes Herz – schlägt für Detten)

 

Manfred Schwegmann, im “richtigen Leben” Buchhalter eines international tätigen Fenster- und Fassadenbauers hier am Ort. Schwegmann war nebenher zwei Jahre als freier Mitarbeiter für die hiesige lokale Tageszeitung aktiv, hat zum 75-jährigen Bestehen der Vereinigten Schützengesellschaften von Emsdetten deren Geschichte zusammen gefasst und in einem Buch veröffentlicht. Neben weiteren kleinen war sein (zumindest in den Ausmaßen) größtes Projekt wohl die Glückwunschkarte zum Stadtjubiläum. 1.620 Portraits Emsdettener Bürger auf einer 163,8 qm großen Karte zierten im Jubiläumsjahr 2013 für sieben Wochen die Rathausfassade.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.