Der Treffpunkt „13drei“ war wieder der geeignete Rahmen für die nun zum 2. Mal stattfindende Abschlussveranstaltung des Emsdettener Philosophierclubs. Viele kleine Philosophen aus den städt. Kinderhäusern Astrid Lindgren und Maria Sibylla Merian und der dritten Klasse der Emanuel von Ketteler Grundschule kamen mit ihren Eltern. Obwohl sie bei den sommerlichen Temperaturen, so sprach sie Hans Joachim Müller, Leiter des Zentrums Kinder-Philosophie in Bad Zwischenahn und Initiator der Philosophierclubs, gleich direkt an, sicherlich auch Alternativen gehabt hätten. Und so begrüßte er sie ausgesprochen herzlich, sowie die weiteren Persönlichkeiten und ganz besonders den Schirmherrn, Bürgermeister Georg Moenikes, sowie in Abwesenheit die Verbundsparkasse Emsdetten-Ochtrup, die das Projekt finanziell mit unterstützt hat.

Das Leben von Pippi Langstrumpf durch die philosophische Brille zu betrachten war Ausgangspunkt der philosophischen Gespräche. Pippi Langstrumpf sei eine Philosophin, führte Achim Müller weiter aus, weil sie immer dazu beiträgt, das Selbstverständliche nicht selbstverständlich erscheinen zu lassen. Und er führte untermauernd Zitate an, von den großen Philosophen Hegel „Wo das Selbstverständliche nicht mehr selbstverständlich ist, schlägt die Stunde der Philosophie“ und Karl Jasper „Kinder sind Philosophen, weil sie im Unterschied zu Erwachsenen, sich noch nicht im Gefüge der Konventionen befinden, sondern noch frei sind zu denken, was sie interessiert.“ Pippi Langstrumpfs philosophische Eigenschaft ist, ständig zu fragen und zu hinterfragen, nicht alles so hinzunehmen.

In seiner Begrüßungsrede erläutert der Bürgermeister, dass die Kompetenz des Fragens auch in seinem Amt täglich von großer Bedeutung ist, da er nicht alles wissen und überall sein könne. „Wer fragt, der führt und die Kunst des Fragens solle man zu einem frühen Zeitpunkt erwerben“. Er beglückwünschte die Kinder zu ihrem erfolgreichen Projekt und bedankte sich auch bei Hans-Joachim Müller für den tollen Einsatz.

Müller gab diesen Dank gleich weiter an die Fachkräfte Eva Kleier, Tina Nosthoff, Mechthild Wolff und Andrea Bohne, da sie erstmalig die Gespräche mit den Kindern geführt haben. Er lud sie ein, einen kleinen Einblick in die Gesprächsrunden zu geben. „In meiner Welt hätte ich einen Schlüssel für die Bank, damit ich mir immer Geld holen kann“, hat ein Kind geäußert, was sie zu der Frage geführt hat „Was ist viel und was ist wenig Geld? Wie wäre eine Welt ohne Geld?“ Worauf die Kinder viele Ideen hatten, z.B. dass sie Sachen tauschen könnten oder selber machen…

Neben dem Fragen ist auch das Texttheater eine gute Methode, um ins Denken zu kommen, führte Achim Müller aus und stellte dies mithilfe der Schülerinnen und Schüler der dritten Klasse der Emanuel von Ketteler Grundschule beeindruckend dar. Anschließend bekamen alle teilnehmenden Kinder durch den Bürgermeister persönlich ein Zertifikat überreicht.

Den musikalischen Rahmen der Veranstaltung gestalteten die anwesenden Kinder selbst. Sie sangen Pippi Langstrumpfs Lieder und da diese allen im Publikum noch aus ihrer Kinderzeit bekannt sind, stimmten die Zuschauer mit ein. Musikalisch begleitet wurden sie dabei von Mareike Krebs, Erzieherin im Kinderhaus Maria Sibylla Merian.

Zum Abschluss führte Achim Müller aus, dass das Denken im Gespräch stattfindet und das Denken in Bildern sehr vernachlässigt werden würde. Mit der Methode des Standbildes zog er alle Anwesenden noch einmal in seinen Bann und ließ sie in Sekundenschnelle deutlich machen, wie sie sich einen Baum vorstellten, einen Lehrer bzw. eine Lehrerin, sich auf eine Freundin/einen Freund zu freuen…

„Bereichernd!“ war das Resümee von Gretas Oma, auf die Frage, wie ihr die Veranstaltung gefallen hatte. So sehen es auch alle teilnehmenden Einrichtungen und haben eine Fortsetzung schon fest in den Blick genommen.

(Quelle: Foto/Text – Kinderhaus Astrid Lindgren)

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